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Große Freude herrscht bei den Kindern im togoischen Dorf Kagnigbara über die „Weilheimer DERPART-Schule“ (im Hintergrund zu sehen). In zwei Schichten werden dort rund 250 Grundschüler unterrichtet.

Nach großer Spendenaktion 

„Weilheimer Schule“ in Togo eingeweiht

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Die „Weilheimer DERPART-Schule“ in Kagnigbara/Togo ist eröffnet – und das ganze Dorf voller Dank, wie Initiatorin Uta Orawetz von der Einweihung am 10. Februar berichtet. 250 Kinder lernen bereits in dem Haus, das Weilheimer Spender ermöglicht haben. Und es gibt weitere positive Folgen.

Weilheim/Kagnigbara – Es ist ein völlig abgeschiedenes Gebiet zwischen einem Gebirgszug und der Grenze zu Ghana, in dem das Dorf Kagnigbara liegt. Von Bassar, der nächstgrößeren Stadt, führt eine löchrige Staubstraße dorthin, zwei Stunden brauchte die kleine Weilheimer Delegation für diese 40 Kilometer – und begegnete dabei kaum einer Handvoll anderer Autos. Die Häuser und Hütten Kagnigbaras sind allesamt ohne Strom, berichtet Uta Orawetz: Wasser werde per Eimer aus kleinen Brunnen geschöpft, außerhalb der Regenzeit sei das Land so staubig, dass selbst die Solarlampe bei der Schule regelmäßig ausfällt.

Doch die Weilheimerin zeigt auch Bilder voller Lebensfreude: Tanzende Kinder und Erwachsene feiern die „Weilheimer DERPART-Schule“ in ihrem Dorf. Bisher wurde in primitiven Unterständen unterrichtet, aus deren Palmblätter-Dächern die Lehrer morgens erst mal giftige Skorpione entfernen mussten. Jetzt gibt es ein Schulhaus aus Stein, ermöglicht durch die Spenden zahlreicher Weilheimer.

Zusammenarbeit mit Stiftung „Fly & Help“

Im Dezember 2017 hatte der ehemalige Reiseunternehmer Reiner Meutsch erstmals in Weilheim von seiner Stiftung „Fly & Help“ erzählt, die seit 2010 über 350 Schulprojekte weltweit realisiert hat. Die Idee, auch mit einer „Weilheimer Schule“ in einem armen Land Not zu lindern, ließ Orawetz nicht mehr los. Sie unterstützte das Projekt mit ihren beiden DERPART-Reisebüros und initiierte eine Spendenaktion. Mit ihrem Mitstreiter Gerd Veit trommelte sie genau 52 645 Euro zusammen. Damit sind neben dem Gebäude auch die Schulbänke und -tische sowie Latrinen (einfachste Toiletten ohne Spülung) finanziert.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann, der Weilheimerin Anja Böhm und Vertretern des Vereins „Aktion PiT – Togohilfe“ reiste Uta Orawetz zur Schul-Einweihung in Kagnigbara – und kam tief berührt zurück. Ihr sei aufgetragen worden, „den großen Dank der Bevölkerung an alle Weilheimer, die sich da beteiligt haben“, auszurichten. „Und den Dank“, so fügt Böhm hinzu, „spürt man sofort, wenn man ankommt“: nicht nur in der offiziellen Feier mit Tanz und Gesängen, sondern in jeder einzelnen Begegnung.

Unterricht im Zwei-Schicht-Betrieb

Rund 250 Kinder werden in der „Weilheimer Schule“ unterrichtet – in drei Klassenzimmern und im „Zwei-Schicht-Betrieb“. Zwei Jahre lang lernen sie erst einmal Französisch, die Amtssprache in Togo; daran schließen sich vier Jahre Grundschule an. Positive Folgen des Weilheimer Engagements sind schon sichtbar: Weil über 400 Kinder angemeldet wurden, habe Togos Regierung gleich gegenüber ein zweites Schulhaus dazu gebaut. Auch die laufenden Kosten – das ist Grundbedingung von „Fly & Help“ – trägt der Staat, und er sorgt für entsprechend ausgebildete Lehrer.

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Zu tun bleibt dennoch viel. Deshalb machen die Helfer aus Weilheim weiter. Als nächstes wollen sie einen einfachen Brunnen für die Schule finanzieren. Für den Bau sorgt dann die „Togohilfe“, Spenden sind direkt beim Verein (Kontakt siehe unten), aber auch in Orawetz’ Reisebüros möglich. Zudem können Patenschaften für Kinder in Kagnigbara übernommen werden. 30 Euro monatlich sind dafür nötig, „davon lebt dort im Grunde eine ganze Familie“, sagt die Initiatorin. Sie und ihre Mitreisenden haben schon jeweils eine solche Patenschaft übernommen –und hoffen nun auf weitere engagierte Weilheimer.

95 Prozent des Geldes geht direkt an die Familien, versichert Orawetz, fünf Prozent benötige die „Togohilfe“ für ihre Infrastruktur. Denn der Verein sorge mit fünf Mitarbeitern im Land auch für die nötige Kontrolle.

Informationen über die „Togohilfe“: www.aktionpit.de.
Spendenkonto: IBAN DE34  7005 3070 0031 0399 10
BIC: BYLADEM1FFB (Sparkasse Fürstenfeldbruck).

Wer Patenschaften übernehmen will, kann sich auch direkt an Uta Orawetz wenden, Telefon 0881/3000.

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