Ex-Minister der SPD gestorben: Erhard Eppler ist tot

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Der große Moment: Edith Pauckner (l.) und Alfred Aigner entlassen den Uhu in die Freiheit.

Nach Monaten wieder ausgewildert

Weilheimerin findet verletzten Uhu - und rettet ihm mit ihrem Einsatz das Leben

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Verletzt und völlig ausgehungert sitzt ein Uhu im Herbst 2017 auf dem Sportplatz beim Weilheimer Gögerl. Nur dem Einsatz seiner tatkräftigen Finderin und seines Pflegers ist es zu verdanken, dass er heute wieder fliegt.

Weilheim/Miesbach - Es ist einer dieser Momente, die Alfred Aigner klar machen, warum er das alles eigentlich tut. Aigner steht an einem der ersten warmen Tage dieses Jahres mitten im Eibenwald. Auf seinem Arm sitzt ein stattliches Uhu-Männchen, wohlgenährt, jung, topfit. Der Vogel setzt zum Sprung an, hebt ab, ist mit wenigen Schwüngen auf Höhe der Baumwipfel. Aigner atmet tief durch. Wieder hat es einer seiner Schützlinge geschafft – obwohl es für ihn zunächst gar nicht gut aussah.

Alfred Aigner ist Falkner und Betreiber der Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen in Otterfing (Kreis Miesbach). Für seinen Einsatz für verletzte Vögel ist er weithin bekannt – auch bei der Weilheimer Tierklinik. Und hier begann im September 2017 auch die Reise des Uhus vom Eibenwald.

„Er kam mir sehr leicht vor“

Alles fing damit an, dass Edith Pauckner an einem sonnigen Spätsommermorgen ihre übliche Runde mit ihrem Hund unterhalb des Gögerls in Weilheim drehte. Plötzlich fällt der Weilheimerin auf, dass ein Tier mitten auf dem dortigen Sportplatz sitzt. „Ich dachte erst, das ist eine Katze. Ich habe ja nur die spitzen Ohren gesehen“, erzählt Pauckner. Das, was sie für Ohren hält, stellt sich schnell als Gefieder heraus. Dort sitzt ein Uhu. „Er versuchte wegzuflattern, es gelang ihm aber nicht.“ Das Tier ist verletzt. Leise redend nähert sich Pauckner dem Vogel, wirft ihm schnell ihre Kapuzenjacke über und nimmt ihn auf. „Er kam mir sehr leicht vor.“ Pauckner trägt ihn in die nahe gelegene Tierklinik.

Dort konnte man mit dem Uhu „wenig anfangen“, wie sich Pauckner erinnert. Die Ärzte versicherten einen geeigneten Platz für das verletzte Tier zu suchen. Als Pauckner wieder zu Hause ist, lässt ihr der Vogel keine Ruhe. Am Abend ruft sie in der Tierklinik an, will sich nach seinem Zustand und Verbleib erkundigen. „Da hieß es, das dürfen sie aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen“, erinnert sich Pauckner und wundert sich noch heute. Schließlich erfährt sie über mehrere Ecken: Der Uhu ist bei Alfred Aigner in Otterfing gelandet.

Der Uhu nimmt sehr schnell zu

Unter Schmerzen, flugunfähig und völlig abgemagert kommt das Tier bei Aigner an. Eine Tierärztin stellt nach einer Röntgenaufnahme fest: Der Uhu ist vermutlich angefahren worden und hat einen riesigen Bluterguss, braucht Antibiotika. Außerdem wiegt er viel zu wenig. „1600 bis 3000 Gramm ist normal bei einem Männchen“, sagt Aigner. Der Uhu vom Gögerl war weit drunter.

Die nächsten Wochen hegt und pflegt Aigner das Tier in seiner Auffangstation. Pauckner erkundigt sich immer wieder nach dem Uhu, überweist monatlich 50 Euro für seine Pflege. In kürzester Zeit nimmt der Uhu fast 500 Gramm zu. Sehr schnell ist er „topfit“. Aigner müsste ihn eigentlich auswildern. Doch der raue Spätwinter macht ihm einen Strich durch die Rechnung. „Im Frühjahr findet er einfach leichter etwas zu fressen“, sagt Aigner. Heikel ist der Uhu nicht – Kröten, Mäuse, Igel sind ihm gleichermaßen recht – bei Minusgraden und Schnee tut er sich aber schwer. Also wartet Aigner die ersten warmen Tage ab – und fährt Anfang April mit dem Uhu zum Eibenwald.

Im Eibenwald wird der Vogel wieder ausgewildert

Das Naturschutzgebiet nahe Wessobrunn hat Edith Pauckner vorgeschlagen. „Ich dachte mir, zum Gögerl kann der Uhu wegen der dortigen Baustelle nicht zurück.“ Aigner stimmt zu, der Eibenwald ist für seine Uhu-Population bekannt. In den Abendstunden des 5. April ist es dann soweit: Vor den Augen seines Pflegers und seiner Finderin fliegt der Uhu zurück in die Freiheit.

„Das war ein sehr schöner Moment“, erinnert sich Aigner. Wehmütig war er keine Sekunde. 2017 hat er 143 Greifvögel und Eulen aufgenommen. Manche mussten eingeschläfert werden, andere bleiben ein Pflegefall. Die Mehrzahl aber kann Aigner wieder auswildern. Wie den Gögerl-Uhu, der jetzt im Eibenwald lebt.

sta

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