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Susann Enders bei ihrer Rede im Landtags-Plenum.

Landtag

Historische Rede für Weilheimerin Susann Enders und die Freien Wähler

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Ein besonderer Moment: Nach einem Dringlichkeitsantrag hat die Weilheimer Landtagsabgeordnete für die Freien Wähler, Susann Enders, ihre erste Rede im Plenum des bayerischen Landtags gehalten. Abseits davon sorgte die AfD für einen Eklat.   

Weilheim – Sie will gar nicht drumherumreden: „Es war eine ergreifende Erfahrung“, sagt Susann Enders zu ihrer ersten Rede im Plenum des Landtags. Als gesundheitspolitische Sprecherin der Freien Wähler-Fraktion war es ihrer Aufgabe, zur Umsetzung des Gründerpakets für Hebammen zu sprechen. Zwei Tage vorher hatte sie davon erfahren und sich vorbereitet. „Es war auch der allererste Dringlichkeitsantrag der Freien Wähler in Regierungsverantwortung. Dass ich den halten durfte, ist schon toll“, sagte die 52-Jährige.

Thema war die schwierige Situation der Hebammen im Freistaat, was wiederum viele Geburtenstationen in Schwierigkeiten bringt – mit der Schließung in Weilheim hatte Enders ein plakatives Beispiel vor Augen. Bereits seit September 2018 können alle freiberufliche Hebammen einen jährlichen Zuschuss von 1000 Euro beantragen, was laut Gesundheitsministerium bereits fast 700 Hebammen getan haben. Doch das war Enders und ihren Parteikollegen nicht genug: „Wir hätten am liebsten bei den horrenden Versicherungsprämien angesetzt, die für viele Hebammen eine Belastung sind, aber in einer Regierung muss man Kompromisse eingehen“, so Enders. Im Koalitionsvertrag blieb schließlich eine Gründerprämie von 5000 Euro übrig für jede Hebamme, die neu in Bayern anfängt.

Studie: 50 Prozent aller angestellten Hebammen wollen Arbeitszeit reduzieren

Denn wie eine Studie vom vergangenen Juli ergeben habe, gebe es zwar genug Hebammen, die die ausscheidenden ersetzen. Allerdings wollen 60 Prozent der freiberuflichen und 50 Prozent der angestellten Hebammen wegen zu hoher Arbeitsbelastung ihre Arbeitszeit reduzieren. Ein Drittel erwog laut Studie, ihr Angebot an Wochenbettbetreuung einzuschränken oder aufzugeben. „Es ist bereits fünf nach zwölf“, rief Enders in ihrer Rede den Abgeordneten zu und gab auch zu, dass es nur ein Baustein sein könne.

Was Enders besonders freute: Dass der Antrag mit breiter Mehrheit durchging. „Dass sich die CSU noch drangehängt hat, war schön, aber es war ganz klar unser Antrag“, sagte Enders. Enthaltungen gab es nur von FDP und AfD.

AfD sorgt bei Rede von Charlotte Knobloch für Eklat

Apropos AfD: Die sorgte an dem Tag für einen Eklat, als bei der Rede von Charlotte Knobloch von der israelischen Kultusgemeinde München die meisten Abgeordneten den Saal verließen. „Das war vor meiner Rede“, sagte Enders, die bekannte, bei Knoblochs Vortrag „Gänsehaut“ verspürt zu haben. „Und dann kommt so eine Reaktion der AfD“, sagte Enders. Dass viele Abgeordnete aufstanden und Beifall geklatscht haben, sei die „richtige Reaktion“ gewesen. 

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