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Gekleidet wie eine echte Südkoreanerin: Miriam Reindl hat sich fürs Foto eine Tracht ihres Heimatlandes angezogen. Im kommenden August kehrt sie zum ersten Mal seit ihrer Adoption in das Land ihrer Vorfahren zurück.

Sportlerin reist nach Südkorea

Rückkehr zu den Wurzeln

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Die Teilnahme an der Masters-WM im Schwimmen in Gwanju im kommenden August wird für Miriam Reindl etwas ganz Besonderes werden. Diese Reise wird für die 51-jährige Pollingerin, die für den TSV Weilheim antritt, auch eine Rückkehr zu ihren Wurzeln sein.

Polling– Während ihres Aufenthalts in Südkorea wird Reindl in der Hauptstadt Seoul das Kinderheim aufsuchen, in dem sie fünf Jahre lang lebte, ehe sie 1974 von der Familie Senff adoptiert wurde und nach Weilheim kam.

Miriam Reindl, die als Shim Myung Kim geboren wurde, war damals sieben Jahre. „Ich habe Glück gehabt, für eine Adoption war es ziemlich spät. Normalerweise wollen die Leute ja Babys haben.“ Von ihren leiblichen Eltern weiß sie gar nichts, auch ihr genaues Geburtsdatum und ihren Geburtsort kennt Reindl nicht.

Im Alter von zwei Jahren sei sie auf einer Insel gefunden worden, berichtet die 51-Jährige, und daraufhin in das Kinderheim nach Seoul gebracht worden. Wenn sie dieses im August besuchen wird, wird Kerstin Uhl, eine gute Freundin, an ihrer Seite sein. „Das wird wohl eine emotionale Sache werden“, ist sich Reindl sicher. Und da ist es nicht schlecht, jemanden an seiner Seite zu haben.

Mit ihrem Trip ins ferne Südkorea verfolgt Reindl aber auch sportliche Ziele. Bei der Senioren-WM in Gwanju im Süden des Landes will sich die 51-Jährige gegen Konkurrenz aus aller Welt behaupten. Ihren größten sportlichen Erfolg feierte sie bei der WM 2015 im russischen Kasan, als sie über 200 Meter Lagen den siebten Platz erreichte. „Dafür habe ich sogar eine Medaille bekommen“, sagt Reindl sichtlich stolz.

Nach Göteborg (2009, Riccione (2011, Montreal (2013, )Kasan (2015) und Budapest (2017) nimmt sie in Südkorea an ihrer mittlerweile sechsten Weltmeisterschaft teil. Besonders dankbar ist Reindl in ihrem Arbeitgeber und den Kollegen vom „Grillshop Sirch“ in Weilheim. „Ich habe problemlos Urlaub bekommen für die Zeit der WM“, so Reindl.

Die Titelkämpfe in Südkorea sind nicht nur weit weg, sondern auch teuer. Bislang zahlt die Pollingerin alles selbst: die Reisen, die Unterkunft, die Startgelder die Fahrten zum Training. Zur WM in Südkorea reist Reindl in Begleitung, „denn ich spreche weder Koreanisch noch Englisch, und ich habe Angst, dass ich alleine nicht klarkomme“.

Aus diesem Grund wurde die Pollingerin in ein Crowdfunding-Projekt aufgenommen, durch das ihre Teilnahme an der Masters-WM vom 8. bis 18. August finanziert werden soll. 3700 Euro benötigt Reindl hierfür, die Aktion läuft noch bis 21. Januar auf kam-on.de.

Sollte von dem Geld etwas übrig bleiben, wird es die Pollingerin dem Waisenhaus in Seoul spenden, in dem sie aufgewachsen ist. „Ich will mich nicht bereichern“, verspricht Reindl gegenüber der Heimatzeitung.

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