Kinder mit Maske im Unterricht
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Die ersten Schüler sind zurück am Gymnasium (Symbolbild).

Gymnasien im Landkreis

Q12 im Wechselunterricht: Wieder (ein bisschen) Leben in den Schulen

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Die ersten Gymnasiasten sind zurück an den Schulen im Landkreis. Die Q12 wird im Wechselunterricht, also mal daheim, mal im Klassenzimmer, mit Wissen versorgt. Nicht jeder Schulleiter findet das sinnvoll.

Landkreis – Etwas einsam ist es in den Schulen derzeit schon. Kein lautes Lachen, keine ratschenden Gruppen, keine schnellen Schritte auf den Fluren. Es ist schon merkwürdig, wenn keine Kinder und Jugendlichen dort sind, wo normalerweise das Leben tobt. „Ich bin in den letzten Wochen wie ein Gespenst durch die Gänge gelaufen“, sagt Matthias Langensteiner, Schulleiter am Penzberger Gymnasium, mit einem Schmunzeln.

Seit gestrigem Montag aber herrscht zumindest wieder ein bisschen Leben in seinem Schulgebäude. Ebenso an den Gymnasien in Weilheim und Schongau. Denn die Q12-Schüler, also die Abschlussklassen, dürfen seit dieser Woche wieder wechselweise in die Klassenzimmer kommen. Alle drei Schulen haben sich dafür entschieden, die Gruppen tageweise abzuwechseln. Und so kam rund die Hälfte der Q12-Schüler am Montag in die Gymnasien, der Rest ist am heutigen Dienstag wieder da. Das erste Mal seit Dezember.

Manche Lehrer streamen ihren Unterricht

In Weilheim sind das pro Tag etwa 65 Jugendliche. Schulleiterin Beate Sitek freut sich über das Leben in der Schule. „Aber das ist eine Herausforderung für die Lehrer“, gibt sie zu bedenken. Denn die geben nun der Hälfte der Klasse normalen Unterricht, während der Rest daheim beschäftigt werden muss. Und obendrein steht ja der Distanzunterricht für alle anderen Jahrgänge der Schule auf dem Stundenplan.

Für den Wechselunterricht der Q12 gebe es unterschiedliche Vorgehensweisen, sagt Sitek. So lernt beispielsweise die Gruppe in der Schule beim klassischen Unterricht etwas Neues, während die Schüler daheim sich etwas selbst erarbeiten und Aufgaben lösen. Je nach Fach und Stoffgebiet kombinieren manche Lehrer auch normalen und Distanz-Unterricht, indem sie das Geschehen aus dem Klassenzimmer per Livestream – also Videotechnik – auch an die Schüler daheim übertragen. „Der Lehrer arbeitet dann meistens mit dem Tablet und die Schüler, die zuhause sind, können sich auch melden“, beschreibt Sitek. „Aber das erfordert vom Lehrer schon eine hohe Aufmerksamkeit.“

Penzbergs Schulleiter nicht vom Wechselunterricht überzeugt

Auch in Schongau streamen einige Lehrkräfte ihren Unterricht auf die Bildschirme daheim. „Aber das können nicht alle gleichzeitig machen, dann ist das Netz schnell überlastet“, sagt Bernhard O’Connor, Schulleiter am Welfen-Gymnasium – maximal ein Drittel der Unterrichtsstunden seien online zu verfolgen. Rund 43 Q12-Schüler sind hier nun täglich wieder vor Ort. „Es ist gut angelaufen“, sagt er über die ersten Stunden Wechselunterricht.

Auch in Penzberg klappte alles ganz gut. Nur das WLAN brach einmal zusammen. Schulleiter Langensteiner freut sich zwar über die rund 60 Abiturienten an der Schule, kann dem Wechselunterricht aber ansonsten nicht viel abgewinnen: „Ich sehe das nicht als große Verbesserung“, sagt er. Bisher waren bei den Videokonferenzen alle Schüler an Bord und bekamen den gleichen Stoff auf die gleiche Art und Weise vermittelt. „Jetzt sitzt eine Hälfte der Klasse daheim, die andere hat in der Schule Unterricht. Ich sehe da keinen Mehrwert.“ Trotzdem muss die Schule die Vorgaben umsetzen und die Hälfte der Q12 täglich ins Haus holen – „da dürfen wir nicht eigenständig entscheiden“.

Anders ist das bei der Wahl der Masken. Denn wie gehabt, müssen Mund und Nase in den Gebäuden bedeckt sein. Eine Pflicht für FFP2-Masken gibt es aber nicht. „Wir haben trotzdem an die Lehrkräfte welche ausgegeben“, sagt Langensteiner. Auch in den anderen beiden Schulen werden sie bevorzugt getragen.

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