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Vom Paketdienst wurden die Drogen wie alle anderen Pakete  zugestellt..

Dreiste Aktion vor Gericht

Weilheimer (29) bestellt Drogen im Darknet - und lässt sie an seine Oma schicken

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Ganz schön raffiniert: An seine Oma ließ ein Weilheimer (29) Drogen schicken, die er online im Darknet gekauft hatte. Die Polizei kam ihm dennoch auf die Schliche. 

Update, 6. April: Der Weilheimer (29), der Drogen an seine Oma schicken ließ, muss viereinhalb Jahre hinter Gitter. Das Landgericht München II sprach ihn am Freitag des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln schuldig und ordnete seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Zur Haftstrafe muss der junge Mann aber auch noch eine widerrufene Bewährungsstrafe über zwei Jahre verbüßen. „Wenn das dann nicht klappt, können Sie die Knast-Karriere für immer starten“, richtete Vorsitzender Richter Stefan Weickert ernste Worte an den Angeklagten.

Weilheim Ilse M. war ahnungslos, als sie im Februar 2016 an der Haustür ein an ihren Enkel adressiertes Päckchen entgegennahm. Dass junge Leute im Internetzeitalter etwas bei Online-Shops bestellen, ist ja an sich nichts Besonderes. Doch ihr 29-jähriger Enkel Florian M. (alle Namen geändert), der damals bei ihr lebte, hatte nicht irgendwelche Computerspiele oder Kleidung bestellt.

In dem in ihrer Weilheimer Wohnung zugestellten Paket befanden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Kilogramm Amphetamin und 50 Gramm Kokain. Den Strafverfolgern zufolge wollte Florian M. das Rauschgift gewinnbringend weiterverkaufen. Im Mai 2017 orderte er laut Anklage deshalb im Darknet rund ein weiteres Kilo Amphetamin – eine synthetische Droge, die laut Experten besonders gefährlich ist, soll er mit der Kryptowährung Bitcoin bezahlt haben.

Doch die Polizei fing den Stoff ab und nahm den 29-Jährigen kurz darauf fest. Seit Donnerstag steht der junge Mann nun vor dem Landgericht München. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor. In seiner Wohnung hatte die Polizei nach seiner Festnahme im Mai 2017 auch kleinere Mengen Ecstasy und MDMA gefunden – beides sind vor allem in der Technoszene beliebte Partydrogen.

Ein Teil des Rauschgifts habe er für seinen Eigenkonsum geordert, sagte Florian M. Er ist seit rund eineinhalb Jahrzehnten drogenabhängig. In der Hauptschule sei er massiv gemobbt worden – damals sei er erstmals in den regelmäßigen Konsum von Marihuana „geflüchtet“. Mit 17 Jahren nahm er erstmals Amphetamin. „Bekifft zu sein, war der Normalzustand“, sagte er in der Verhandlung auf seine Jugend zurückblickend.

Dennoch absolvierte M. eine Ausbildung zum Siebdrucker, arbeitete im Anschluss vier Jahre in der Branche, später hatte er auch längere Zeit eine Freundin. Doch irgendwann hatte der junge Mann zunehmend Geldprobleme, denn trotz Arbeit war es nicht leicht, seine Sucht zu finanzieren, weshalb er mutmaßlich zum Dealer wurde.

Allerdings arbeitete er auch vor seiner Festnahme regelmäßig, zuletzt in der Montage. Seine Firma hat ihm auch nach elf Monaten Untersuchungshaft noch immer nicht gekündigt. Er sei ein sehr guter Arbeiter, hieß es von Unternehmensseite.

Florian M. ist weitgehend geständig. Es tue ihm auch leid, dass er seine Großmutter hineingezogen habe. „Sie war komplett ahnungslos“; sagte er vor Gericht. Davon gehen zum Glück der alten Dame auch die Ermittler aus, weshalb sie auch nicht vor Gericht landete.

Wie es mit ihrem Enkel weitergeht, ist offen. Das Gericht muss nun prüfen, wie realistisch ein Leben ohne Straftaten für ihn ist. Die Drogenhilfe zumindest hält ihn für resozialisierbar, eine Drogentherapie sei sinnvoll.

Der junge Mann versicherte in der Verhandlung, dass er seit dem Haftantritt kein Rauschgift mehr genommen habe. Florian M. hofft nun auf einen Therapieplatz.

Weil er bereits früher mit einer nicht unerheblichen Menge Betäubungsmittel erwischt wurde, ist allerdings auch noch eine Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt. „Mein Leben war ein Durcheinander“, erklärte Florian M. Das neue Leben ohne Drogen tue ihm gut.

Das Gericht hat am Freitag ein Urteil gefällt.

Tobias Lill

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