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Die Aluboxen sind ein Markenzeichen von „Zarges“ – und sollen es auch bleiben.

Firmen-Ehe nach fast 20 Jahren beendet

„Zarges“: „Tubesca“ wird verkauft

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Weilheim - Die in Weilheim sitzende Firmengruppe „Zarges-Tubesca“ ist nach fast 20 Jahren Geschichte. „Tubesca-Comabi“ wird nach Frankreich verkauft. „Zarges“ bleibt eigenständiges Unternehmen.

Die Firmen-Ehe im Jahr 1997 wurde als ein großer Schritt in die Zukunft gesehen: „Durch den Zusammenschluss mit der französischen Tubesca-Gruppe wird ,Zarges’ ein internationales Unternehmen und zum Marktführer in ganz Europa“, teilt der Weilheimer Hersteller von Alu-Leitern und -transportsystemen stolz in seiner Firmenhistorie mit. Doch damit ist jetzt Schluss. Das Steigtechnik-Unternehmen „Tubesca-Comabi“ – im Großraum Paris, in Noisy-le-Sec beheimatet – wird an das französische Familienunternehmen „Frénéhard & Michaux“ veräußert. Dies teilte die „Zarges-Tubesca“-Gruppe mit. Über den Kaufpreis wird Stillschweigen bewahrt.

"Sehr gute Lösung" für beide Seiten

Tom Kaiser, Geschäftsführer der Gruppe, nennt den Verkauf eine „sehr gute Lösung“ – für die Franzosen, aber auch für die Oberbayern. Dass in Frankreich nun ein gewichtiger Mitbewerber für „Zarges“ entsteht, fürchtet die Geschäftsführung nicht. „Die Produktangebote waren ergänzend, aber nicht identisch“, sagt Kaiser. „Kleinere Überschneidungen“ habe es lediglich im Leiterbereich gegeben. Zudem sei „Tubesca“ vor allem in seinem Heimatland aktiv, so Kaiser. „Zarges ist breiter aufgestellt.“ 50 Prozent des Jahresumsatzes von rund 130 Millionen Euro 2015 wurden außerhalb von Deutschland erzielt.

Warum wird die Holding aber aufgelöst? „Das ist die Natur der Dinge“, sagt Kaiser – die Gruppe gehört ins Portfolio eines sogenannten Private-Equity-Investors. Bekanntlich trennen sich diese Investment- und Fondsgesellschaften nach einiger Zeit, durchaus lukrativ, von ihren Beteiligungen. Für „Tubesca“ habe es einen Interessenten gegeben, ist zu erfahren. Noch ein Grund für den Verkauf: „,Zarges’ konzentriert sich auf Aktivitäten unter der Marke ,Zarges’“, so Kaiser.

Keine Auswirkungen auf Traditionsfirma "Zarges"

Die Gruppe hatte rund 1400 Mitarbeiter in sieben Werken und machte zuletzt etwa 230 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Trennung habe keine Auswirkungen auf die Weilheimer Traditionsfirma „Zarges“, die Firmengründer Walther Zarges 1939 von Stuttgart nach Oberbayern verlegte, betont Kaiser. Mitarbeiterzahl, Standorte und die drei Geschäftsbereiche „Steigen“, „Verpacken, Transportieren“ und „Spezialkonstruktionen“ blieben unverändert. Bei „Zarges“ arbeiten rund 730 Mitarbeiter in den drei Werken Weilheim, Dresden und Kecskemét/Ungarn. 2010 wurde der Standort Peiting trotz heftiger Proteste geschlossen.

Die Verkaufsverträge mit „Frénéhard & Michaux“ wurden im Juli unterzeichnet. Allerdings müssen die französischen Kartellbehörden dem Deal noch zustimmen. Die Übernahme von „Tubesca“ samt seiner vier heimischen Werke wird für September erwartet. Die „Zarges“-Belegschaft wurde über den Verkauf informiert, sagt Manager Kaiser. Ebenso seien Geschäftsführung und Betriebsrat einbezogen gewesen. Von Betriebsratschef Walter Hain war wegen des Werksurlaubs keine Stellungnahme zu bekommen.

Ebenfalls unbeantwortet blieben gestern Fragen an „Granville“: Das Private-Equity-Haus, dessen Muttergesellschaft in London sitzt, hält „Zarges-Tubesca“ in seinem Portfolio. Vorgängerin „Granville Baird“ hatte die Holding 2006 für 156 Millionen Euro gekauft. „Granville“ konzentriert sich auf Investitionen in mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Im Portfolio wird die deutsch-französische Gruppe noch euphorisch beworben: Darin ist von einer „Beschleunigung des organischen Wachstums“ durch mehr Produkte und Präsenz auf den Märkten genauso die Rede wie von einer „führenden Position“ auf dem Markt.

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