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„Die Frauen von Troja. Der Untergang" ist keine leichte Kost, aber beeindruckend dargeboten.

Weilheimer Festspiele 2016

Wenn Schülern der Mund offen steht

Weilheim - Zu Extra-Schulvorstellungen des Theaterstücks „Die Frauen von Troja. Der Untergang“ kam auch Besuch aus der Landeshauptstadt. 

„Ein Leidenmeer, so tief“, sagt Trojas ehemalige Königin Hekabe (Yvonne Brosch) in einer Szene der Tragödie „Die Frauen von Troja. Der Untergang“. Das Stück ist derzeit im Rahmen der „Weilheimer Festspiele 2016“ im Stadttheater zu sehen. Troja ist gefallen, Hekabe und andere trojanische Frauen erwartet die Verschleppung und Versklavung durch die Griechen. Bei einer Sondervorstellung für Schüler ab der neunten Klasse machte es gestern den Eindruck, als litten die Jugendlichen mit: Zu sehen waren nachdenkliche, konzentrierte und betretene Gesichter, und manchmal spiegelte sich auch Scham in ihnen wieder – beispielsweise, als der griechische Bote Talthybios (Alexander Wagner) einer der Frauen an die Brust greift.

„Das ist schon harte Kost, die auch junge Menschen nicht kalt lässt“, sagt Festspielmacher Andreas Arneth. „Aber es ist schön, wenn ihnen manchmal der Mund offen steht.“ Die zehn Klassen, die tags zuvor in der Vorstellung (einer von insgesamt drei Schulvorstellungen) saßen, seien sogar mücksmäuschenstill gewesen. „Wenn ich da so an meine Schulzeit zurückdenke, waren wir, glaube ich, undisziplinierter.“ Bei der gestrigen Aufführung gab es auch unruhige Momente – vor allem bei Szenen, in denen die Protagonisten ungewohnt laut wurden und die Tragik dadurch umso präsenter war. Talthybios soll schließlich Andromaches Baby, das ihr nach Hektors Tod noch geblieben ist, mitnehmen, da es getötet werden soll. Als er brüllt: „Gib es her!“, reagierten manche Schüler mit erstauntem Gemurmel – und auch mit Gekicher.

Zwei Busse waren für eine Vorstellung aus München angereist – mit Schülern des Wittelsbacher und des Maximilians-Gymnasiums. Und es kamen natürlich auch Schüler aus direkter Nähe, etwa aus Weilheim und Peißenberg. Offenbar ist „Die Frauen von Troja. Der Untergang“ ein Stück, das auch bei Jugendlichen Eindruck hinterlässt. Nachdem sich die Schauspieler bei kräftigem Applaus dreimal verbeugt hatten, blieben die Schüler gestern länger sitzen als notwendig, und irgendwo fiel das Wort „Zugabe“, ehe sie den Saal schließlich verließen.

Weitere Vorstellungen

Weitere Vorstellungen von „Die Frauen von Troja. Der Untergang“ sind noch dieses Wochenende im Weilheimer Stadttheater: Heute, Samstag, 29. Oktober, um 20 Uhr – und am Sonntag, 30. Oktober, um 18 Uhr.

Text: Luca von Prittwitz 

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