Bei der Arbeit am gemeinsamen Künstlerbuch: Kunstforum-Vorsitzende Susanne Kohler und Maler Wolf Schindler, der das „Kunstforum Weilheim“ vor 20 Jahren initiiert hat. Diese Aufnahme entstand vor dem Lockdown.
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Bei der Arbeit am gemeinsamen Künstlerbuch: Kunstforum-Vorsitzende Susanne Kohler und Maler Wolf Schindler, der das „Kunstforum Weilheim“ vor 20 Jahren initiiert hat. Diese Aufnahme entstand vor dem Lockdown.

Projekt zum Jubiläum

Weilheim: Das Kunstforum gibt‘s bald in Buchform

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Zum 20-jährigen Bestehen gibt es das „Kunstforum Weilheim“ demnächst in Buchform. 20 Mitglieder haben je 40 Originale für gemeinsame Künstlerbücher gefertigt, die im Februar vorgestellt werden. Motto: „Zeichen der Zeit“. Die geplante Ausstellung dazu kann vorerst nur digital stattfinden.

Weilheim – Genau 20 Jahre ist es her, dass 15 ortsansässige Künstler das „Kunstforum Weilheim“ gegründet haben – zunächst als unverbindliche Plattform, aus der 2011 ein eingetragener Verein wurde. „Das Fundament zu einem öffentlichen kulturellen Diskurs in dieser Region war gelegt“, blickt die heutige Vorsitzende Susanne Kohler auf das Gründungstreffen kurz vor dem Jahreswechsel 2000/2001 im Café Krönner zurück. Freilich: „Keiner wusste, wohin die Reise geht“, so Kohler weiter.

20 Jahre später ist klar: Die Reise hat nicht nur zu regem Austausch und zahlreichen Ausstellungen geführt, sondern in vielerlei Hinsicht Horizonte geweitet. „Wir haben neue Impulse gesetzt, kulturelle Räume geöffnet und mit Hilfe privater und öffentlicher Förderer Projekte realisieren können, die zur der kulturellen Vielfalt dieser Region beachtlich beigetragen haben – ein Grund zum Feiern!“, meint die Vorsitzende. Allein: Wie soll und kann man unter Pandemie-Bedingungen feiern? In einer „Zeit der globalen Krise“, so Kohler, „die uns die Zerbrechlichkeit der Welt vor Augen hält und sich ein großes verordnetes ,Schweigen’ über das kulturelle Schaffen gelegt hat“?

Auch in dieser Frage zeigt das Kunstforum Kreativität: Der Huglfinger Künstler und Kurator Thorsten Fuhrmann, seit langem eine treibende Kraft im Verein, hatte die Idee, ein gemeinsames Künstlerbuch zu gestalten. 20 der derzeit rund 60 Mitglieder folgten seiner Einladung, den „Zeichen der Zeit“ – so der Projekttitel – ihren ganz persönlichen künstlerischen Ausdruck zu verleihen. Das Ergebnis ist nicht etwa ein einzelnes Buch, das einfach vervielfältigt wird. Nein, jeder Teilnehmer hat eine Serie von 40 Arbeiten eingereicht, und so entstehen nun 40 individuell angefertigte Bücher, handwerklich gebunden und von Ilka Niederfeld aufwändig gestaltet – jedes ein Unikat mit signierten Originalwerken.

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Thematische Vorgaben gab es nicht, einzig das Format (30 auf 30 Zentimeter) und das Material Papier waren festgelegt. Von Gemälden über Collagen bis zu Fotografien und digitalen Bearbeitungen sind die Techniken und Stile so individuell wie die beteiligten Künstlerinnen und Künstler. „Manche haben eigens Serien für dieses Buch entwickelt, andere setzen sich mit der gegenwärtigen Situation in der Pandemie auseinander, wieder andere dokumentieren mit ihrem Beitrag einen Querschnitt ihres Oeuvres“, erklärt Kurator Fuhrmann. Beeindruckt zeigt sich auch die Vereinsvorsitzende Susanne Kohler: „Jede dieser Seiten lädt in einen privaten Kosmos aus Farben, Formen, Konzepten und Fragen ein, aus dem ein kreativer Geist unaufhörlich schöpft und gestaltet und eine sensible Seele ihre Balance findet.“

Zum Jubiläumsprojekt, das vom Landratsamt Weilheim-Schongau und der Stadt Weilheim unterstützt wird, gehört auch eine Ausstellung jeweils eigener Künstlerbücher von Kunstforum-Mitgliedern. Diese war für Februar/März im Stadtmuseum Weilheim geplant, muss wegen des Lockdowns nun aber verschoben werden. Das Spektrum der Arbeiten, welche die Künstler größtenteils aktuell für diese Ausstellung produziert haben, reicht vom Skizzenbuch über einen Fotoband bis zum fünf Meter langen Leporello.

Wann die Ausstellung im Museum möglich sein wird, ist noch offen. Unabhängig davon arbeitet das Kunstforum derzeit daran, dieses besondere Projekt der Öffentlichkeit digital präsentieren zu können. Dazu gehört ein Film von Wojciech Bielawski, der bereits auf der Website des Vereins abrufbar ist. Anfang Februar sollen zudem die gemeinsamen Künstlerbücher vorgestellt werden.

Weitere Informationen:

www.kunstforum-weilheim.de

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