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Eine Erfrischung gefällig? Der Krüner Christian Weiermann ist seit Pfingsten 2000 als Wirt auf der Weilheimer Hütte tätig. 
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Höchstgelegene Hütte in den bayerischen Voralpen: Die Weilheimer Hütte (hier ein Archivfoto) auf 1955 Metern ist nur zu Fuß zu erreichen. 

DAV-Sektion Weilheim

Wegen Corona: Weilheimer Hütte bleibt noch länger zu

  • Paul Hopp
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Die Weilheimer Hütte, ein beliebtes Ziel im Estergebirge, kann aufgrund der Corona-Lage heuer nicht wie gewohnt zu Pfingsten öffnen. Der Wirt nutzt die Zeit nun für ganz spezielle Dinge.

Weilheim – Seit dem Frühjahr 2000 ist Christian Weiermann Wirt der Weilheimer Hütte. Und nur einmal, erinnert er sich, konnte er seither witterungsbedingt nicht zum gewohnten Zeitpunkt an Pfingsten öffnen. Dieses Jahr wird der Krüner ein zweites Mal ausgebremst. Nicht etwa durch Massen an Neuschnee, sondern durch das Coronavirus. Der Saisonstart ist laut Weiermann „verschoben auf 4. Juli – mindestens“, so der Wirt auf Anfrage.

Das Schutzhaus der DAV-Sektion Weilheim liegt auf 1955 Metern Höhe und ist damit eine echte Besonderheit. Denn das nahe des Krottenkopf-Gipfels stehende Gebäude ist die höchst gelegene Hütte der bayerischen Voralpen. Sowohl von Oberau als auch Farchant aus dauert ein Aufstieg circa vier Stunden, so die DAV-Sektion auf ihrer Homepage. Die Hütte ist ausschließlich zu Fuß zu erreichen – bei Wanderern im Estergebirge dennoch beliebt.

Weilheimer Hütte: Höchstgelegene Hütte in den Voralpen

Auf eine Öffnung am Pfingstwochenende verzichtet Weiermann heuer jedoch. Das derzeit für eine Gastronomie erforderliche Hygienekonzept einzuhalten, „ist bei uns nicht möglich“. Es gibt also fürs Erste weder einen Verkauf am Kiosk noch ein „Terrassengeschäft“, wie Weiermann sagt, und schon gar keine Übernachtungsmöglichkeit. Aufgrund der Corona-Situation ist seit geraumer Zeit bereits der Winterraum (für gewöhnlich mit einem Alpenvereinsschlüssel zugänglich) gesperrt, und das „bis auf Weiteres“.

Ob tatsächlich ab 4. Juli geöffnet werden kann, steht auch noch in den Sternen. Zumindest besteht damit für den Wirt ein Puffer von etwa fünf Wochen: „Wir schauen, wie sich die Situation entwickelt.“ Mitte Juni, so schätzt er, wird man erneut in Sachen „Öffnung“ entscheiden müssen. Er hofft, dass sich weitere Lockerungen ergeben. Die derzeitigen Corona-Regeln in der Küche umzusetzen, sei für ihn schwierig. „Ich kann nicht 16 Stunden lang mit einer Maske umherlaufen.“ Klar ist für ihn: „Wir werden niemals die Gäste bei uns in irgendeiner Form gesetzeswidrig unterbringen.“ Auch wolle man keine etwaigen Strafen riskieren. Der DAV hält laut Weiermann in dieser Woche eine Videokonferenz, in der für Hüttenwirte noch offene Fragen geklärt werden sollen.

Weilheimer Hütte: Zwangspause wird für Umbauten genutzt

Die Zwangspause nutzt der Wirt für einige Umbauarbeiten. Es wird ein neues Stüberl eingerichtet, teilweise werden neue Fenster eingesetzt. Deswegen ist er immer mal wieder für mehrere Tage auf der Hütte. Erst am Wochenende hat er verschiedene Bereiche für die Arbeiten ausgemessen, erzählt Weiermann. Auf eines legt der Wirt wert: Auch wenn er an der Hütte zugegen ist, so ist sie für Wanderer geschlossen. Das heißt auch, dass sich niemand fest darauf verlassen kann, etwa bei einem Gewitter nicht doch Einlass zu erhalten. Wanderer müssten selbst Vorsorge treffen und sich am Berg entsprechend verhalten.

Weiermann geht in seine 21. Saison als Wirt der Weilheimer Hütte. Zwei seiner drei Töchter unterstützen ihn bei seiner Arbeit regelmäßig. Hinzu kommen – vor allen an den Wochenenden – angestellte Hilfskräfte. Für gewöhnlich bietet das Haus am Krottenkopf rund 50 Plätze zur Übernachtung. Der DAV-Sektion Weilheim gehört daneben noch die Kaseralm, die zwischen Ohlstadt und Herzogstand liegt. Sie ist ohnehin nur Mitgliedern der Sektion vorbehalten und nicht bewirtschaftet. In Corona-Zeiten ist derzeit auch die Kaseralm gesperrt.

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