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Felix Herzog hat es gewagt: Er hat Frauke Petry beschimpft. 

Weilheimer sorgt in Berlin für Aufsehen

„Lügen-Petry"-Rufe vor laufenden Kameras

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Weilheim/Berlin - Der Weilheimer Felix Herzog (30) sorgte bei der Bundespressekonferenz in Berlin für Aufsehen. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam.

Ein Video geistert derzeit durchs Internet. Darauf ist ein junger Mann in roter Jacke zu sehen, der bei einer Bundespressekonferenz am Montag der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry „Lügen-Petry“ und „Lügen-AfD“ entgegenruft – und schließlich von einem Security-Mitarbeiter nach draußen begleitet wird. Der Mann ist Felix Herzog (30), der in Haunshofen geboren und in Weilheim aufgewachsen ist. Seit 2011 lebt er in Berlin und gründete dort die Partei „VERA“ (Vertrauen, Ehrlichkeit, Respekt, Anstand) mit, deren Pressesprecher er ist und mit der er im September für das Berliner Abgeordnetenhaus kandidiert. Im Interview spricht er über die AfD, seinen Protest und Reaktionen.

Felix Herzog twitterte selbst ein Video:

Herr Herzog, war das ein geplanter Protest?

Felix Herzog: Nein, die Idee, etwas zu rufen, wenn Frauke Petry die Treppen herunterkommt, kam mir erst kurz vorher.

Aber wie kam es, dass Sie bei der Bundespressekonferenz waren?

Herzog: Die Linke wollte bei dieser Pressekonferenz vor dem Gebäude demonstrieren, in meinen Augen war das aber eine reine PR-Aktion. Ich war trotzdem da, um mir das Ganze anzuschauen. Ich stand dann mit Journalisten vor dem Eingang und habe einfach versucht, mit ihnen reinzugehen. Das war kein Problem, niemand wollte meinen Ausweis sehen, ich musste nur durch zwei Schiebetüren. Die Bundespressekonferenz ist kein Hochsicherheitstrakt.

Frauke Petry hat nicht reagiert. Hatten Sie denn mit einer Reaktion gerechnet?

Herzog: Nein. Aber ich hatte natürlich gehofft, dass die anwesenden Pressevertreter die Sache aufgreifen.

Sie mussten das Gebäude verlassen. Hat die Aktion Konsequenzen für Sie?

Herzog: Ich wurde nur von einem Sicherheitsmann nach draußen begleitet. Er wollte nicht mal meine Personalien wissen. Also nein.

Sie wurden in den Berichten nicht nur als AfD-Gegner, sondern zum Beispiel auf dem Internetportal der „Welt“ auch als Störer bezeichnet.

Herzog: Mir ist das total egal, wie die Presse mich bezeichnet. Wenn die „Welt“ das reißerisch schreiben will, soll sie das machen. Ich denke, meine Rufe waren der Situation angemessen und nicht übertrieben.

Sie standen da ganz allein. War Ihnen das nicht unangenehm?

Herzog: Ich bin das gewohnt. Manche Sachen kann man nur allein machen. Mit einer Gruppe wären wir ja gar nicht rein gekommen. Und wenn man in Weilheim aufwächst und im Jahrgang der einzige ist, der politisch aktiv ist, gewöhnt man sich an so was.

Warum muss man in Ihren Augen gegen die AfD vorgehen?

Herzog: Ich beobachte die AfD schon sehr lange, schon zu Luckes Zeiten. Es war absehbar, dass sie in die rechte Richtung kippt. Dem muss man entgegenwirken.

Das wollen Sie auch mit Ihrer Partei „VERA“ tun?

Herzog: Ja, auch damit platzieren wir ein Gegengewicht zur AfD. 

Verdienen Sie mit Ihrem politischen Einsatz Ihr Geld?

Herzog: Nein, das verdiene ich mit www.pluswgs.de. Das ist eine Internetseite für Wohngemeinschaften, die sich an Menschen über 50 Jahren richtet.

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