+
Man sprach Englisch: Delegationsleiter Dr. G. S. Goraya (Turban) und Kollegen interessierte besonders der natürliche Waldumbau, Dr. Stephan Gampe (mit Karte) erk lärte, wie dieser im Stadtwald funktioniert.  

exkursion im Stadtwald

Wissen aus Weilheim für den Himalaya

„In Deutschland hat die nachhaltige Forstwirtschaft ihren Ursprung“, sagt Dr. G.S. Goraya aus Indien in Weiheim, und jetzt sei der Waldumbau hier wieder vorbildlich.

Weilheim – Dies war der Grund, warum eine siebenköpfige Delegation von Forstfachleuten aus dem indischen Bundesstaat Himachal Pradesh Bayern und speziell Weilheim besuchte, so der Leiter des Amts für Waldschutz in Himachal Pradesh.

Vom 7. bis 9. September war die Delegation am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim. Die im Norden Indiens, etwa 300 Kilometer nördlich von Neu-Delhi am Südrand des Himalaya-Gebirges liegende Region hat ähnliche Probleme, wie sie Bayern einst hatte und heute in neuer Form wieder hat.

In Indien liegt das Hauptproblem des Walds in der übermäßigen Abweidung durch Kühe, Schafe und Ziegen, die von den Bewohnern in den Wald getrieben werden. Ein weiteres Problem sei, dass viel Holz als Brennholz aus den Wäldern geholt werde. Der Bestand der Wälder sei daher langfristig in Gefahr, wenn keine nachhaltige Bewirtschaftung erfolge.

Diese Probleme gibt es in Deutschland nicht mehr, allerdings gibt es hier das Wild, das bei unzureichender Bejagung fast alles verbeißt, was von Natur aus aufwächst, wie in der Runde erwähnt wurde. So ist eine Naturverjüngung des Waldes nur noch möglich, wenn er durch Zäune – oder einzelne Bäume durch Gitter – geschützt werden, wie Forstdirektor Dr. Stephan Gampe den Besuchern bei einem Ausflug in den Stadtwald bei Deutenhausen erklärte.

Goraya hatte im Rahmen seines Studiums 1993 schon den Schwarzwald besucht. Dieser Besuch habe sein Interesse für die Waldwirtschaft in Deutschland geweckt. Es sei jetzt für ihn interessant gewesen, die Fortschritte beim Waldumbau von reinen Fichtenbeständen zu Mischwald zu sehen. Auch der Umweltschutz in Deutschland interessiert ihn. Besonders positiv fiel ihm auf: „Die Flüsse haben so sauberes Wasser.“

Während der dreitägigen Fachexkursion in der Region um Weilheim standen auch die Funktion von Schutzwäldern, der Hochwasserschutz und die Förderung von nachhaltiger Waldwirtschaft auf dem Anschauungsprogramm.

Laut Peter Heß vom Beratungsunternehmen „Deutsche Forst-Service-Gesellschaft“, das für die Bundesregierung arbeitet, ist es wichtig, einen finanziellen Anreiz für die nachhaltige Waldwirtschaft zu schaffen und die Fördergelder sinnvoll einzusetzen. Außerdem müssten die Erfolge kontrolliert werden. Diese Förderung erfolgt laut Heß durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die auch die Exkursion im Rahmen eines Klimaschutzprojekts finanziert hat. 

Alfred Schubert 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Über tausend Eisläufer zum Eismärchen-Start
Das Eismärchen in Penzberg läuft seit Freitag. Die Stadt meldet ein erfolgreiches Startwochenende - obwohl das Wetter so ziemlich alles zu bieten hatte von Sturm über …
Über tausend Eisläufer zum Eismärchen-Start
Bei Bahnübergang soll’s jetzt schnell gehen
Der Landkreis wird sich verstärkt für mehr Verkehrssicherheit am Bahnübergang Forster Straße in Peißenberg einsetzen. Was genau gemacht werden soll, wird noch geklärt.  
Bei Bahnübergang soll’s jetzt schnell gehen
Ein buntes Feuerwerk der Turnkunst
Beim Adventsturnen des TSV Weilheim erlebten die Zuschauer ein buntes Feuerwerk der Turnkunst. Rund 350 Kinder und Jugendliche begeisterten das Publikum.
Ein buntes Feuerwerk der Turnkunst
Im „Flow“ mit dem Klang-Erspürer
Er ist in Weilheim ein gern gesehener Gast, der Musiker Martin Kälberer. Mit seinem Soloprogramm „Suono“  trat  er wieder einmal im Stadttheater auf. 
Im „Flow“ mit dem Klang-Erspürer

Kommentare