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Platz für eine Wohngemeinschaft: Das alte Gebäude am Rathausplatz (noch ist ein Matratzengeschäft drin) soll stehen bleiben, dahinter kommt ein Neubau.

Bedarf ist vorhanden

Weilheimer Bauausschuss:  Jetzt doch O.k. für Pflege-WG

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Zwei Mal wurde das Vorhaben abgelehnt: Jetzt stimmte der Bauausschuss doch einer ambulanten Pflege-WG am Rathausplatz zu. Die Betreiber haben ihr Konzept geändert.

Weilheim– Es war eine lange und schwere Geburt: Die vom Grünwalder Betreiber „Ambulante Wohngruppe GmbH“ am Weilheimer Rathausplatz geplante Wohn- und Pflegeeinrichtung kann doch kommen – der Bauausschuss erteilte dem Projekt einstimmig seinen Segen.

Wie mehrfach berichtet, will der Investor das Haus am Rathausplatz 8, in dem sich derzeit ein Matratzengeschäft befindet, erweitern. Das vordere Gebäude soll erhalten bleiben, der nach hinten erdgeschossige Ladenbereich um zwei Etagen plus Dachgeschoss aufgestockt werden. Geplant waren eigentlich Appartements für Senioren-Wohngruppen. Doch der Ausschuss lehnte die Bauanfrage und die damit verbundene Änderung des Bebauungsplans im vergangenen Mai und Juli jeweils einmütig ab – zu groß waren die Bedenken über die Innenstadtlage, die Zimmergröße, die Stellplätze und vor allem, dass pflegerische Vorgaben nicht erfüllt werden können.

Neues Konzept sorgt für Umdenken

Doch der Gesprächsfaden mit der Stadt Weilheim war nicht abgerissen. Der potenzielle Betreiber um AWG-Geschäftsführer Walter Dietrich ließ laut Bauverwaltung eine Bedarfsanalyse durch das Weilheimer Büro „Terralibere“ erstellen. Der Ergebnisse gingen an die Stadtratsfraktionen. Am 9. Januar kam es zu einem finalen Termin. Am Tisch saßen Antragsteller, Verwaltung und Stadtrats-Seniorenreferentin Brigitte Holeczek (BfP). Ergebnis: Statt als reine Senioren-Einrichtung soll es laut Stadt in Richtung „ambulant betreuter Pflege-WG“ gehen, die damit nicht den Heimaufsichten unterliege. Das Konzept wurde laut Holeczek hin zu einer Wohngemeinschaft auch für jüngere Menschen ausgeweitet. „Es ist keine Pflegeeinrichtung.“ Die private Wohngemeinschaft würde als WG bei Bedarf Pflegedienste in Anspruch nehmen. „Der Bauherr hat nachgebessert“, bilanzierte Holeczek in der Sitzung zufrieden. „Diese Wohnungen können wir brauchen, die sind nötig in Weilheim.“ Eine Richtungsänderung, die nicht nur den Ausschuss überzeugte. Auch die Behörden hätten sich grundsätzlich „positiv geäußert“, wie Stefan Kirchmayer von der Bauverwaltung sagte. „Es ist keine absolut negative Haltung des Landratsamts erkennbar.“

Platz für zwei Wohngruppen

Wie Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt auf Nachfrage sagt, sind jetzt zwei Wohngruppen mit jeweils fünf Zimmern vorgesehen. Inklusive Gemeinschaftsbereich und Bädern, alles rollstuhlgerecht dimensioniert. Als Option steht eine normale Wohnung im Dachgeschoss im Raum. Das vordere Bestandsgebäude bleibt erhalten. Die notwendigen Stellplätze – ein Kritikpunkt in der Vergangenheit – seien nachgewiesen, geparkt werde über ein Geh- und Fahrtrecht weiterhin im hinteren Bereich des Grundstücks.

Trotzdem noch Skepsis

Allerdings waren nicht alle Stadträte vollends überzeugt. Stefan Zirngibl (CSU) zweifelte weiter die Eignung des Standorts an. Eine Wohn- und Lebensqualität gebe es nicht. „Außen herum ist nichts“, wandte er mit Blick auf die nahe Weilheimer Hauptkreuzung ein. Auch Michael Lorbacher (SPD) sah Nachteile: „Das Grün ist zu suchen. Ich schaue auf Parkplätze und Verkehr.“

Einstimmer Beschluss

Am Ende segnete der Ausschuss geschlossen die Änderung des Bebauungsplans „Obere Stadt I“ ab. Ist dies geschehen, kann der Bauantrag kommen. Sollte die Pflege-WG scheitern, steht laut Stadtbaumeisterin einer anderen Nutzung nichts im Weg. Roppelt: „Dann entstehen große Wohnungen.“

Lesen Sie auch: Weilheimer Bauausschuss: Gegenüber Senioren-Wohngruppen noch skeptisch.

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