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Im Firmensitz von „ISOG“ am Öferl in Weilheim gehen die Lichter trotz des Insolvenzverfahrens nicht aus.

Trotz Insolvenzverfahrens und Entlassungen bei der Firma aus Weilheim

Zukunft von „ISOG“ wohl gesichert

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Die Firma „ISOG“aus Weilheim hat zwar eine Sonderform des Insolvenzverfahrens beantragt und Mitarbeiter entlassen. Doch laut einer Mitteilung ist ihr Fortbestand sicher. Es wurden neue Gesellschafter gefunden.

Weilheim– Martin Sackmann, Geschäftsführer des Schleifmaschinen-Herstellers „ISOG“ (ehemals „Michael Deckel“) aus Weilheim, hatte noch im August vergangenen Jahres erklärt, sein Unternehmen habe zwar „auch schwierige Zeiten“ erlebt, schreibe aber seit 2014 schwarze Zahlen. Dass die Firma im Oktober beim Amtsgericht Weilheim eine Sonderform des Insolvenzverfahrens – ein „Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung“ – beantragte, klingt daher wie eine negative Überraschung. Sackmann begründet die negative Entwicklung mit einem „plötzlichen Liquiditätsengpass“.

Kurz vor Weihnachten gab es laut einer Pressemitteilung vom 3. Februar ein positive Wende. Es wurden die vertraglichen Grundlagen für die Zusammenarbeit mit zwei Investoren geschaffen: mit der auf Mittelstandsunternehmen spezialisierten Holding „Endurance Capital“ und mit der „Bayerischen Beteiligungsgesellschaft“. „Gemeinsam mit unseren neuen Partnern wollen wir die Sanierung vollenden und ISOG neu aufs Gleis setzen“, wird Geschäftsführer Sackmann in der Pressemitteilung zitiert. „Die Investoren sind schon jetzt mit an Bord und begleiten uns durch unseren Alltag.“

Trotz der positiven Entwicklung kam es im Januar bei ISOG zu Entlassungen. Wie Sackmann auf Nachfrage sagte, wurden 19 Mitarbeiter sozial verträglich in Abstimmung mit dem Betriebsrat freigestellt.

Im Oktober waren bei ISOG in Weilheim rund 120 Menschen beschäftigt gewesen sowie weitere 20 bei Tochtergesellschaften in Italien und China. Der Jahresumsatz wurde damals auf rund 26 Millionen Euro beziffert.

Laut der aktuellen Pressemitteilung gingen die Arbeiten bei der Firma in den vergangenen Wochen „ungebremst“ weiter. Für eine neu entwickelte Maschine, das „Schleifzentrum ISOG 24“, laufe inzwischen der Vertrieb.

Sackmann wird auch weiter an der Spitze des Schleifmaschinen-Herstellers stehen. „Wir sind überzeugt, dass keiner das Unternehmen und seine Potenziale so gut kennt wie er“, so Dr. Andreas Albath, Vorstandsvorsitzender vom Investor „Endurance Capital“. „Martin Sackmann kam ja selbst auch schon als Sanierer zu ISOG und hat seither die Restrukturierung engagiert vorangebracht.“

Das Sanierungskonzept und das Insolvenzplanverfahren würden planmäßig umgesetzt, heißt es in der Pressemitteilung. ISOG habe Anfang Januar einen Insolvenzplan bei Gericht eingereicht, so Andreas Elsäßer von der Kanzlei „Schultze & Braun“, der als Eigenverwalter bei ISOG tätig ist. Der Insolvenzplan sei mit den wesentlichen Gläubigern und den Investoren besprochen. Über ihn werde voraussichtlich in diesem Monat bei einer Gläubigerversammlung abgestimmt. Das Gericht soll den Sanierungs-Insolvenzplan dann offiziell bestätigen.

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