Ex-1860-Präsident Dieter Schneider laut Medienbericht gestorben

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Der Neubau des Westflügels ist Teil der Rathaus-Sanierung, die auf rund sechs Millionen Euro kommt. 

Wirbel im Weilheimer Stadtrat

Rathaus-Umbaus wird 250.000 Euro teurer

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Der nächste Schritt des Rathaus-Umbaus wird 250.000 Euro teurer als geplant. Er kommt nun auf 680.000 Euro. Doch nicht nur dies sorgte im Stadtrat für Diskussion. Einige Stadträte sahen sich angegriffen, weil sie das Thema „Kostensteigerung“ aufgegriffen haben.

Weilheim – Die Sanierung des in den 1930er Jahren gebauten Weilheimer Rathauses wirbelt viel Staub bei der Belegschaft auf, die sich immer wieder mit Lärm und anderen Belästigungen durch die Baustelle konfrontiert sieht – nun aber auch im Stadtrat. Auslöser dafür war ein Antrag der Stadtkämmerei, wonach die Stadträte zusätzlich 250.000 Euro für den Ausbau des Dachgeschosses an der Admiral-Hipper-Straße 18 freigeben sollten. Und ein Antrag der Fraktion SPD/FDP dazu. Die wollte wissen, warum die Kosten von 430.000 Euro auf 680.000 Euro steigen.

Stadtkämmerer Christoph Scharf machte dazu folgende Rechnung auf: In dem Dachgeschoss werden acht Arbeitsplätze in vier Räumen geschaffen. Vorerst als Ausweichquartier für die Mitarbeiter von Haupt- und Bauamt, in deren Büros die

Decken als Nächstes saniert werden, anschließend als feste Büros, denn „wir sind im Rathaus auf Kante genäht“, so Scharf.

Die vier Büros sind seinen Worten nach insgesamt 94 Quadratmeter groß, dazu kommen 38 Quadratmeter für Gang, Teeküche und WC. Bei der Gesamtfläche von 132 Quadratmetern entstehe so ein Quadratmeterpreis von 5150 Euro, bei der reinen Bürofläche von 7234 Euro. „Das ist sehr sehr viel für den Quadratmeter“, sagte Scharf. Dies sei aber der Tatsache geschuldet, dass das Dachgeschoss weder über eine Dämmung verfüge, noch der über 200 Jahre alte Dachstuhl für eine Büronutzung geeignet sei. Zudem so Scharf, werde das benachbarte Gebäude an der Admiral-Hipper-Straße 16, wo noch Gasthermen im Einsatz seien, an die moderne Energieversorgung angeschlossen. Allein das schlage mit 90.000 Euro zu Buche. „Das war 2014 noch nicht bekannt“, so Scharf. Damals sei die erste Kostenberechnung gemacht worden.

Auf die Frage der SPD/FDP-Fraktion, ob Alternativen zu dem Dachgeschossausbau geprüft worden seien, sagte Scharf: „Jein“. 2012 sei überlegt worden, das ganze Rathaus während der Sanierung auszulagern. Das hätte aber rund 600.000 Euro gekostet.

„Das ist eine dicke Kröte, die wir schlucken müssen“, sagte Ingo Remesch, Sprecher der SPD/FDP-Fraktion. Dass die Umstände nicht früher bekannt gewesen seien, „ist fragwürdig für mich“.

Für die Fraktion der Grünen monierte Alfred Honisch, dass niemand vom Architekturbüro in der Sitzung sei, um die Kostensteigerung zu erklären. „Ich frage nach der Professionalität eines Büros, wenn jetzt so viel Geld mehr ausgegeben werden muss“.

„Das ist unfair“, kritisierte Bürgermeister Markus Loth (BfW) die Äußerung von Honisch. In der Sitzung gehe es nur um die Freigabe der Haushaltsmittel. „Man wird als Stadtrat wohl noch fragen dürfen“, hielt Honisch dagegen. In diese Kerbe hieb auch Walter Weber (Freie Wähler). „Es ist unsere Pflicht nachzufragen, wenn Kosten steigen“, sagte er. Er dankte der SPD/FDP-Fraktion ausdrücklich für ihren Antrag. Weber wollte wissen, warum der neue Westflügel nicht größer gebaut wurde, wenn schon Platznot bestehe. Weil der Denkmalschutz nicht mitgespielt, so Scharf, es hätte aber auch in das Dach des Sitzungssaals eingegriffen werden müssen.

CSU und BfW sahen die Kostensteigerung um 250 000 als nicht so tragisch an. Stefan Zirngibl (CSU) sagte, „der Betrag ist nicht kriegsentscheidend“, Dr. Claus Reindl (BfW) mahnte die Kritiker, „die Kirche im Dorf zu lassen“, immerhin bringe die Investition dem Rathaus was.

Ingo Remesch war es zum Schluss noch wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Anfrage seiner Fraktion „keine Kritik an dem Büro .plan3architekten’ ist“. „Ich schätze sie alle“, so Remesch.

Eine große Mehrheit der Stadträte stimmte zu, dass in den Haushalt 2018 die Mehrkosten von 250.000 Euro aufgenommen werden.

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