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Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hielt in der mit  rund 300 Gläubigen vollbesetzten Apostelkirche eine gleichwohl humorvolle wie ernste Predigt.

Glocken der Apostelkirche eingeweiht

Die Zeit der Stille ist endlich vorbei

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Weilheim - Die evangelische Gemeinde weihte am Sonntag die neuen Glocken der Apostelkirche ein. Zu Gast war Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.

Freude, Stolz und vor allem tiefe Dankbarkeit: In Weilheims evangelischer Kirchengemeinde herrschten gestern positive Emotionen pur. Kein Wunder, wurden doch pünktlich zum ersten Advent die neuen Glocken der Apostelkirche eingeweiht. Dazu war mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler eigens hoher Besuch aus München angereist.

Wie berichtet, musste die Kirchengemeinde das aus dem Jahr 1953 stammende Geläut umfassend sanieren lassen. Drei neue Glocken – benannt nach den Aposteln Paulus, Petrus und Johannes – wurden in der Karlsruher Gießerei „Bachert“ gegossen. Sie kosten zusammen etwa 45 000 Euro und wurden von drei Weilheimer Familien gestiftet. Mit dem Glockenstuhl, der Montage und den Bauarbeiten muss die Kirchengemeinde insgesamt rund 125 000 Euro aufbringen. Möglich machten die weiteren Investitionen Zuwendungen von fünf weiteren Familien, der Stadt, der Centa-Böhm-Stiftung und diverser Sponsoren.

Dementsprechend wurde im gestrigen Gottesdienst das finanzielle Engagement aller Beteiligten von Pfarrer Eberhard Hadem gewürdigt. „Ohne ihre großzügige Bereitschaft hätten wir eine lange finanzielle Durststrecke vor uns“, sagte Hadem vor allem in Richtung der anwesenden Spenderfamilien. Der Geistliche sprach wohl allen Anwesenden aus der Seele: „Das ist ein Tag der Freude.“

Am 24. Oktober waren die bisherigen Glocken der Apostelkirche nach einer kleinen Andacht endgültig abgeschaltet worden. Es sei gut, dass die knapp fünfwöchige Zeit der Stille endlich vorbei ist, bekräftigte die Regionalbischöfin in ihrer Predigt. „Glocken sind starke Symbole’“, sagte Susanne Breit-Keßler. „Sie verweisen auf Gott.“ Überhaupt seien die geistlichen Akzente, die Glocken setzen würden, in der heutigen Zeit des Unfriedens wichtig. Deren Botschaft lautet: „Nicht Terror und Gewalt, sondern Achtung und Respekt voreinander sollen uns regieren.“ Die Bischöfin machte deutlich, dass Glocken immer auch ein Symbol für Menschlichkeit und für Freude seien. „Zeiten, in denen Glocken lange schweigen, sind schlechte Zeiten“, mahnte sie.

Der allgemeinen Freude über das Geschaffene schloss sich Weilheims evangelischer Dekan Axel Piper an: Wir können dankbar sein“, sagte er, „dankbar unserem Gott.“ Sichtbares Zeichen für die in Weilheim gelebte Ökumene war Engelbert Birkle: Der katholische Stadtpfarrer sprach am Altar zusammen mit dem evangelischen Geistlichen Corvin Wellner das Gebet. Für Wellner sind die neuen Glocken gleich ein besonderer Einstand in der Apostelkirche: Der frühere Seelsorger in Kochel hatte zum 1. November in Weilheim die Stelle als Pfarrer angetreten.

Die Einweihung des neuen Geläuts endete nach dem etwa einstündigen Gottesdienst auf dem Kirchplatz: Dort rief Bischöfin Breit-Keßler jede der vier Glocken einzeln an. Bei „Johannes“ allerdings brauchte sie Geduld: Die mit 675 Kilo größte der neuen Exemplare wollte einfach nicht auf den bischöflichen Ruf hören. Was bei Breit-Keßler für eine humorvolle Erkenntnis sorgte: „Manchmal wünschen sich Glocken einen persönlichen Bezug und keinen Funkruf.“ Am Ende funktionierte es aber doch. Und nach dem ersten gemeinsamen, offiziellen Geläut fielen die katholischen Glocken von Mariae Himmelfahrt, der Pöltner Kirche und der Spitalkirche ein. Es war in Zeichen der Ökumene – und das erste große Stadtläuten in Weilheim.

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