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Wertschätzung für „wERDschätzung“: Bundespräsident lädt Künstler Frank Fischer ein

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Humus auf dem Kirchplatz: Frank Fischer (links) mit Besuchern einer „wERDschätzung“-Aktion in Weilheim.
Humus auf dem Kirchplatz: Frank Fischer (links) mit Besuchern einer „wERDschätzung“-Aktion in Weilheim.  © Näher

Eine Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten flattert wahrlich nicht jedem ins Haus. Zu den Auserwählten, die am 26. August im Schloss Bellevue, dem Berliner Amtssitz Frank-Walter Steinmeiers, feiern dürfen, zählt der Weilheimer Künstler Frank Fischer.

Weilheim - Zahlreiche gemeinnützige Organisationen präsentieren sich bei dem Bürgerfest im Schlosspark. Dazu werden Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die das Ehrenamt in herausragender Weise mit Leben erfüllen.“ Fischer wird damit geehrt für seine seit 2018 laufende Kunstaktion „wERDschätzung“, die ein neues Bewusstsein für die Erde, auf und mit der wir alle leben, hervorrufen möchte. In Weilheim hatte er zuletzt im Mai dieses Jahres zusammen mit der Weilheimer „Agenda 21“ in einer Kunstaktion vier Tonnen Humus auf dem Kirchplatz abgeladen und die Passanten zu „einer öffentlichen ,wERDschätzung‘“ eingeladen.

Verraten Sie uns, wie der Bundespräsident auf Sie aufmerksam wurde, Herr Fischer? Das wüsste ich auch gerne! Nein, mir ist das wirklich nicht bekannt; ich weiß von keinem Souffleur. Ich habe in Berlin nachgefragt, aber die halten sich bedeckt. Erfahren habe ich lediglich, es sei „eine Empfehlung“ abgegeben worden. Aber ich bin ja auch schon einige Jahre aktiv, insbesondere die Aktionen in München haben große Resonanz gefunden. Es gab diverse Veröffentlichungen, auch online.

Frank Fischer, Künstler in Weilheim.
Frank Fischer, Künstler in Weilheim. © privat

Wissen Sie schon, wie der Tag in Berlin ablaufen wird? Ein detailliertes Programm liegt mir noch nicht vor. Nach der Corona-Pause hat der Bundespräsident dieses Jahr wieder eingeladen, und zwar insgesamt 3000 Gäste. Vor Corona waren es wohl um die 4000. Es gibt einen Empfang mit einem kulturellen Programm – und der Bundespräsident halte Überraschungen bereit, so hieß es.

Rechnen Sie denn damit, ein direktes Gespräch mit Steinmeier führen zu können? Keine Ahnung! Das lasse ich einfach auf mich zukommen…

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Was bedeutet diese Einladung für Sie? Ich empfinde sie als eine ganz besondere Wertschätzung für die „wERDschätzung“, als eine Bestätigung der jahrelangen Arbeit. Gesehen zu werden: Das ist es doch, was man sich als Künstler wünscht und erhofft. Und nun gleich eine Wahrnehmung von höchster politischer Stelle, zumal ich in der Region um Berlin noch nie aktiv war. Als Begleiterin habe ich Frau Dr. Hildegard Kurt ausgewählt, die Co-Initiatorin des ganzen Projektes, die das „und.Institut für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit“ in Berlin leitet, das sich dafür einsetzt, ähnliche Aktionen für Nachhaltigkeit zu unterstützen. Sie ist auch die Schirmherrin meiner Aktionen, denn das Institut darf beispielsweise Spenden annehmen, die wir zur Finanzierung brauchen.

Wird diese Ehrung die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Projekte verstärken? Das ist ganz schwer zu sagen. Neue Kontakte könnten sich ergeben. Ich denke, ich werde den Tag im Schloss einfach genießen und schauen, was passiert. Intern haben wir natürlich ein Super-Feedback bekommen. Die Begeisterung der Helfer und Unterstützer ist riesig; das befeuert die Aktion. Für mich persönlich heißt es: Mach weiter! Denn die Arbeit braucht Energie und laugt auch aus. Diese Ehrung sagt mir: Go on…

Welche Projekte sind in nächster Zeit geplant? Die Gesamtaktion läuft immer weiter. Und zwar an verschiedenen Orten, etwa letztes Jahr auf der Landesgartenschau in Ingolstadt oder beim diesjährigen Frühjahrsfest der Stiftung Nantesbuch. Da bin ich dann mit 10 bis 20 Rahmen unterwegs, die die Teilnehmer irgendwo in der Landschaft auslegen, um sich mit diesem Stück Erde näher zu beschäftigen. In den Städten machen wir eher die Humus-Aktion. Da ist schon wieder einiges geplant. Ich würde ja wahnsinnig gerne in Berlin mal was machen. Aber das ist gar nicht so einfach und braucht Unterstützung vor Ort. Aber vielleicht finde ich die ja am 26. August?

Das Interview führte Sabine Näher.

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