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Weilheimer Hütte: Wirt gibt Verantwortung in neue Hände

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Von: Boris Forstner

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Es heißt Abschied nehmen: Nach 22 Jahren hört Christian Weiermann als Wirt der Weilheimer Hütte auf.
Es heißt Abschied nehmen: Nach 22 Jahren hört Christian Weiermann als Wirt der Weilheimer Hütte auf. © Boris Forstner

Vor allem wegen des Wetters und anfänglichen Corona-Einschränkungen war es eine durchwachsene Saison für Christian Weiermann, den Wirt der Weilheimer Hütte – und es war gleichzeitig seine letzte: Nach 22 Jahren gibt er die Verantwortung in neue Hände.

Weilheim/Oberau – Alle Hände voll zu tun hat Christian Weiermann (50) an diesem Samstag Ende September. Das war nicht immer so – nach der verspäteten Öffnung erst im Juli hatten viele Gäste wegen Corona noch Hemmungen, sich innen aufzuhalten. Dazu war das Wetter miserabel, sagt Weiermann. „Der August ging einigermaßen, der September war in Ordnung.“

Wie an besagtem Samstag. Bei traumhaftem Bergwetter müssen die Wanderer, die den steilen und langen Weg im Estergebirge nahe Oberau auf sich genommen haben, auch am frühen Nachmittag noch warten, ehe ein Tisch frei wird. Während Weiermann am Ausschank und in der Küche werkelt, bringt eine freundliche Bedienung mit markantem Hut und dünnem Schnurrbart Essen und Getränke an die Tische. Was viele nicht wissen: Diese Bedienung heißt Dominik Reindl, kommt aus Garmisch-Partenkirchen und ist ab nächstem Jahr neuer Wirt auf der Weilheimer Hütte.

Hüttenwirt muss Tausendsassa sein

Sein Entschluss aufzuhören sei schon vergangenes Jahr gefallen, sagt Weiermann. „Nach so langer Zeit ist die Suche nach einem neuen Pächter immer ein Einschnitt, weil es sehr komplex ist“, sagt Weiermann. Schließlich muss ein Hüttenwirt ein Tausendsassa sein, sich nicht nur um Essen und Getränke kümmern, sondern auch um die vielen Übernachtungsgäste, die Wasserversorgung, Energie – es ist immer etwas zu tun.

Deshalb hatte Weiermann schon seine Fühler ausgestreckt und mit Reindl einen Bekannten von ihm ausfindig gemacht, der schon Erfahrung in der Gastronomie hat und nicht abgeneigt war, die Weilheimer Hütte als Wirt zu übernehmen. „Ich hatte das mit der Sektion abgesprochen, dass ich ihn gerne einarbeiten würde“, sagt Weiermann. Das bestätigt Hans-Peter Mascha, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Weilheim. Man habe sich mehrfach getroffen, „so ist es ein fließender Übergang geworden. Er wollte schon immer auf der Weilheimer Hütte arbeiten, es hat einfach perfekt gepasst“, so Mascha, der hofft, dass der Nachfolger auch 20 Jahre bleibt.

In neue Tätigkeit reingewachsen

Damit konnte Reindl den gesamten Bergsommer in seine neue Tätigkeit reinwachsen – ideal für den Übergang. Zudem hätte sich Weiermann sowieso nach Personal umschauen müssen, weil seine beiden Töchter, die oft mitgeholfen hatten, wegen Ausbildung und Studium nur noch sporadisch verfügbar waren.

Große Wehmut kommt bei Weiermann, der in Krün wohnt, beim Abschied nicht auf, wie er zugibt – er ist vielmehr froh, die Verantwortung abgeben zu können und will mit seinem Krüner Kollegen Martin Kriner wieder verstärkt als Fotograf arbeiten. Ganz loslassen wird ihn die Weilheimer Hütte aber nicht: „Wenn man mich braucht, werde ich sicher noch das ein oder andere Mal aushelfen.“

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