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Drei wesentliche Baubereiche am Weilheimer Bahnhof: die Bahnsteige (1), die Aufzüge und Treppen in der Personenunterführung (2) sowie die zeitlich befristeten Ersatz-Bahnsteige (3).

Bahn investiert elf Millionen Euro

Bahnhofs-Umbau startet im Mai

Weilheim - Die Bahn investiert in Weilheim bis 2017 elf Millionen Euro in Barrierefreiheit. Die Stadt fordert  eine Abstimmung wegen des Busbahnhofs.

 Stadt und Fahrgäste mussten sich lange gedulden, aber jetzt macht die „Deutsche Bahn“ wirklich Ernst mit dem barrierefreien Umbau des Weilheimer Bahnhofs. Der erste Ausbau beginnt im Mai, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Schon im April starten die „bauvorbereitenden Maßnahmen“, sagt ein Bahnsprecher der Heimatzeitung.

Es wird ein millionenschweres Projekt, das bis kommendes Jahr durchgezogen werden soll. Auf rund elf Millionen Euro hat der Konzern nach eigenen Angaben die Investition veranschlagt. Gearbeitet wird vor allem an zwei Bereichen: Bahnsteige und Personenunterführung. Die Bahnsteige und -dächer werden neu errichtet, die Gleisanlage muss an die veränderten Höhen angepasst werden, und auch die Technik wird umgerüstet. Um den Fahrgästen künftig einen leichteren, barrierefreien Zugang zu den Gleisen zu erlauben, werden die drei Bahnsteige von der bestehenden Unterführung her komplett neu erschlossen: Und zwar jeweils über Aufzüge und über breitere Treppen, auch ist eine andere Beleuchtung vorgesehen. Zu guter Letzt wird ein Wertstoffhof südlich des Empfangsgebäudes errichtet.

Auch der Zeitplan steht. Wie der Konzernsprecher mitteilte, soll der 280 Meter lange Bahnsteig an den Gleisen 1 und 2 heuer im Mai und Juli errichtet werden. Der maximal 162 Meter lange Bahnsteig für die Gleise 4 und 5 ist im Herbst an der Reihe. Den Abschluss bildet 2017 der 280 Meter lange Bahnsteig an Gleis 1, dafür steht aber noch kein konkreter Termin fest. Um den Fahrgastbetrieb während des Bau zu gewährleisten, baut die Bahn zusätzlich zwei jeweils 155 Meter lange „bauzeitliche Bahnsteige“, wie es heißt – und zwar an den Gleisen 7 und 4.

Im Weilheimer Rathaus herrscht durchaus Erleichterung, dass die Bahn endlich mit ihrem Modernisierungsprojekt startet. „Schön, dass es los geht“, sagt Weilheims zweiter Bürgermeister Horst Martin. Doch an der Infopolitik des Unternehmens wird weiter Kritik geübt (siehe Kasten). Auch Martin kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: Die Bahn habe bereits 2015 mit dem Umbau anfangen wollen, erinnert der Vize-Rathauschef. Er macht allerdings deutlich, dass die Interessen der Kommune bei ihrem eigenen Bauvorhaben in der Bahnhofs-Nachbarschaft berücksichtigt werden müssen: Er hoffe, dass die Bahn sich „eng abstimmt mit dem Architekten unseres Busbahnhofs“. Wie berichtet, will Weilheim Ostern 2017 mit dem Bau des 1,3-Millionen-Euro-Projekts beginnen. Da hat die Stadt eine klare Forderung an die Bahn: Der Zugang vom Gleis 1 zum Busterminal muss auch barrierefrei sein.

Für Verwirrung im Rathaus und unter Weilheims Stadträten hatte in der Vergangenheit die Zukunft des Empfangsgebäudes gesorgt. Ende 2014 hatte ein Vertreter des Bahn-Bereichs „Station & Service“ im Stadtrat erklärt, dass Interessenten das Gebäude erwerben könnten. Anfang 2015 erklärte das Unternehmen der Kommune, dass das Gebäude „im Bestand optimiert“ werde und nicht zum Verkauf stehe. Dies bestätigte die Bahn auf Nachfrage der Heimatzeitung. Derzeit plant der Konzern wieder fest mit seiner Weilheimer Immobilie. Dies erklärte ein Sprecher: Das Empfangsgebäude befinde sich im Bestandsportfolio der Deutschen Bahn „und ist weder zum Verkauf noch zum Abriss vorgesehen“.

Bereits Anfang Mai rücken am Bahnhof die Arbeiter an. Von 9. bis 25. Mai erfolgen so genannte Rammgründungen. Für die Anwohner bedeutete es wegen angesichts der über 35 Tonnen schweren Ramme eine Lärmbelästigung zu ungewohnter Zeit: Die Arbeiten „können nur in Nachtschichten ausgeführt werden“, teilt das von der Bahn beauftragte Münchener Unternehmen „Rail Power Systems“ mit. Mit dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs hat der Einsatz allerdings nichts zu tun, sagt die Bahn: Diese Arbeiten dienten lediglich der Erneuerung der Oberleitung.

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