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Eines der zerstörten Banner der Bürgerinitiative „Entlastung jetzt“. In der Mitte der Aufkleber von „Heimat 2030“.

Schaden rund 1000 Euro

Weilheimer Entlastungsstraße: Unbekannte zerstören zahlreiche Banner

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Große Aufregung bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative „Entlastung jetzt“ in Weilheim: Über Nacht sind zahlreiche ihrer Banner aufgeschlitzt worden. Heikel: Auf einem zerstörten Plakat prangte ein Aufkleber der Umfahrungs-Gegner.

Weilheim –  Bisher ist die Debatte um die Weilheimer Entlastungsstraße kontrovers, aber fair verlaufen. Das scheint sich jetzt, kurz vor der Vorstellung der Vorzugstrassen Anfang April, zu ändern: Wie die Polizei meldet, sind am Dienstagabend zwischen 22 und 23 Uhr fünf Banner der Bürgerinitiative „Entlastung jetzt“ aufgeschlitzt worden. Wobei die Zahl so nicht korrekt sei, wie Norbert Vidal, ein Sprecher der Initiative, mitteilte: „Es sind nahezu alle Banner beschädigt worden, wir hatten rund 20 aufgehängt.“

Die Bürgerinitiative hatte sich im Januar gegründet, um für irgendeine Form der Entlastungsstraße zu kämpfen, während sich die im November gegründete „Bürgerinitiative für Weilheims Zukunft“ vor allem für eine Westumfahrung stark macht. Dazu gibt es bereits seit Längerem die Initiativen „Heimat 2030“ und „Marnbach/ Deutenhausen“, die sich gegen eine Umfahrung aussprechen.

Und jetzt wird es heikel: Denn in mindestens einem Fall, so Vidal, prangte auf einem zerstörten Banner ein Aufkleber von „Heimat 2030“. „Ich will nicht unterstellen, dass die Beschädigungen von dieser Seite gekommen sind, denn das wäre aus meiner Sicht ein völlig falsches Demokratieverständnis“, sagte Vidal. Es könne natürlich sein, dass der oder die unbekannten Plakat-Zerstörer absichtlich eine falsche Spur legen wollten. Aber er bitte um Fairness – schließlich hängen die Plakate der Umfahrungs-Gegner seit Monaten und seien bis auf eine Ausnahme unbeschädigt geblieben, so Vidal.

Karin Knöthig, eine der Sprecherinnen von „Heimat 2030“, ärgert sich über die Beschädigungen der Plakate. „Das ist echt doof, weil es auch uns schadet“, sagte sie. Man habe 5000 Aufkleber drucken lassen, die lagen überall aus – jeder hätte das auf das beschädigte Banner kleben können, sagt sie. „Ich weiß nicht, wer das war, aber auf so ein Niveau wollen wir uns nicht begeben. Die bisherige Fairness und Sachlichkeit haben wir sehr begrüßt“, so Knöthig. Sie weiß, wie ärgerlich zerstörte Plakate sind, das sei auch ihrer Initiative immer wieder passiert – allerdings nicht in diesem Ausmaß. Bei dem Fall, den Vidal angesprochen habe, sei der Schaden so groß gewesen, dass man Anzeige erstattet und sich an die Heimatzeitung gewandt habe.

Laut Vidal beläuft sich der Schaden auf rund 1000 Euro, so einfach könne man das nicht kompensieren. Zumal einige Hausbesitzer, an deren Grundstück die Banner hingen, zur Unterstützung der Initiative je 50 Euro gezahlt haben. „Ob die das nochmal machen, wenn sie Angst haben müssen, dass die Plakate gleich wieder zerstört werden, wage ich zu bezweifeln“, sagt Vidal.

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