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In „gespannter Freude“ sehen Stadtpfarrer Engelbert Birkle (l.) und Organist Jürgen Geiger dem Gottesdienst entgegen, den das ZDF am 12. März live aus Weilheims Stadtpfarrkirche übertragen wird. Für ihn gibt es sogar ein Drehbuch. 

Weilheim 

Fernseh-Gottesdienst aus Weilheim 

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Rund 700 000 Zuschauer feiern im Durchschnitt den Fernsehgottesdienst mit, den das ZDF sonntags um 9.30 Uhr überträgt. Am 12. März werden sie ihn aus Weilheims   sehen.

Weilheim – Der  Organist von Mariae Himmelfahrt Jürgen Geiger hat dafür eigens ein Gedicht von Stadtpfarrer Engelbert Birkle vertont. Dieses mit dem Projektchor einzustudieren, ist freilich nur ein kleiner Teil der umfangreichen Vorbereitungen, von denen Birkle und Geiger im Gespräch mit unserer Zeitung berichten.

Haben Sie in den letzten Wochen schon mal bereut, dass Sie für den „ZDF-Fernsehgottesdienst“ zugesagt haben?

Pfarrer Birkle: Bereut nicht. Aber es ist eine Herausforderung, eine spannende Sache.

Wie viel Vorbereitung steckt in diesen 45 Minuten Live-Übertragung für Sie?

Pfarrer Birkle: Es hängt viel dran. Allein die Verschiebungen und Verlegungen von Gottesdiensten, um dieses Wochenende zu bewältigen...

Was wird in diesem Gottesdienst anders sein als in gewohnten Sonntagsmessen in Mariae Himmelfahrt?

Pfarrer Birkle: Wir wissen, dass er genau 44 Minuten und 30 Sekunden dauert – diese exakte Vorgabe ändert einiges. Aber im Grunde will das Fernsehen einen ganz normalen Gottesdienst übertragen. Es ist nicht der Anspruch, dass eine Gemeinde etwas ganz Besonderes macht, die Zuschauer suchen eher das Vertraute. Was schneller wird und ganz genau gehen muss, sind die Übergänge zwischen den einzelnen Messteilen. Und wirklich anders wird die Kommunionausteilung: Sie findet nur im Mittelgang statt und wird aus Zeitgründen wahrscheinlich „abgebrochen“ – und nach der Übertragung dann fortgesetzt.

Wie sieht die musikalische Gestaltung aus?

Jürgen Geiger: Wie in einem normalen Fastengottesdienst: die Musik etwas reduzierter, schlichter, orientiert an der Liturgie der Fastenzeit. Ansonsten ist einfach wichtig, dass der zeitlich abgesteckte Rahmen eingehalten wird. Da gibt es ein richtiges Drehbuch, 25 Seiten stark.

Ein wirkliches Novum für die Fernsehgottesdienste ist ja wohl, dass der Pfarrer als Dichter und der Organist als Komponist in Erscheinung treten...

Jürgen Geiger: Ja, als wir die Idee mit Pfarrer Birkles Gedicht und meiner Vertonung vorgestellt haben, war die Reaktion des Fernsehteams auch sehr positiv...

Pfarrer Birkle: Besonders schön finde ich, dass das gesprochene Wort der Predigt in Gesang mündet. Dieses Chorstück wird wie eine Zusammenfassung der Predigt sein.

Wie kam es eigentlich zu dieser besonderen Zusammenarbeit zwischen Ihnen, die ja 2015 schon in eine Uraufführung – vor den „Carmina Burana“ – auf dem Marienplatz mündete?

Jürgen Geiger: Der Anfang war ein Konzert von Johannes Enders und mir beim „Weilheimer Orgelsommer“. Das haben wir gerade vorbereitet, als ich im „Weilheimer Tagblatt“ einen Bericht über den Lyrikband von Pfarrer Birkle las, in dem auch das Gedicht „großzügigkeitsblues“ abgedruckt war. Darüber haben wir beim Konzert improvisiert – und das Publikum war begeistert. Mich fasziniert das Individuelle in Pfarrer Birkles Texten, Worte wie das „Gottdu“ oder das „Menschenda“, die Klarheit der Aussagen, aber auch, wie offen die Gedichte angelegt sind. Dadurch entsteht ein weiter Raum für musikalische Assoziationen. Wobei der „Taborweg“, der beim Fernsehgottesdienst zu hören ist, in richtiger Liedform angelegt ist – anders als das „Te Deum“, das wir auf dem Marienplatz aufgeführt haben.

Werden beim Fernsehgottesdienst die „normalen Kirchgänger“ überhaupt Platz finden, oder ist reihenweise für Ehrengäste reserviert?

Pfarrer Birkle: Meine Sorge und die Erfahrung von Fernsehgottesdiensten in anderen Orten ist, dass viele zu Hause bleiben, um ihre Kirche mal im Fernsehen zu sehen. Von daher ist meine Bitte, dass die Leute kommen und mitfeiern! Die Kameras zeigen während der Gesänge oft stark die Leute – daran merkt man, dass es der Regie auch wichtig ist, die Gemeinde dabei zu haben.

Welchen Eindruck von Weilheim sollen die Fernsehzuschauer bekommen?

Pfarrer Birkle: Beginnen wird es mit dem Marienplatz, dort wird eine Begrüßung aufgezeichnet. Es wird also auch die Schönheit der Stadt und unserer Stadtpfarrkirche zu sehen sein. Vor allem aber geht es mir darum, dass hier Menschen gemeinsam auf dem Weg sind und gemeinsam Gottesdienst feiern – so wie jeden Sonntag.

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