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Weilheims Bürgermeister: Auch 2022 wird ein schwieriges Jahr

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Von: Magnus Reitinger

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Bürgermeister Markus Loth
Bürgermeister Markus Loth © EMANUEL GRONAU

Knapp zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie ist Weilheim noch „weit entfernt von Normalität“. Dieses Bild zeichnete Bürgermeister Markus Loth in seiner Jahresabschlussrede im Stadtrat. Obwohl sich die städtischen Finanzen besser entwickelten als befürchtet, sei die Planung für 2022 „erneut schwierig“.

Weilheim – Weilheim wächst, das ist in den vergangenen Jahren zum geflügelten Wort geworden. Und es gilt gewiss für die aktuelle Bautätigkeit und die vielen laufenden Wohnbauplanungen. Die aktuellsten Einwohnerzahlen künden jedoch von einem übersichtlichen Wachstum: Wie Loth vergangene Woche in der Weihnachtssitzung des Stadtrates berichtete, zählte Weilheim inklusive seiner Ortsteile am 1. Dezember 2021 genau 23 406 Einwohner – das sind 13 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Hoffnung, im zu Ende gehenden Jahr die Pandemie weitgehend zu überwinden, hat sich nicht erfüllt. „Trotz Impfungen, Vorsichts- und Hygienemaßnahmen“ habe Corona kein „normales“ Jahr zugelassen, betonte der Rathaus-Chef, und auch in nächster Zukunft sei man noch weit entfernt von Normalität. „Glücklicherweise ist es dem Virus nicht gelungen, uns und unsere Stadt zum Stillstand zu bringen“, so Loths Rückblick: „Wir haben dennoch viele große und kleinere Aufgaben angepackt.“

Warteliste in Kitas so gering wie schon lange nicht mehr

Bauarbeiten wie die Neupflasterung der Kreuzgasse nannte der Bürgermeister hier ebenso wie die Beschaffung von Leih- und Dienstgeräten oder CO2-Ampeln für Schulen und Kitas. Die Platzsituation in Letzteren sei derzeit übrigens „überraschend gut“, sagte Loth: „Dank verbesserter Online-Platzvergabe, den neu geschaffenen Plätzen sowie der Flexibilität und Bereitschaft aller Träger zur Aufnahme von möglichst vielen Kindern konnte die Warteliste so gering wie schon lange nicht mehr gehalten werden.“ In der nagelneuen Kita „Sonnenäcker“ an der Hardtkapellenstraße würden gerade noch die verspätet gelieferten Türen eingebaut, dann ziehe das bislang in Containern untergebrachte „FortSchritt“-Kinderhaus dort ein.

Am Stadtbach wird im Bereich zwischen Trachtenheim und Gögerlweg der marode Holzverbau erneuert.
Am Stadtbach wird im Bereich zwischen Trachtenheim und Gögerlweg der marode Holzverbau erneuert. © EMANUEL GRONAU

Nebenan in der Hardtschule kündigt sich derweil die nächste Baustelle an: Die Grundschule „platzt aufgrund der wachsenden Schülerzahlen und der immer besser besuchten offenen Ganztagsbetreuung aus den Nähten“, so Loth. Wie die Stadt in Sachen Erweiterung vorgeht, dürfte eine der größeren Entscheidungen im Jahr 2022 sein. Als bereits konkrete Projekte fürs neue Jahr nannte der Rathaus-Chef unter anderem die nächsten Arbeiten zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes und die Erneuerung des Holzverbaus im Stadtbach zwischen Gögerlweg und Trachtenheim.

Es stehen wichtige Entscheidungen in den kommenden Wochen an

Wichtige Entscheidungen müssen in den kommenden Wochen etwa noch für die Sanierung des Stadtmuseums und für die Reparaturen an der Dachkonstruktion der seit September gesperrten Stadthalle getroffen werden. Fürs Frühjahr kündigte Loth die seit fast zwei Jahren aufgeschobene Bürgerbefragung zur „Umfahrung Weilheim“ an , während bereits am 1. Januar der Weilheimer Stadtbus „vollkommen neu“ startet – mit Elektrobussen und ausgeweiteten Fahrplänen. Die Verlegung der zentralen Haltestelle vom Herzog-Albrecht-Platz an den Unteren Graben habe den „schönen Nebeneffekt“, dass die dortige Tiefgarage entlastet werde und somit länger genutzt werden könne.

„Der Finanzbedarf für die vielen Maßnahmen und Projekte ist enorm“, betonte der Bürgermeister. Zwar hätten sich die städtischen Finanzen 2021 „nicht so schlecht entwickelt, wie wir es noch Anfang des Jahres befürchtet hatten“: Bei der Gewerbesteuer sei Weilheim „vom tiefen Tal Ende letzten Jahres wieder auf dem Berg angekommen“. Für große Sprünge reiche es dennoch nicht, so Loth, die Planungen für den Etat 2022 seien „erneut schwierig“.

Wie groß der Sanierungsaufwand für das Stadthallendach sein wird, ist noch offen. Klar ist nur, dass die Halle noch das gesamte Jahr für Veranstaltungen gesperrt sein wird.
Wie groß der Sanierungsaufwand für das Stadthallendach sein wird, ist noch offen. Klar ist nur, dass die Halle noch das gesamte Jahr für Veranstaltungen gesperrt sein wird. © Ralf Ruder

„Flexibel bleiben und die eben erst entworfenen Regelungen rasch wieder anzupassen“, das war im gesamten Jahr 2021 Weilheims Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen abverlangt – denen neben den Corona-Beschränkungen auch die Sperrung der Stadthalle zu schaffen machte. „Dass dennoch Ausstellungen, Teatro Coronato, Musikunterricht, Konzerte sowie die Ausleihe von Medien stattfinden konnten, ist unseren motivierten und einfallsreichen Mitarbeitern zu verdanken“, lobte Loth.

Ein ganzes Kapitel widmete der Bürgermeister in seiner Rede dem Thema Nachhaltigkeit. Mit der Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 habe sich die Stadt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, wofür heuer erstmals eine umfassende CO2-Bilanz erstellt werde, gefolgt von einem Energienutzungsplan. Aus der eben durchgeführten Bürgerbefragung zum Klimaschutz wolle man Handlungsschwerpunkte für die Stadt sowie Beratungs- und Beteiligungsangebote für Bürger ableiten. Ein nächster kleiner konkreter Schritt ist die Auflage eines städtischen Förderprogramms für extensive Dachbegrünung. Zudem entwerfe die Stadtverwaltung derzeit im Auftrag des Klimaausschusses „eine Strategie zur nachhaltigen und fairen Beschaffung und Vergabe“.

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