So sieht es derzeit an der Seitzstraße aus.
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So sieht es derzeit an der Seitzstraße aus.

Vierstöckiges Verwaltungsgebäude geplant

Wohnbau Weilheim: Neuer Sitz und neue Wohnblocks im Weilheimer Norden

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Die „Wohnbau Weilheim“ hat große Pläne im Norden der Kreisstadt: Anstelle vier alter Blocks will sie zwischen Seitz- und Glanerstraße rund 60 neue Wohnungen errichten – und ein vierstöckiges Verwaltungsgebäude als neuen Unternehmenssitz.

Weilheim – Das Quartier nördlich der Kaltenmoserstraße ist quasi der Geburtsort der „Wohnbau Weilheim“: An der Steinlestraße 5-9 wurden 1950 die ersten Wohngebäude der Gesellschaft errichtet. Heute befinden sich in diesem Viertel rund 400 Wohnungen der „Wohnbau“, das ist ein Viertel des gesamten Bestandes. Zu den ältesten Bauten der gemeinnützigen GmbH, deren Gesellschafter sieben Kommunen aus dem Altlandkreis Weilheim und der Landkreis selbst sind, gehören auch vier Wohnblocks an der Seitzstraße: Sie wurden in den 1950er Jahren errichtet und gelten als „nicht mehr sanierungsfähig“. Weshalb sie demnächst durch Neubauten ersetzt werden.

So soll es in ein paar Jahren an der Seitzstraße aussehen: Zwei der L-förmigen Wohnblocks, links oben das neue Verwaltungsgebäude.

Die Planung für die Neubebauung dieses Areals steht bereits. Sie ist das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs, an dem sich drei Architekturbüros beteiligt haben. Der Sieger-Entwurf des Wolfratshausener Architekten Andreas Doktor sieht drei winkelförmige Wohngebäude an der Seitzstraße 4, 6 und 8 vor – sowie ein neues Verwaltungsgebäude für die „Wohnbau Weilheim“ auf dem Grundstück Seitzstraße 11 (siehe unten). Für die Bewohner der vier Altbauten, die dafür abgebrochen werden, werde man „rechtzeitig Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen“, versichert das Unternehmen. Für das Verwaltungsgebäude soll 2022 Baubeginn sein, die neuen Wohnhäuser folgen erst später.

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Der Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates hat die Pläne bereits einstimmig befürwortet. „Das passt gut in dieses Geviert, da spricht überhaupt nichts dagegen“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) in der Januar-Sitzung. Auch brauche die „Wohnbau“ ein „angemessenes Verwaltungsgebäude“. Der Stadtrat wird voraussichtlich in seiner öffentlichen Sitzung am kommenden Donnerstag, 28. Januar (ab 18.30 Uhr in der Stadthalle), die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Vorhaben beschließen.

Die Neubauplanung für das Quartier zwischen Seitzstraße (l.) und Glanerstraße im Überblick.

„Total klasse“ findet Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer, die mit in der Jury des Planungswettbewerbes saß, dass das vierstöckige Verwaltungsgebäude als „Null-Energie-Haus“ geplant ist. Die Dichte der drei neuen, winkelförmigen Wohnblocks sei angesichts der benachbarten Gewerbebauten „sehr gut verträglich“, betonte sie im Bauausschuss. Gut 60 Wohnungen, im Schnitt 65 Quadratmeter groß, werden dort entstehen. In den Gebäuden, die dafür abgerissen werden, sind es 41 Wohneinheiten mit einer Durchschnittsgröße von 39 Quadratmetern.

Für die Verwaltung und die neuen Wohnungen – die voraussichtlich allesamt „sozial gefördert“ sind, geplant ist ein ähnlicher Mix wie im nahe gelegenen „Lindenpark“ – ist eine gemeinsame Tiefgarage mit etwa 90 Stellplätzen vorgesehen. Zwischen dem Verwaltungsgebäude und dem nördlichen Wohnblock soll ein großzügiger Quartiersplatz entstehen, der laut „Wohnbau“ auch als „Quartierszentrum für die Mieter der umliegenden 400 Wohnungen“ gedacht ist.

Neues Verwaltungsgebäude rüstet die „Wohnbau Weilheim“ für weiteres Wachstum

Mit dem neuen Verwaltungsgebäude an der Seitzstraße richtet sich die „Wohnbau Weilheim“ auf zukünftiges Wachstum aus, wie es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft heißt. Mit aktuell 28 Mitarbeitern sei der jetzige Sitz an der Weinhartstraße „bis auf den letzten Platz besetzt“, für weitere Mitarbeiter sei dort kein Platz. Doch mit dem laufenden Neubauprogramm (119 neue Wohnungen im Zeitraum von 2013 bis 2023) wachse der Personalbedarf stetig. Allein durch dieses „natürliche Wachstum“ rechnet Geschäftsführer Markus Kleinen mit „an die 35 Mitarbeiter“ in den nächsten Jahren.

Mit dem neuen Verwaltungsgebäude an der Seitzstraße, für das 2022 Baubeginn sein soll, wäre die „Wohnbau Weilheim“ sogar für ihren Anteil an einer immer wieder diskutierten zweiten Wohnbaugesellschaft für den westlichen Teil des Landkreises gewappnet. Vorerst aber solle eine Etage des vierstöckigen Neubaus – der ein „Null-Energie-Haus“ wird – fremdvermietet werden. In dem neuen Gebäude wird neben der Verwaltung der „Wohnbau Weilheim“ auch ein zentraler Hausmeisterstützpunkt untergebracht.

Der bisherige Verwaltungssitz an der Weinhartstraße kann aus baurechtlichen Gründen nicht mehr erweitert werden. Dieses Grundstück soll zur Gegenfinanzierung des Neubaus verkauft werden.

mr

In Weilheim werden aktuell zahlreiche weitere Wohnbauprojekte diskutiert, zum Beispiel an der Römerstraße und bei St. Pölten. Auch interessant: Das Kunstforum Weilheim feiert auf besondere Art Jubiläum.

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