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Solche Schilder wurden im Landkreis Weilheim-Schongau noch nicht aufgestellt. Dennoch ist auch Weilheim-Schongau jetzt Risiko-Zone.

Nach mehreren Krankheitsfällen

Zeckenalarm im Oberland: Landkreis Weilheim-Schongau jetzt FSME-Risikogebiet

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Der Landkreis Weilheim-Schongau gilt ab sofort nicht mehr als weißer Fleck auf der Landkarte, wenn es um das von Zecken übertragene, lebensgefährliche FSME-Virus geht. Schon 2017 gab es mehrere Fälle.

Landkreis – So schön sich die Natur in diesen Tagen Spaziergängern, Ausflüglern oder im Gras tollenden Kindern präsentiert, so gefährlich kann sie für die Menschen werden, wenn sie sich nicht richtig schützen. Die Zecken sind auf dem Vormarsch, ihre Bisse können tödliche Folgen haben: „Letztes Jahr hatten wir vier Fälle von FSME, die nachweislich bei uns im Landkreis erworben wurden“, warnt Dr. Stefan Günther vom Gesundheitsamt Weilheim-Schongau.

Das Virus sei nach der sogenannten Lyme-Borreliose die zweithäufigste zeckenübertragene Krankheit in Deutschland. Rund zehn Prozent der Patienten erleiden eine Hirnhaut- und Gehirnentzündung, jeder 100. stirbt an den Folgen.

Da es keine ursächliche Therapie gibt, empfehlen die Experten neben dem Tragen von langer Kleidung und der Verwendung von Insektenabwehrmitteln in der freien Natur unbedingt eine FSME-Impfung. Für einen vollständigen Impfschutz sind laut Gesundheitsamt in der Regel drei Impfungen notwendig.

Immerhin: Knapp 55 Prozent der Kinder im Landkreis haben offenbar einen vollständigen Schutz. Das ergab zumindest 2017 eine Impfbuchkontrolle der Sechstklässler durch das Gesundheitsamt. Damit hinkt der Landkreis aber noch dem bayernweiten Schnitt hinterher, der im vergangenen Jahr bei exakt 61,8 Prozent lag. „Wer häufig und gerne selbst oder mit seinen Kindern in der Natur unterwegs ist, sollte in jedem Fall seinen aktuellen Impfschutz auf FSME prüfen und gegebenenfalls auffrischen“, fordert Dr. Günther vom Gesundheitsamt.

Die Symptome erinnern stark an die Grippe

Das zeigt offenbar Wirkung: Der Allgemeinmediziner Dr. Josef Dischl aus Weilheim hat allein in dieser Woche schon zehn bis 15 Patienten geimpft. Ihn wundert es nicht, dass die Region Weilheim-Schongau nun auch als Risikogebiet gilt. „Die Zecken machen natürlich nicht vor Landkreisgrenzen Halt“, sagt er auch mit Blick auf die Wildtiere, die als Wirte die Blutsauger überall verbreiten. Nach einem Zeckenbiss muss man seinen Angaben nach aber nicht sofort zum Arzt rennen, sondern die Bissstelle im Auge behalten. Bilde sich eine Wanderröte sei das ein Zeichen für Borreliose, die die Ärzte mit einem Antibiotikum behandeln können.

Gegen das seltenere FSME ist dagegen kein Kraut gewachsen. Für den nicht geimpften Patienten bleibt dann nur noch zu hoffen, dass die Krankheit milde verläuft. Die ersten Symptome sind laut Gesundheitsamt grippeähnlich.

Es kommt zu mäßigem Fieber (nicht mehr als 38 Grad), Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von einer Woche erleiden dann zehn Prozent der Betroffenen die bedrohliche Entzündung des Gehirns (Meningoenzephalitis), die zum Tod führen kann.

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