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Autorin Eva Philippon, die in Weilheim aufgewachsen ist, bei der Recherche für ihren unter Pseudonym geschriebenen Roman "Wiedersehen mit Barfleuer" - mit dem Altbürgermeister von Barfleur, Jacques Houyvet. 

Buchvorstellung "Wiedersehen in Barfleur" von Claire Bonamy

Mehr als unbeschwerte Urlaubslektüre

Weilheim/Paris - Die in Weilheim aufgewachsene Autorin Eva Philippon schrieb unter Pseudonym einen geschichtsträchtigen Roman. Dafür recherchierte sie im französischen Hafenstädtchen Barfleur. 

Anders als der Titel und das Umschlagbild – das eher an die Landschaft der Côte d’Azur erinnert – vielleicht vermuten lassen, handelt es sich bei dem Roman „Wiedersehen in Barfleur“ nicht um unbeschwerte Urlaubslektüre. Auch wenn das malerische Hafenstädtchen in der Normandie heute ein attraktives, beschauliches Reiseziel ist, so ist Barfleur auch ein geschichtsträchtiger Ort.

Die deutsche Protagonistin des Romans – Charlotte Berger, Kunsthistorikerin in Köln – sehnt sich mit gemischten Gefühlen an den Ort zurück, an dem ihr Vater vor 15 Jahren während eines Sommerurlaubes spurlos verschwand. Erst als sie ein unerwarteter Anruf aus Barfleur erreicht, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater: Ihre Cousine Sophie will ihn dort in Begleitung zweier Kinder gesehen haben. Um Gewissheit zu erlangen, reist Charlotte sofort an den Ärmelkanal.

Der Buchtitel des Romans "Wiedersehen in Barfleur".

Damit kommt sie auch ihrer eigenen Vergangenheit näher. Sie begegnet nicht nur ihrer Jugendliebe Mathieu, sondern erfährt auch, dass ihr Großvater während der Besatzungszeit eine verbotene Liebesbeziehung mit der kunstsinnigen Französin Mathilde führte, der französischen Protagonistin des Romans. Charlotte findet zufällig im Ferienhaus die verschollene Zeichenmappe ihres Vaters und stößt dabei auf ein wertvolles Ölgemälde aus der Hand des Neoimpressionisten Paul Signac, der Anfang der 1930er Jahre in Barfleur lebte und arbeitete und das Bild Mathilde gewidmet hat...

Kein Zufall hingegen ist es, wie es den beiden Autorinnen Eva Philippon und Andrea Russo – sie schrieben das Buch gemeinsam unter dem Pseudonym Claire Bonamy („guter Freund“) – gelang, aus ihrem akribisch recherchierten Geschichtsfundus die dramatische Handlung und die ergreifenden Schicksale durch Rückblenden miteinander in Beziehung zu setzen. Wie aus einem Guss liest sich der fesselnde Roman der beiden Autorinnen, die zunächst ihre Bereiche getrennt hielten: Eva Philippon, aufgewachsen mit dem Mädchennamen Eva Spensberger in Weilheim, lebt als Lektorin, Kunsthistorikerin und Personensucherin in der Nähe von Paris. Ihre vielfältige berufliche Tätigkeit und das erste persönliche Treffen mit der im nordrhein-westfälischen Oberhausen lebenden Andrea Russo waren die Inspirationsquelle für dieses Projekt. Während Philippon sich in erster Linie den landestypischen Szenen, den historischen Kapiteln rund um die französische Heldin Mathilde widmete, hat Andrea Russo aus Oberhausen sich auf die Gegenwart, den Handlungsbogen und den dramaturgischen Aufbau konzentriert – ehe die Autorinnen ihren jeweiligen Part kunstvoll zu einem vielschichtigen überzeugenden Roman zusammenführten.

Das Buch

„Wiedersehen in Barfleur“ ist erschienen bei Ullstein. Das Taschenbuch (368 Seiten) kostet 9,99 Euro. Info: www.evaphilippon.net.

von Sabine Kippenberg

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