Gemeinsam kreativ für den Radiogottesdienst am 26. Dezember: Weilheims Kirchenmusiker Jürgen Geiger (l.) hat ein neues Gedicht von Stadtpfarrer Engelbert Birkle (r.) vertont, das Lied wird in der Messe uraufgeführt.
+
Gemeinsam kreativ für den Radiogottesdienst am 26. Dezember: Weilheims Kirchenmusiker Jürgen Geiger (l.) hat ein neues Gedicht von Stadtpfarrer Engelbert Birkle (r.) vertont, das Lied wird in der Messe uraufgeführt.

Am 26. Dezember

Weilheimer Weihnachtsklänge live im Radio

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
    schließen

Wohl um die 800 000 Menschen werden am 26. Dezember einen Weilheimer Weihnachtsgottesdienst mitfeiern – am Radio. Die „Bayern 1“-Hörer können dabei eine Uraufführung erleben, live aus der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt.

  • Nach dem ZDF-Fernsehgottesdienst 2017 hat Weilheims Stadtpfarrei erneut einen großen Medien-Auftritt
  • „Bayern 1“ überträgt am 2. Weihnachtsfeiertag einen Gottesdienst aus der Stadtpfarrkirche
  • Kirchenmusiker Jürgen Geiger hat dafür eigens einen Text von Stadtpfarrer Engelbert Birkle vertont

Weilheim – Mit „großen Auftritten“ in den Medien hat Weilheims katholische Pfarreiengemeinschaft schon Erfahrung: Im März 2017 hat das ZDF eine Messe aus der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt als Fernsehgottesdienst übertragen. Besonders berührt zeigten sich danach viele Zuschauer von einem Lied, das der Weilheimer Kirchenmusiker Jürgen Geiger eigens für diese Messe komponiert hatte – zu einem Gedicht von Stadtpfarrer Engelbert Birkle. Noch heute erhält das Pfarrbüro immer wieder E-Mails, in denen um die Noten des Stücks „Taborweg“ gebeten wird, das der erweiterte „Tonkreis“ der Pfarreiengemeinschaft damals live gesungen hatte. Die Aufzeichnung des höchst atmosphärischen Gottesdienstes ist übrigens immer noch im Internet abrufbar – unter www.zdf.fernsehgottesdienst.de oder auch www.katholisch.de.

Die Reichweite ist noch größer als im Fernsehen

Wenn nun am 26. Dezember 2020, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, der Radiosender „Bayern 1“ ein „Hochamt zum Weihnachtsfest“ live aus Weilheim überträgt, ist der Aufwand ein paar Nummern kleiner als beim Fernsehgottesdienst: War für Letzteren seinerzeit ein 25-köpfiges Fernsehteam vier Tage lang vor Ort, so genügen für den Hörfunk drei Mitarbeiter, wie Pfarrer Birkle erklärt. Die Reichweite ist aber sogar noch etwas größer als beim TV: Gerechnet wird mit rund 800 000 Hörern.

Und die dürfen sich erneut auf eine Welturaufführung aus Weilheim freuen. Stadtpfarrer Birkle, von dem bereits zwei Gedichtbände veröffentlicht wurden, hat für den Abschluss seiner Predigt wieder einen lyrischen Text verfasst – den Jürgen Geiger vertont hat. Es geht darin um den ersten christlichen Märtyrer, den heiligen Stephanus, dessen Gedenktag der 26. Dezember zugleich ist. Dessen Martyrium und die frohe Weihnachtsbotschaft zusammenzubringen, das war für die beiden Weilheimer die Herausforderung ihres Lieds. Das Ergebnis ist übrigens recht einzigartig: „Es gibt bisher so gut wie keine musikalischen Werke, die auf Stephanus Bezug nehmen“, hat Geiger bei seinen Recherchen herausgefunden.

Es singt ein Profi-Quartett um eine Weilheimer Sopranistin

Gesungen wird „stephanus“ nicht von einem heimischen Chor – das würden die Corona-Bestimmungen gar nicht zulassen –, sondern von einem Vokalquartett, das aus professionellen Sängern besteht. Mit von der Partie sind die Weilheimer Sopranistin Veronika Loy, die am Salzburger Mozarteum studiert, sowie Kerstin Rosenfeldt (Alt), Michael Birgmeier (Tenor) und Werner Rollenmüller (Bass). Neben „stephanus“, für das Geiger klassische Elemente mit modernen Rhythmen kombinierte, erklingt bei dem Festgottesdienst als weitere Uraufführung ein neues „Agnus Dei“ aus der Feder des Weilheimer Kirchenmusikers. Außerdem spielt das Trompeten- und Posaunenquartett „SchwabBrass“ um Anian Schwab, den Dirigenten der Weilheimer Stadtkapelle, weihnachtliche Weisen.

Lesen Sie hier, wer kürzlich den Weilheimer Kulturpreis 2020 bekommen hat

Nun hoffen die Beteiligten, dass die Pandemie-Lage nicht noch einen Strich durch die geplante musikalische Gestaltung macht. Zumal sie bereits viel Mühe in den Radiogottesdienst investierten: Minutiös wurde in den vergangenen Wochen der Ablauf vorbereitet, Teil für Teil ausprobiert und mit der Uhr gestoppt. Nach dem ersten Entwurf mussten noch mal acht Minuten herausgekürzt werden, um auf die vorgegebene Länge von 55 Minuten zu kommen. Das ist vergleichsweise üppig gegenüber den 45 Minuten des TV-Gottesdienstes. Gleich ist indes die Herausforderung, dass es auf die Sekunde passen muss. Auch Pfarrer Birkles Predigttext steht schon länger fest. Die Idee dazu hatte er bereits im September, nicht viel später waren „die Dinge justiert“, wie er sagt.

Viele positive Rückmeldungen

Weil im Radio „alles über Stimme und Wort geht“, sei der Anspruch vielleicht noch höher als bei der Fernsehvariante, überlegt der Geistliche. Auch die Musik ist diesmal wohl noch wichtiger. Ein eigenes Werk dafür zu schaffen, „das kann man nicht jeden Sonntag machen“, sagt Birkle voller Hochachtung für seinen Kirchenmusiker. Doch die vielen positiven Rückmeldungen nach dem Fernsehgottesdienst 2017 sind zusätzliche Motivation für die Weilheimer – auch dafür, an den Weihnachtsfeiertagen nun noch zusätzliche Proben stemmen zu müssen.

Dass sich der Einsatz lohnt, daran hat Komponist Jürgen Geiger keinen Zweifel: Er wolle „gerade in dieser komischen Corona-Zeit den Menschen etwas geben, das von Herzen kommt und vielleicht auch etwas Einmaliges ist“.

Der Radiogottesdienst

am Samstag, 26. Dezember, beginnt um 10.05 Uhr und ist live im Programm „Bayern 1“ zu hören. In der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt stehen coronabedingt nur beschränkt Plätze zur Verfügung. Pfarrer Birkle bittet die Gläubigen, die „in der Regel“ zur 9.30-Uhr-Messe kommen, am 26. Dezember um 10.05 Uhr den Gottesdienst in der Kirche mitzufeiern.

Auch interessant: Junge Weilheimer Jazzer begeistern mit starker Bigband-CD

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare