Die Testergebnisse sind eindeutig: Bei 23 Bewohnern des Landkreises Weilheim-Schongau wurde binnen 24 Stunden das Corona-Virus nachgewiesen.  Foto; MICHAEL KAPPELER/DPA
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Die Testergebnisse sind eindeutig: Bei 23 Bewohnern des Landkreises Weilheim-Schongau wurde binnen 24 Stunden das Corona-Virus nachgewiesen. (Symbolbild)

23 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Corona: Die zweite Welle rollt über den Landkreis Weilheim-Schongau

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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23 neue Corona-Fälle wurden dem Gesundheitsamt des Landkreises Weilheim-Schongau binnen 24 Stunden gemeldet. Damit steigt der entscheidende 7-Tages-Inzidenzwert wahrscheinlich über die kritische Marke von 35. Der Landkreis wird zum Hotspot, zahlreiche neue Regeln gelten ab Samstag.

  • Binnen 24 Stunden wurden dem Gesundheitsamt des Landkreises Weilheim-Schongau 23 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dadurch steigt die Sieben-Tages-Inzidenz höchstwahrscheinlich über den kritischen Wert von 35.
  • Das Landratsamt bereitet deswegen eine Allgemeinverfügung mit deutlich schärferen Corona-Regeln vor, die voraussichtlich ab Samstag in Kraft treten soll.
  • Unter anderem wird es eine Sperrstunde, Beschränkungen bei Feiern sowie eine Maskenpflicht im Unterricht ab der fünften Klasse sowie auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen geben.

Landkreis – Der Trend zeichnete sich bereits in den vergangenen Tagen ab, allerdings hatten die wenigsten einen solchen Sprung bei den Infektionszahlen erwartet: Zwischen Mittwoch, 12 Uhr, und Donnerstag, 12 Uhr, wurden dem Gesundheitsamt des Landkreises 23 neue Fälle von Corona gemeldet. Die betroffenen Personen wohnen in Altenstadt, Schongau, Steingaden, Iffeldorf, Wielenbach, Bernbeuren, Penzberg, Peiting, Schwabbruck und Weilheim. Das bedeutet, dass es sich nicht länger um lokal begrenzte Infektionsherde handelt, sondern flächendeckend weite Teile des Landkreises betroffen sind.

Der entscheidende 7-Tages-Inzidenzwert, der angibt, wie viele Erkrankungen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen aufgetreten sind, dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Wert von 35 überschritten haben. „Das dürfen wir allerdings nicht selbst festlegen, sondern müssen abwarten, bis uns das RKI das offiziell mitteilt“, sagte Landkreis-Pressesprecher Hans Rehbehn am Donnerstagabend. Er rechnet damit, dass die offizielle Inzidenzzahl am Freitagmorgen vorliegen wird. Im Landratsamt bereitet man derweil schon einmal eine Allgemeinverfügung vor, die die strengeren Corona-Regeln zusammenfassen soll und am Samstag in Kraft treten würde, wenn der Schwellenwert von 35 Fällen überschritten wird.

Sperrstunde ab 23 Uhr, maximal zehn Teilnehmer bei privaten Feiern

Das hat weitreichende Konsequenzen für das öffentliche Leben im Landkreis. Gestern beschloss das Kabinett der Bayerischen Landesregierung eine spürbare Verschärfung der Corona-Regeln. Steigt der Inzidenzwert über 35, gilt in Gaststätten eine Sperrstunde von 23 Uhr. Dazu kommt ein nächtliches Verbot, Alkohol zu verkaufen und auf öffentlichen Plätzen zu konsumieren. Wer sich jetzt denkt ,dann feiern wir halt Zuhause’ – private Feiern und Kontakte werden generell auf zehn Teilnehmer oder die Mitglieder zweier Haushalte beschränkt. Mehr Gäste sind auch bei Feiern in Gaststätten und Hotels laut der Neuregelung nicht mehr erlaubt.

Auch für die Schüler bedeutet das Überschreiten des Inzidenzwertes von 35 drastische Einschränkungen. Wie die Landesregierung mitteilte, gilt in Kommunen, die diesen Wert überschreiten, eine Maskenpflicht auch im Unterricht für Schüler ab der fünften Klasse.

Maskenpflicht auf stark frequentierten Plätzen und in öffentlichen Ämtern

Auch auf stark frequentierten Plätzen sowie in öffentlichen Ämtern und bei Kulturveranstaltungen gilt ab einem Wert von 35 eine Maskenpflicht. Noch ist allerdings unklar, welche Plätze im Landkreis vom Landratsamt als „stark frequentiert“ eingestuft werden. Die genaue Liste soll am heutigen Freitag vorgelegt werden.

Bei Kulturveranstaltungen darf der Mund-Nasen-Schutz dann auch auf dem Platz nicht mehr abgenommen werden. Die Allgemeinverfügung, die am Samstag in Kraft treten würde, soll vorerst sieben Tage lang gelten. Sinkt in diesem Zeitraum der Inzidenzwert unter 35, werden die Maßnahmen aufgehoben, steigt er über 50, werden sie weiter verschärft.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind im Landkreis Weilheim-Schongau 545 Personen mit einem positiven Test auf Covid-19 gemeldet worden. Davon sind 483 Fälle wieder genesen, drei Menschen verstarben. Aktuell befinden sich 59 positiv getestete Personen in Quarantäne.

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