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Herzliche Einladung zu den „Weilheimer Glaubensfragen 2019“: (v.l.) Martin Gregori, Nicole Mundigl, Stadtpfarrer Engelbert Birkle, Konstanze Kohn-Traub und Diakon Stefan Reichhart – fünf Aktive des insgesamt achtköpfigen Organisationsteams. 

Weilheimer Glaubensfragen 2019

Mit Professor Kirchhof und Pfarrer Schießler auf der Suche nach Gott

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Spannendes Thema, hochkarätige Redner: Referenten wie Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof und Pfarrer Rainer Maria Schießler suchen bei den „Weilheimer Glaubensfragen“ ab April nach Gottes Spuren in unserer Welt. 

Weilheim – 2011 hat die katholische Pfarreiengemeinschaft mit der Vortragsreihe „Weilheimer Glaubensfragen“ begonnen, seitdem traten alljährlich prominente und oft beeindruckende Redner im „Haus der Begegnung“ an der Römerstraße auf – die Liste reicht von Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein über Claus Hipp, Gloria von Thurn und Taxis und den „Linke“-Politiker Gregor Gysi bis zum Wiener Kardinal Schönborn.

Heuer kommen weitere bekannte Namen hinzu: Professor Paul Kirchhof, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht, und der Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler sind die prominentesten. Aber auch Prof. Josef Sayer, lange Zeit Direktor des Hilfswerks „Misereor“, und Sr. Ulla Mariam Hoffmann, Leiterin der Palliativstation im Benedictus-Krankenhaus Tutzing, sind hoch angesehene Fachleute und gefragte Stimmen (siehe Kasten rechts).

„Dringende kirchliche und gesellschaftliche Themen aufzugreifen“, das ist der Anspruch der „Glaubensfragen“, erklärt Martin Gregori, der Leiter des ehrenamtlichen Organisationsteams. Heuer geht es um die Kirchenkrise und die tieferliegende Glaubenskrise. „Gott ist fraglich(er) geworden. Für viele unserer Zeitgenossen hat Gott an Bedeutung verloren. Es geht irgendwie auch ohne Gott“, schreibt Stadtpfarrer Engelbert Birkle in seiner Einführung: „Deswegen steht dringend eine Spurensuche an. Wie zeigt sich der Urgrund allen Seins, den wir Gott nennen, in unserer Zeit?“. Unter der Überschrift „Ist ER (noch) da? – Auf Spurensuche“ versammeln die „Glaubensfragen“ vier Referenten, „die Gott entdecken, wo man schwer mit ihm rechnet, und darüber nachdenken, welche Folgen der Gottesverlust mit sich bringt“.

Zum Auftakt am 2. April wird der Blick weit in die Welt gelenkt: Josef Sayer, der lange in einer Slum-Pfarrei in Peru arbeitete und an der Papst-Enzyklika „Laudato si“ mitwirkte, „kennt sich in den armen Ländern dieser Welt aus“, so Birkle. Wie man mitten in München für den Glauben begeistern kann, wird am 2. Mai Pfarrer Schießler zeigen. „Seine Gottesdienste sind knallvoll“, sagt Mit-Organisatorin Konstanze Kohn-Traub: „Er ist beseelt von seinem Glauben und kann das begeisternd weitergeben.“ Oberärztin Hoffmann wird am 6. Juni aus ihrem scheinbar gottverlassenen Wirkungsbereich berichten – und der Verfassungsrechtler Kirchhof am 9. Juli beleuchten, wie eine „Gesellschaft ohne Gott“ aussähe.

Dass andere angefragte Redner wie Hape Kerkeling oder Bayern-Trainer Niko Kovac heuer für die „Weilheimer Glaubensfragen“ absagten, ist angesichts der vier hochkarätigen Abende verschmerzbar.

Die Termine der „Weilheimer Glaubensfragen 2019“ im Überblick:

Dienstag, 2. April:

Prof. Josef Sayer, bis 2012 Hauptgeschäftsführer des bischöflichen Hilfswerks „Misereor“, spricht zum Thema „Gott am anderen Ende der Welt – Lebenserfahrungen im Slum von Lima“. Sayer, Jahrgang 1941, arbeitete vor seiner Professur für Pastoraltheologie in Fribourg und der Tätigkeit bei „Misereor“in einer Slum-Pfarrei in Lima/Peru.

Donnerstag, 2. Mai:

Rainer Maria Schießler (58) ist Pfarrer von St. Maximilian und Hl. Geist in München – und hat eine eigene Talksendung im BR. Das Thema seines Vortrags in Weilheim („,Jessas, Maria und Josef’ – Gott zwingt nicht, er begeistert“) ist auch der Titel seines zweiten Buches.

Donnerstag, 6. Juni:

Schwester Dr. Ulla Mariam Hoffmann, promovierte Tropenmedizinerin und Oberärztin der Palliativstation am Benedictus-Krankenhaus Tutzing, spricht zum Thema „,Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?’ – Ein Wort des Trostes für schwere Zeiten“.

Dienstag, 9. Juli:

Prof. Paul Kirchhof (76), ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht, stellt die Frage „Gesellschaft ohne Gott? – Eine Bestandsaufnahme“. Als parteiloses Mitglied des CDU/CSU-Kompetenzteams zur Bundestagswahl 2015 wurde Kirchhof mit der Forderung bekannt, eine Steuererklärung müsse auf einen Bierdeckel passen.

Alle Vorträge beginnen um 20 Uhr im „Haus der Begegnung“ an der Römerstraße, der  Eintritt ist frei.

Magnus Reitinger

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