Stadtrat stimmt Gebührensatzung zu

Weilheimer Musikschule wird (ein bisschen) teurer

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Wer ein Instrument an der Weilheimer Musikschule lernt, muss ab Herbst rund 50 Cent pro Monat mehr bezahlen. Die Steigerung bei den Personalkosten liegt deutlich höher.

Weilheim – Obwohl die Personalkosten der Städtischen Musikschule durch die tariflichen Lohnerhöhungen im kommenden Schuljahr um rund drei Prozent steigen, werden die Musikschulgebühren zum 1. September 2018 nur um ein Prozent angehoben. Das hat Schulleiter Josef Dichtl vorgeschlagen, und Weilheims Stadtrat hat der entsprechenden Änderung der Gebührensatzung in seiner Mai-Sitzung einhellig zugestimmt. Die Unterrichtsangebote werden dadurch maximal 50 Cent pro Monat teurer, so Dichtl – mit Ausnahme des 45-minütigen Einzelunterrichts, bei dem die Erhöhung mit einem Euro mehr zu Buche schlägt. Die Gebühren für die Grundkurse, etwa die „Musikalische Früherziehung“, bleiben unverändert.

Die Ausgaben fürs Lehrpersonal stellen knapp 86 Prozent der Gesamtkosten der Weilheimer Musikschule dar. Sie sind also der entscheidende Posten im Haushalt, sie sind im laufenden Schuljahr bereits um durchschnittlich 1,6 Prozent gestiegen, und sie steigen – so das Ergebnis der jüngsten Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst – im Schuljahr 2018/2019 um weitere knapp drei Prozent an. Doch nur für einen Teil dieser Erhöhungen müssen die Schüler beziehungsweise Eltern aufkommen. Dafür zahlt die Stadt etwas mehr.

Aktuell werden die Ausgaben für die Musiklehrer laut Dichtl so aufgeteilt: Die Schüler/Eltern tragen über die Gebühren 46,7 Prozent, die Kommune 40,3 Prozent (ihr Anteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken), die restlichen 13 Prozent sind staatliche Förderung. Langfristiges Ziel ist, dass sich der kommunale Anteil und der Eltern-Anteil angleichen und bei jeweils 45 Prozent einpendeln. Dafür sei es ausreichend, „die Gebühren weiterhin moderat zu erhöhen“. Heuer habe man sogar darüber nachgedacht, bei den Gebühren eine „Nullrunde“ einzulegen, sagte Dichtl bei der Vorberatung im Hauptausschuss. Doch dann würde irgendwann eine wesentlich stärkere Erhöhung notwendig – die der Musikschulchef vermeiden will: „Wir sind bisher gut gefahren mit einer stetigen leichten Erhöhung.“

Gebühren sindin Weilheim höher als anderswo

Weilheim sei für die Eltern „keine billige Musikschule“, bekannte Dichtl. Auch kommendes Schuljahr liege man mit den Gebühren „immer noch etwas über den anderen Musikschulen“ in der Region. „Von daher haben wir keine großartigen Ambitionen, das weiter zu erhöhen“, so Dichtl am Donnerstag im Stadtrat. „Wir wissen, dass unsere Musikschule keine billige Sache für Eltern ist“, sagte auch Michael Lorbacher (SPD), der Stadtratsreferent für die Musikschule. Doch bei Härtefällen gebe es für begabte Schüler auch finanzielle Unterstützung durch Fonds oder Stiftungen außerhalb der Gebührensatzung. „Ich wüsste nicht, dass Schüler wegen der Gebühren auf der Strecke blieben“, so Lorbacher.

Die Anzahl der Schüler ist im Jahr 2017 um 30 gestiegen, zugleich wurden aber etwas weniger Unterrichtsstunden benötigt – weil mehr Schüler in Gruppen unterrichtet werden. Insgesamt zählt Weilheims Musikschule zurzeit rund 1300 Schüler. Das Rechnungsergebnis bei Schulgebühren, Entgelten und Projekten lag 2017 bei 483 000 Euro; damit wurden 7800 Euro weniger als im Vorjahr eingenommen, man lag aber immer noch um 30 500 Euro über dem Haushalts-Ansatz.

Grünen-Stadtrat Dr. Eckart Stüber regte im Ausschuss an, zur Mitte des Schuljahres ein Kündigungsrecht für Musikschüler einzuführen. Das sei zum Beispiel wichtig, wenn Schüler eine Zahnspange bekommen und deshalb kein Blasinstrument mehr spielen können. Schulleiter Dichtl riet von einem grundsätzlichen Kündigungsrecht mitten im Schuljahr ab, denn die Schule brauche Planbarkeit. Doch würden Krankheitsfälle („da zählt auch eine Spange dazu“) oder Wegzüge ohnehin als Kündigungsgründe anerkannt. Ansonsten gebe es bei 1300 Schülern „etwa sechs bis acht Kündigungswünsche im Jahr“, sagte Dichtl: „Das wird im Einzelfall geregelt.“

Rubriklistenbild: © EMANUEL GRONAU

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