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Ein Modell des Sonnensystems zeigte Lukas Rother (18) aus Weilheim bei der Präsentation beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ in Darmstadt.

Weilheimer bei „Jugend Forscht“

Lukas misst Temperaturen auf dem Mond

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Wie viel Grad hat es auf dem Mond – und an welchen Stellen ist es dort am kältesten? Mit solchen abstrakten Fragen beschäftigt sich Lukas Rother (18) aus Weilheim. Nun wurde sein Projekt „Simulation der Temperaturverhältnisse am Südpol des Mondes“ im Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ ausgezeichnet.

Weilheim – Lukas Rother gibt es selbst zu: Sein Forschungsprojekt, an dem er etwa ein Jahr lang gearbeitet hat, erscheint nur schwer vorstellbar. „Mit einem speziellen Programm habe ich die Temperaturschwankungen auf der Oberfläche des Mondes simuliert. Dazu gibt es aktuell nur sehr wenige Messungen“, so der 18-Jährige.

Herauszufinden, wie viel Grad auf dem Mond herrschen, sei laut dem Schüler, der eine Hochbegabten-Klasse am Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting besucht, aus zwei Gründen relevant. „Erstens ist das wichtig für die Klimaforschung. Am Mond können wir Entwicklungen ohne menschliche Einflüsse erforschen. Zweitens muss der Mond generell weiter wissenschaftlich untersucht werden. Dazu ist es wichtig, die Temperaturen zu kennen“, sagt Rother.

Überzeugen konnte der Weilheimer damit nicht nur am Lehrstuhl für Raumfahrttechnik der Technischen Universität München, der nun mit seinem Modell arbeitet, sondern auch beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“, der vom 24. bis 27. Mai in Darmstadt stattfand. Mit seiner Arbeit „Simulation der Temperaturverhältnisse am Südpol des Mondes“ machte er den vierten Platz im Fachgebiet „Geo- und Raumwissenschaften“.

Neben der Platzierung, die mit einem Preisgeld über 1000 Euro verbunden ist, erhielt der 18-Jährige eine Auszeichnung der „Astronomischen Gesellschaft“ und darf am Jahrestreffen der Organisation teilnehmen.

Begonnen haben seine Forschungen im Rahmen des „TUMKollegs“ für Hochbegabte. Dabei verbrachte Rother, der 2016 vom Weilheimer Gymnasium nach Gauting wechselte, den Schultag einmal wöchentlich nicht im Klassenzimmer, sondern an der Technischen Universität München.

Dort forschten Wissenschaftler bereits zu den Temperaturen auf dem Mond – allerdings nur im Bereich des Äquators. Für die Polregionen gab es hingegen keine exakten Werte. Da in diesen Bereichen von Temperaturen von unter minus 200 Grad ausgegangen wird, könnte sich dort sogar Eis abgelagert haben. „Man muss sich genau anschauen, wo man eventuell einmal mit einem Fahrzeug durchfahren könnte, ohne dass es viel zu heiß oder kalt wird“, so Rother.

Um das Projekt bei „Jugend forscht“ einzureichen, habe er auch über die Unterrichtszeit hinaus daran gearbeitet. „Das Thema hat mich so begeistert, dass ich auch an den Wochenenden weitergemacht habe“, sagt der Schüler, der in seiner Freizeit gerne auch gerne programmiert und Modellraketen baut. „Im Bereich der Physik habe ich eine gute Vorstellungskraft – und durch viele Erklärungen sind die Prozesse verständlich geworden“, erklärt er.

Nach seiner Schulzeit will sich Rother weiter mit dem Weltall beschäftigen: „Ich möchte gleich nach der Schule studieren. Physik oder Maschinenbau – und eventuell in Richtung Raumfahrttechnik gehen.“ Bevor es für den 18-Jährigen ans Studieren geht, wartet im September noch ein besonderer Termin auf ihn: Alle Platzierten des Bundeswettbewerbs werden in Berlin von der Bundeskanzlerin empfangen und präsentieren dort noch einmal ihre Projekte.

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