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Die Küche wurde aufgerüstet und auch sonst ist alles bereit für den Start der offenen Ganztagsschule. V.l. Sabine Meyer, Monika Welchert-Schlecht, Sigrid Soeffker, Tobias Pupeter und Sieglinde Retschy.

Zum neuen Schuljahr

Weilheimer Hardtschule wird offene Ganztagsschule

Eine neue Ära beginnt am Dienstag an der Weilheimer Hardtschule: Die Grundschule wird zur offenen Ganztagsschule, die 140 Kinder betreut. 

Weilheim – Die Elternbefragung zum Thema „Ganztagsschule“ hatte ein klares Ergebnis erbracht: 75 Prozent der Eltern, die für ihre Grundschulkinder eine Betreuung benötigen, sprachen sich dafür aus, dass die Hardtschule zur offenen Ganztagsschule wird. Am Dienstag ist es so weit: Das Angebot startet mit insgesamt 140 Kindern, 16 Betreuern. „Ich freue mich sehr, weil das eine qualitative Weiterentwicklung der Schule ist“, sagt der Rektor der Hardtschule, Tobias Pupeter.

Er hatte das Projekt angestoßen, weil er regelmäßig von Eltern, die frisch nach Weilheim gezogen waren, nach einem solchen Angebot gefragt worden war und jedesmal verneinen musste. Er habe sich zusammen mit seiner Kollegin, der Rektorin der Ammerschule, Maria Herrmann-Trunk, an die Stadt Weilheim gewandt, die als Sachaufwandsträger den Antrag auf Einrichtung einer Ganztagsschule bei der Regierung von Oberbayern stellen muss. Die Stadt sicherte Unterstützung zu für den Fall, dass dieses Angebot auch von den Eltern gewünscht wird. An der Ammerschule wollten die meisten bei der Mittagsbetreuung bleiben, an der Hardtschule war das Votum klar für eine offene Ganztagsschule.

Mütterzentrum hat pädagogisches Konzept ausgearbeitet

Das Mütter- und Familienzentrum (Müze) Weilheim hat bereits die Mittagsbetreuung in der Hardtschule betrieben und war auch bereit, das Konzept zur offenen Ganztagsschule auszubauen. „Wir haben schon viel Erfahrung in der Mittagsbetreuung gesammelt“, sagt die Leiterin des Müze, Monika Welchert-Schlecht, die das pädagogische Konzept für die offene Ganztagsbetreuung ausgearbeitet hat. „Wir wollen, dass die Kinder sich bei uns wohlfühlen.“

Die offene Ganztagsschule wird montags bis einschließlich donnerstags von 11 bis 16 Uhr angeboten. Die Betreuung kostet die Eltern nichts, die Kosten werden von der Regierung von Oberbayern und von der Stadt Weilheim übernommen. Den fünften Tag bietet das Müze Weilheim freiwillig an, wer diesen Tag dazu bucht, zahlt 25 Euro im Monat. Die Eltern können von zwei bis zu fünf Tagen jeweils bis 14 Uhr oder bis 16 Uhr als Betreuungszeit wählen. Die Buchung ist für ein Schuljahr verbindlich. Da es sich um ein schulisches Angebot handelt, sind auch die gebuchten Tage und Zeiten verbindlich. Das bedeutet, dass die Kinder nur fehlen dürfen, wenn sie auch in der Schule fehlen – weil sie krank oder aus anderen Gründen entschuldigt sind. Alles andere wäre Schule schwänzen.

Bis zu 109 Kinder in den Spitzenzeiten

Ein Ganztagsschultag beginnt in der Regel mit dem Mittagessen, das von „Andis Catering-Küche“ geliefert wird und 4,20 Euro kostet. Es gibt Hausaufgaben- und Freispielzeit und für die Kinder, die bis 16 Uhr bleiben, jeden Tag fünf pädagogische Angebote zum Beispiel aus dem sportlichen, kreativen oder sprachlichen Bereich, die sie wählen können. „Wir haben ein sehr vielfältiges Angebot zusammengestellt, sagt Welchert-Schlecht, als sie zusammen mit dem Leitungs-Team und Rektor Pupeter das neue Angebot in der Hardtschule vorstellt. Sigrid Soeffker ist die Koordinatorin des Müze, die an fünf Tagen pro Woche die gesamte Öffnungszeit über vor Ort ist.

In den Spitzenzeiten werden in der Hardtschule 109 Kinder in acht Gruppen gleichzeitig betreut. Damit die Kinder mit Essen versorgt werden können, werden im Erdgeschoss zwei Räume, während der Hausaufgabenzeit acht Klassenzimmer und für die weitere Betreuung die vier Fachräume und ein Teil der Turnhalle von der Ganztagsschule belegt. „Alle haben das Maximum an Platz gegeben“, sagt Pupeter. Zum großen Teil werden die Räume vormittags für Unterricht und nachmittags für die Ganztagsschule genutzt.

Weil nun nach dem Unterricht keine Klassenzimmer mehr frei sind, endete die Zusammenarbeit mit der Musikschule. Ein Dauerzustand ist das für Pupeter nicht: „Das funktioniert genau ein Jahr so.“ Die Stadt wisse Bescheid und „möchte im direkten Umfeld der Hardtschule“ neue Räume schaffen, wie Pupeter sagt. Wo diese neuen Räume untergebracht oder gebaut werden, darüber könne er nichts sagen, so der Rektor: „Das liegt bei der Stadt.“

Von Kathrin Hauser

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