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Das ehemalige „Tagblatt“-Gebäude wurde komplett saniert.
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Erstrahlt in neuem Glanz - vor allem innen: Das ehemalige „Tagblatt“-Gebäude wurde komplett saniert.

Nach Sanierung erste Mieter eingezogen

Wieder Leben im „Weilheimer Tagblatt“-Gebäude

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Es stand kurz vor dem Abriss, doch jetzt füllt sich das ehemalige Redaktionsgebäude des „Weilheimer Tagblatt“ wieder mit Leben: Verleger Dirk Ippen hat das Haus von Grund auf sanieren lassen, die ersten Räumlichkeiten sind bereits bezogen.

  • Das ehemalige „Tagblatt“-Gebäude wurde komplett saniert
  • 2015 sollte es eigentlich abgerissen werden
  • Die ersten Mieter sind schon eingezogen

Weilheim – Schon seit Monaten herrschte hektische Betriebsamkeit im ehemaligen „Tagblatt“-Gebäude an der Münchener Straße 1. Arbeiter werkelten an allen möglichen Stellen, schließlich musste rechtzeitig vor dem 1. Oktober alles fertig sein – dann zog im Flachbau am Parkplatz eine Zahnarztpraxis ein und vorne, in der ehemaligen Tagblatt-Geschäftsstelle zur Straße hin, die Trauerhilfe Denk.

Anfragen gibt es einige

Der Rest des Hauptgebäudes, in dem zuletzt im Erdgeschoss neben der Tagblatt-Anzeigenabteilung ein Heilpraktiker arbeitete und im ersten Stock die Redaktionsräume waren, ist ebenfalls komplett saniert worden, steht aber noch leer. „Wir haben schon einige Anfragen, aber in Corona-Zeiten warten die Interessenten erst einmal ab“, sagt Horst Hofbauer von der Firma „Immobilien Consulting“, der den Umbau betreut hat.

Ideal für Freiberufler und Startups

Innen entfaltet das Haus – technisch in jeder Hinsicht vollkommen modernisiert – nun einen ganz besonderen Charme, der nur aus einer Verbindung von alt und neu entstehen kann. Einige historische Malereien sowie die Treppe blieben bewusst erhalten. Doch neue Schallschutzfenster lassen den Straßenlärm draußen, im Keller steht eine neue Heizanlage. „Wir sind für alle möglichen Nutzungen offen“, sagt Hofbauer. Während der erste Stock eine große Fläche aufweist, sind es im Erdgeschoss viele einzelne Zimmer – beides für Hofbauer ideal für das Thema Co-Working. Dort können sich Freiberufler, kleinere Startups oder digitale Einzelgänger einmieten. Oder auch Firmen, die das Home-Office fördern, wobei die Mitarbeiter nicht daheim sitzen, sondern in kleineren Büro-Einheiten und sich so den Arbeitsweg etwa nach München sparen. Insgesamt sind es 480 Quadratmeter Fläche.

Haus wurde kurz nach dem Jahr 1900 erbaut

Dass überhaupt über die Nutzung des Gebäudes diskutiert wird, ist nicht selbstverständlich. Denn vor fünf Jahren war eigentlich klar, dass das Haus, das kurz nach dem Jahr 1900 erbaut wurde, aber nicht denkmalgeschützt ist, abgerissen wird und im Neubau das Medienhaus Weilheim (mit Tagblatt und Kreisbote) einzieht. Dieses Vorhaben des Zeitungsverlags Oberbayern bewegte vor mehr als fünf Jahren die Gemüter: Nachdem der Bauausschuss bereits zugestimmt hatte, sammelten die sogenannten „Baukulturfreunde“ Unterschriften gegen den Abriss und machten auch im Stadtrat mobil. So forderten sie einen Gestaltungsbeirat, der auch tatsächlich eingesetzt wurde.

„Es ist gut, das Haus zu erhalten“

Der Zeitungsverlag Oberbayern hätte das Haus trotzdem abreißen können. Doch man habe sich anders entschieden, sagt Hofbauer: „Wir haben das durchgerechnet: Mit Abriss und Neubau hätten wir Mietpreise verlangen müssen, die in Weilheim nicht zu erzielen sind.“ Auch ein Verkauf an einen Investor kam nicht zustande.

Weil aber Verleger Dirk Ippen mit der Zeit immer mehr Gefallen an dem historischen Gebäude fand, kaufte er es schließlich vor rund eineinhalb Jahren selbst als Privatmann und ging die Sanierung an. „Wenn man die Historie anschaut, ist es gut, das Haus zu erhalten. Es ist wirklich schön geworden“, sagte er. Und er ist optimistisch, dass dort, wo bis vor fünf Jahren noch jeden Tag eine Ausgabe des „Weilheimer Tagblatts“ erstellt wurde, schon bald wieder noch mehr neues Leben einzieht.

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