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Schwester Wendelgard war eine der letzten Schwestern im Bürgerheim.

Heilig-Geist-Spital in Weilheim

Trauer um Schwester Wendelgard

Mit ihrem Tod endet auch ein Stück Weilheimer Stadtgeschichte: Am 17. September starb im Augsburger Mutterhaus Schwester Wendelgard Wenninger mit 89 Jahren. Sie die letzte aus der langen Reihe von Schwestern, die im Heilig-Geist-Spital Dienst taten. Heute ist darin das städtische Bürgerheim.

Weilheim – Schwester Wendelgard, die mit vier Geschwistern auf einem größeren Bauernhof bei Donauwörth aufwuchs, musste bereits früh erfahren, was harte Arbeit bedeutet. Als sie 14 Jahre alt war, starb ihre Mutter und viele Pflichten lasteten nun auf ihren Schultern. Zur jungen Frau herangewachsen, verspürte sie den Ruf Gottes und trat in den Orden der Barmherzigen Schwestern ein. Nach ihrer Profess absolvierte sie im Augsburger Hauptkrankenhaus eine Ausbildung zur Krankenschwester, zu einem Beruf, der, wie sie einmal bekannte, „Kraft, Geduld und Gottes Hilfe“ brauche.

Im Januar 1985 wechselte sie vom Kreiskrankenhaus Illertissen in das Weilheimer Bürgerheim und übernahm die Leitung einer Station. 1997 musste sie diese aus gesundheitlichen Gründen in jüngere Hände übergeben. Doch vom Ruhestand war nicht viel zu spüren. Schwester Wendelgard sorgte sich weiter unermüdlich um die pflegebedürftigen Heimbewohner, denn: „Es macht mir Freude, Gutes zu tun, und solange ich noch arbeiten kann, tue ich es auch.“ Schwester Wendelgard war auf Grund ihrer ruhigen und freundlichen Art bei den Bewohnern sehr beliebt und gewann so schnell ihr Vertrauen und ihre Zuneigung. Für jeden hatte sie ein offenes Ohr und war daher eine gesuchte Gesprächspartnerin, der man die kleinen und großen Sorgen des Alters gern anvertraute. In Würdigung ihrer Verdienste verlieh die Stadt Weilheim 2002 Schwester Wendelgard und ihren drei Mitschwestern das Ehrenzeichen der Stadt. 2004 erhielten die Schwestern, die sich, auch wenn sie selbst bereits betagt waren, mit der stets gleichen Hingabe um die Bürgerheimbewohner kümmerten, den Sozialpreis zuerkannt.

Als die Schwestern 2009 in das ordenseigene Altersheim nach Dießen zogen, endete nach 126 Jahren und einem Monat der selbstlose, stille Dienst am Nächsten, der mit zwei barmherzigen Schwestern im Februar 1883 seinen Anfang genommen hatte.

Dr. Joachim Heberlein

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