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Um eine Schreckschusspistole (hier ein Symbolfoto) ging es in dem Verfahren vor dem Amtsgericht Weilheim.

Zwei 19-Jährige standen vor dem Amtsgericht Weilheim

Waffengeschäft an der Berufsschule

Wegen eines Waffengeschäfts, das sie auf dem Parkplatz der Berufsschule Weilheim abwickeln wollten, mussten sich zwei 19-Jährige vor Gericht verantworten. Einer hatte dem anderen eine Schreckschusspistole verkaufen wollen.

Weilheim – Damit hatten zwei 19-Jährige nicht gerechnet. Wegen unerlaubten Führens einer Waffe mussten sich die beiden vor dem Weilheimer Amtsgericht verantworten. Das war der Schlusspunkt unter ein Verfahren, das im November vergangenen Jahres mit einem großen Polizeieinsatz an der Weilheimer Berufsschule begonnen hatte.

Auf dem Parkplatz der Berufsschule hatten sich die Burschen in der Pause am Auto des einen verabredet. Der eine wollte dem anderen eine Schreckschusspistole verkaufen, eine Art von Waffe, die im Aussehen durchaus mit einer scharfen verwechselt werden kann. Die jungen Männer hantierten ein wenig mit der Waffe herum und machten dabei auch Zielbewegungen. Dann legten sie die Pistole zurück in den Kofferraum.

Dies alles beobachtete eine Frau, dokumentierte den Vorgang anhand von Fotos und rief die Polizei. Sie hatte ein mulmiges Gefühl, da die Pistole so echt aussah und das Ganze an einer Schule stattfand. Es kam zu einem Großeinsatz von Polizeikräften. „In der heutigen Zeit muss man leider immer mit dem Schlimmsten rechnen“, sagte ein Polizeibeamter vor Gericht aus.

Die Polizei informierte die Schulleitung, sah zunächst von einer Räumung der Schule ab und machte sich auf die Suche nach den beiden Berufsschülern. Anhand des notierten Kennzeichens des Fahrzeugs konnte der eine Schüler schnell ausgemacht werden und auch der potentielle Käufer der Schreckschusspistole wurde bald gefunden.

„Ich würde die beiden als naiv bezeichnen“, sagte der Polizeibeamte, der die jungen Männer vor Ort befragt hatte. Der „Verkäufer“ gab in seiner Aufregung zwar damals zunächst an, dass er die Waffe kurz zuvor im Gebüsch gefunden und sie nur seinem Freund habe zeigen wollen. Tatsächlich hatte der junge Mann die Waffe aber offiziell ein Jahr zuvor erworben. Dies gab er dann auch unumwunden zu. „Warum wollten Sie denn unbedingt diese Waffe haben?“, fragte Jugendrichterin Claudia von Hirschfeld den Burschen, der die Pistole kaufen wollte.

Dieser hatte zwei Gründe. Zum einen wollte er an Silvester mit Leuchtraketen schießen, zum anderen wollte er gern eine Waffe in seinem Elternhaus. Er wollte sich so von Einbrechern schützen, denn in der Nachbarschaft sei schon mal eingebrochen worden, so der Angeklagte. „Ich wollte die Waffe nur zum Selbstschutz“, sagte er vor Gericht.

Die jungen Männer zeigten sich in der Verhandlung vollkommen einsichtig. Kopfschüttelnd bereuten sie im Nachhinein ihre unbedachte Tat. Sie konnten sich im Nachhinein durchaus vorstellen, dass sie damit andere Personen erschreckt hatten. „Das war alles total blödsinnig und unüberlegt“, sagte einer.

Der Besitzer der Pistole entschuldigte sich im Gericht bei dem Polizeibeamten. Auch stimmte er zu, dass die Waffe eingezogen bleibt. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft stellte die Richterin das Verfahren gegen eine Geldauflage ein. Sie begründete ihren Beschluss damit, dass die beiden jungen Männer ihre Tat eingesehen hatten und der ganze Vorgang eine naive, unüberlegte Reaktion gewesen sei. Sie berücksichtigte auch, dass die beiden noch nicht vorbestraft sind.

Jeweils 800 Euro müssen sie nun aufbringen, zahlbar in vier Monatsraten. Ein Betrag geht an die „Brücke Oberland“ und der andere an die psychosoziale Beratungsstelle der Herzogsägmühle.

Regina Wahl-Geiger

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