Bereits oben an der Kuppe sieht Polizeihauptkommissar Wolfgang Aubeck durch sein Lasergerät, ob der Fahrer zu schnell ist.
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Bereits oben an der Kuppe sieht Polizeihauptkommissar Wolfgang Aubeck durch sein Lasergerät, ob der Fahrer zu schnell ist.

Zu hohe Geschwindigkeit Hauptursache für Unfälle

27 Raser beim „Blitzmarathon“ im Landkreis erwischt - Österreicherin war auf B472 fast 60 km/h zu schnell

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Am Mittwoch und Donnerstag fand der bayernweite „24-Stunden-Blitzmarathon“ statt. Auch im Landkreis Weilheim-Schongau hat die Polizei fleißig kontrolliert. Bußgelder einzutreiben, war nicht die Intention der Aktion.

Update vom 22. April, 17 Uhr: Wegen des bayernweiten „Blitzmarathons“ haben die Beamten der hiesigen Polizeiinspektionen an elf Messstellen die Geschwindigkeiten kontrolliert. Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd berichtete, waren 27 Fahrer im Landkreis Weilheim-Schongau zu schnell unterwegs. „Dazu kamen sechs weitere Beanstandungen.“ Genau aufgeführt sind diese nicht – es kann vom Handy am Steuer bis hin zu einem defekten Licht alles sein. Ob die 27 Verstöße nur im Verwarnungsbereich liegen oder auch Anzeigen darunter sind, konnte die Pressesprecherin der Statistik nicht entnehmen. Nur bei einem Fall ist klar, dass er im Anzeigenbereich liegt: Eine Österreicherin wurde auf der B 472 nahe Penzberg mit 129 km/h geblitzt, erlaubt sind dort nur 70 km/h. Bayernweit haben die Polizeibeamten 7036 Verkehrssünder erwischt, teilte ein Pressesprecher des Innenministeriums mit. Das sind deutlich weniger als 2019 (10.821 Geschwindigkeitsverstöße). ff

Erstmeldung vom 21. April: Landkreis – Die zwei Streifenwagen der Weilheimer Polizei waren gestern an der Roßlaichbrücke an der B 472 bei Polling nicht zu übersehen. Die beiden Autos standen direkt neben der Straße auf dem kleinen Parkplatz an der Ammer. Nur Polizeihauptkommissar Wolfgang Aubeck war mit seinem Lasergerät hinter den Büschen und Bäumen getarnt und nicht sofort zu erkennen.

Das ist jedoch nur den örtlichen Gegebenheiten geschuldet gewesen – bewusst versteckt wurde er nicht: „Wir dürfen heute gern gesehen werden“, erklärte Polizeioberkommissar Thomas Stumpf.

Zu hohe Geschwindigkeit ist Hauptursache für (tödliche) Unfälle

Denn der bayernweite „Blitzmarathon“, der am gestrigen Mittwoch auch im gesamten Landkreis Weilheim-Schongau durchgeführt wurde, ist im Vorfeld bereits angekündigt worden. Wo die Polizeibeamten mit ihrem Laser stehen, war deswegen kein Geheimnis mehr. Und darum würde es bei dieser Aktion auch nicht gehen, erklärte Stumpf. „Wir wollen die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahren von zu hoher Geschwindigkeit aufmerksam machen.“ Immerhin ist zu schnelles Fahren nach wie vor die Hauptursache für Verkehrsunfälle mit verletzten oder gar getöteten Menschen.

Dass der „Blitzmarathon“ trotz Ankündigung und Sichtbarkeit der Beamten etwas bringt, ist sich der Polizeioberkommissar sicher. Denn die Aktion steht für Nachhaltigkeit. Genau bedeutet das, dass die Polizei mit den Verkehrssündern das Gespräch suchen will, um sie nachhaltig zu sensibilisieren und zum Nachdenken anzuregen, welche fatalen Folgen erhöhte Geschwindigkeit haben kann. Das Fahrverhalten der Menschen soll mit den Geschwindigkeitskontrollen langfristig angepasst werden, so Stumpf.

Viele Verkehrsteilnehmer fahren nicht absichtlich zu schnell

„Wir wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen und erklären, warum es so wichtig ist“, sagte Stumpf. Uneinsichtig seien dabei nur die wenigsten. „Ich mach’ das schon Jahrzehnte“, sagte Polizeihauptkommissar Christian Steuer. „Und ich wüsste nicht, dass mal jemand ausgeflippt ist oder ausfällig wurde.“ Viele der Verkehrsteilnehmer würden nicht absichtlich zu schnell fahren, erklärte Stumpf. Manche seien in Gedanken, andere achten unbewusst nicht auf das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung. Gesten gab es innerhalb von circa eineinhalb Stunden fünf Überschreitungen im Verwarnungsbereich an der Roßlaichbrücke, berichtete Steuer. Wie viele Verkehrssünder es im Landkreis insgesamt gab, steht voraussichtlich erst heute Mittag (siehe Update vom 22. April) fest. Bis zwölf Uhr wurde gestern bei Polling kontrolliert, dann haben sich die Beamten bis abends an anderen Messstellen platziert. Wo die Polizei Kontrollen durchführt, entscheidet sie selbst. „Wir messen vor allem an Unfallschwerpunkten und dort, wo es durch erhöhte Geschwindigkeiten Gefährdungen gibt“, erklärte Stumpf.

Doch nicht nur beim „Blitzmarathon“ blitzen und lasern die Polizeibeamten im Landkreis. „Wir schauen, dass wir das jede Woche machen“, so Stumpf. Dann jedoch nicht ganz so offensichtlich, wie es gestern der Fall war.

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