zweigleisiger Ausbau der Bahn

SPD lässt nicht locker

Weilheim - Partei und „Pro Bahn“ fordern zweigleisigen Ausbau der Bahn. Dabei erinnern sie Verkehrsminister Dobrindt an sein Versprechen.

 Die SPD hält an ihren Zielen fest, die Bahnlinien auszubauen, um so mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Am Freitag trafen sich die Landtagsabgeordneten Bernhard Roos und Andreas Lotte mit Kommunalpolitikern und Vertretern von „Pro Bahn“ im Weilheimer Bürgerbüro, um ihre Vorstellungen von der Zukunft der Bahn zu diskutieren.

Roos, verkehrspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, sieht in der Bahn den „umweltfreundlichsten aller Verkehrsträger“. Ihr Ausbau müsse Vorrang vor dem Ausbau des Straßenverkehrs haben. Lotte, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion, hält es für sinnvoll, eine gemeinsame Verkehrsplanung für die Metropolregion München zu machen. München brauche ein leistungsfähiges Eisenbahnnetz im Umland, vor allem für Pendler.

Norbert Moy von „Pro Bahn“ sieht die Kommunalpolitiker in der Pflicht. Sie müssten die treibende Kraft beim Bahnausbau sein. Sie dürften nicht nach dem Motto „weil die nichts kriegen, sind wir auch bescheiden“ handeln, meint er mit Blick auf die Strecke München-Mühldorf, die ähnlich schlecht ausgebaut sei wie die Strecke zwischen München und Garmisch.

Dr. Friedrich Zeller, der schon als Landrat eine Verbesserung der Ost-West-Verbindung im Landkreis und eine neue Linie nach Bad Tölz vorgeschlagen hatte, stellte angesichts der Situation am Schongauer Bahnhof „die WLD-Frage: Wann liefert Dobrindt?“ Er bezog sich auf die Versprechen des Verkehrsministers zum Bahnausbau. Der Bahnhof in Schongau sehe aus „wie Kraut und Rüben, schmuddelig, grausam“, so Zeller. Er müsse dringend saniert werden. Außerdem sollte die Strecke nach Weilheim zeitnah so ausgebaut werden, dass kürzere Fahrzeiten möglich werden.

Der Murnauer Bürgermeister Rolf Beuting kritisierte das Verhältnis zwischen Straßen- und Bahnausbau. Wenn auf 200 Straßenverkehrsprojekte fünf Schienenprojekte kämen, sei dies „kein gesundes Verhältnis“. So seien im Garmischer Raum Straßentunnel für rund eine Milliarde Euro geplant, für den zweigleisigen Ausbau der Bahn sei aber angeblich kein Geld vorhanden. Besonders beunruhige ihn, dass die Bahn Grundstücke verkaufe, die für den Ausbau der Bahn notwendig seien.

„Pro Bahn“ machte in dem Gespräch zwei weitere Vorschläge. Raisting solle zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden, um die Fahrzeiten auf der Ammerseestrecke zu verkürzen, und die Firma „Roche“ in Penzberg solle einen Bahnhof bekommen. Roos hängte noch ein Zukunftsprojekt an: Er schlägt eine Querverbindung nördlich der Alpen ab Lindau vor.

In einem Punkte sind sich alle einig: Die Kommunen müssen zukunftsorientiert denken und notwendige Flächen für Bahntrassen, Bahnhöfe und Haltepunkte in ihren Flächennutzungsplänen berücksichtigen. Wenn die Bahn solche Flächen verkaufe, müssten die Kommunen diese erwerben, um den Bahnausbau nicht zu blockieren.

Alfred Schubert

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