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Die „Ortsferne Westumgehung lang“ von Weilheim würde von der B 2 abzweigen und am Brunnen (hinter der Baumgruppe) vorbei zwischen Unterhausen und dem Ortsrand von Wielenbach (rechts) zur Ammer verlaufen.

Gemeinde fürchtet diverse Nachteile 

Umfahrungspläne für Weilheim: Herbe Kritik aus Wielenbach

Gegen die geplante Ortsumfahrung für Weilheim kommt nun herbe Kritik aus dem Nachbarort Wielenbach. Laut Bürgermeister Korbinian Steigenberg würde die „Ortsferne Westumgehung lang“ für sein Dorf diverse Nachteile bringen.

Wielenbach – In Wielenbach, das etwas nördlich des Weilheimer Ortsteils Unterhausen liegt, hatte sich der Gemeinderat bereits in seiner Sitzung am 6. Dezember 2018 mit der Planung zum Bau der Umfahrung beschäftigt. Den Gemeinderäten fiel damals schon auf, dass die Variante mit der Bezeichnung „Ortsferne Westumgehung lang“ gar nicht so ortsfern ist, wie der Name vermuten lässt, jedenfalls nicht aus Wielenbacher Sicht.

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Bei dieser Variante zweigt die geplante Straße nämlich in der Nähe von Wielenbach von der Bundesstraße B 2 nach Westen ab und verläuft dann knapp am Brunnenhäuschen und am südlichen Rand der Wohnbebauung vorbei zur Ammer. Da die Umfahrung dort die Ortsverbindungsstraße, die Bahnlinie und die Ammer queren muss, sind aufwändige Über- oder Unterführungen einschließlich der dafür notwendigen Rampen mit ihren Böschungen erforderlich.

Bürgmeister Korbinian Steigenberger sieht hier mehrere Probleme. Diese Straße würde viel Fläche brauchen, die dann den Landwirten abgehen würde, sie würde die Wohnbebauung in Süden von Wielenbach durch ihren Lärm beeinträchtigen, eine Siedlungsentwicklung nach Süden verhindern und eine Barriere zwischen den beiden Dörfern bilden, die Kindergarten und Schule gemeinsam nutzen.

Wielenbacher Bürgermeister fordert Beteiligung an Umfrage

Noch schlimmer ist laut Steigenberger bei dieser Umfahrungsvariante, dass sie mitten durch das Wasserschutzgebiet läuft, das Wielenbach und Pähl mit Trinkwasser versorgt. Im Falle eines Unfalls, bei dem Schadstoffe ins Grundwasser kommen, wären fast 6000 Menschen betroffen. Besonders missfällt Steigenberger, dass in dem Plan, der der - inzwischen gestoppten - Weilheimer Umfrage beigelegt wurde, das Wasserschutzgebiet der Gemeinde Wielenbach nicht eingezeichnet ist. Es wird nur in einer Zeile knapp erwähnt, ohne dessen Bedeutung für Wielenbach und Pähl zu erwähnen, die vielen Weilheimer gar nicht bewusst sei.

Steigenberger fordert, die Wielenbacher Bürger an einer solchen Umfrage zu beteiligen, weil sie zu den Betroffenen gehören. Er rechnet damit, dass die „Ortsferne Westumgehung lang“ von fast allen Wielenbacher Bürgern abgelehnt würde.

Alfred Schubert

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