weilheim  

Der Stadtwald als Spardose

  • schließen

Das Konzept für ein „Ökokonto Wald“  für den Weilheimer Stadtwald erfreut den Bauausschuss. Grund: es ist ökologisch und verspricht wirtschaftlich viel. 

Weilheim – Rund 450 Hektar Wald besitzt die Stadt Weilheim. Und ein Teil davon könnte bald richtig wertvoll werden – nicht in Sachen „Holzverkauf“, sondern weil Flächen für ein „Ökokonto Wald“ zählen sollen. Flächen, die auf einem solchen Konto verzeichnet sind – wofür sie ökologisch aufgewertet werden müssen – dienen als rechnerischer Ausgleich, wenn eine Kommune neues Bauland ausweist. Denn dafür sind gesetzlich Ausgleichsflächen gefordert. Und solche zu schaffen (mitunter auch zu kaufen), das kommt mancher Gemeinde richtig teuer.

Ende 2015 hat der Stadtrat beschlossen, im Rahmen des neuen Forstbetriebsplans ein „Naturschutzkonzept“ für den Stadtwald aufzustellen (wir berichteten) und in der Folge ein „Ökokonto Wald“ zu eröffnen. Mit der Ausarbeitung wurde das Ettinger Büro „AGL – Arbeitsgruppe für Landnutzungsplanung“ beauftragt, das fast 60 Hektar Stadtwald zwischen Tankenrain und Eberfing eingehend untersucht hat. Das Ergebnis stellte der Forstwissenschaftler Prof. Ulrich Ammer am gestrigen Dienstag im Bauausschuss vor – wo es mit Freude vernommen wurde. Weilheim habe „ausgezeichnete Möglichkeiten“, für ein „Ökokonto Wald“ anzusparen, sagte Ammer (83), der bis 1999 den Lehrstuhl für Landnutzungsplanung und Naturschutz der TU München leitete. Und der Stadtwald werde dadurch zugleich „naturnäher und ökologisch besser“.

Insgesamt könnten gut 26 Hektar fürs „Ökokonto“ angerechnet werden. Dafür müsste der Anteil von Laubbäumen und Tannen (anstelle von Fichten) in einigen Bereichen merklich und dauerhaft erhöht werden. Mögliche Ausgleichsmaßnahmen sind aber auch der Rückbau von Infrastruktur im Wald oder die „Entwicklung seltener oder gefährdeter Waldgesellschaften“, etwa die Revitalisierung von Auwäldern – um nur einige Beispiele zu nennen.

Der finanzielle Aufwand dafür halte sich in Grenzen, betonte auch Forstdirektor Dr. Stephan Gampe, der Betriebsleiter des Stadtwaldes. Zwar werde die Stadt langfristig weniger durch Holzverkauf verdienen, „aber der Gewinn für die Stadt wird sicher höher sein“. Eine „Win-win-Situation“ nannte das CSU-Vertreter Klaus Gast, und Rupert Pentenrieder (BfW), der Grünreferent des Stadtrates, sprach von einem „Glücksfall“, weil dann nicht mehr landwirtschaftliche Flächen für Ausgleich herangezogen werden müssten. So befürwortete der Ausschuss einmütig das Konzept. Entschieden wird am 30. März im Gesamt-Stadtrat.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Münchener (87) prallt in Anhänger: Zwei Schwerverletzte
Zwei Schwerverletzte forderte ein Unfall bei Wielenbach. Auf der Pähler Umfahrung stieß ein Münchner (87) gegen ein landwirtschaftliches Gespann. Der Mann und seine Frau …
Münchener (87) prallt in Anhänger: Zwei Schwerverletzte
Jugendliche (14/15) sturzbetrunken unterwegs
Ins Garmisch-Partenkirchener Krankenhaus musste Freitagnacht ein 14-Jähriger aus Weilheim eingeliefert werden. Er war schwer betrunken.
Jugendliche (14/15) sturzbetrunken unterwegs
Live-Ticker: Alle Ereignisse der Region Weilheim-Schongau
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse im Landkreis Weilheim-Schongau und seinen Gemeinden? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle …
Live-Ticker: Alle Ereignisse der Region Weilheim-Schongau
Hitlergruß und geballte Fäuste: Mann übernachtet in Zelle
Ein Mann hat in Penzberg vor Polizeibeamten den Hitlergruß gezeigt und ihnen mit geballten Fäusten gedroht - er musste danach in einer Zelle übernachten.
Hitlergruß und geballte Fäuste: Mann übernachtet in Zelle

Kommentare