Da ist er: Der „da Vinci Xi“ wurde am Montag im Krankenhaus Weilheim unter anderem von (v.l.) Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Weilheims Ärztlichem Direktor Prof. Andreas Knez und Chefarzt Prof. Reinhold Lang vorgestellt. Im Bild zu sehen sind rechts der Patientenwagen mit Operationsarmen und der Rechnerturm.
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Da ist er: Der „da Vinci Xi“ wurde am Montag im Krankenhaus Weilheim unter anderem von (v.l.) Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Weilheims Ärztlichem Direktor Prof. Andreas Knez und Chefarzt Prof. Reinhold Lang vorgestellt. Im Bild zu sehen sind rechts der Patientenwagen mit Operationsarmen und der Rechnerturm (Mitte).

Millionenteure Anschaffung

Operieren per Controller: Zweiter OP-Roboter für Krankenhaus GmbH

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Kleinere Narben, weniger Schmerzen und kürzere Krankenhausaufenthalte: Ein neuer OP-Roboter in Weilheim soll all das möglich machen. Die Millionen-teure Anschaffung wurde am Montag vorgestellt. Doch trotz modernster Technologie: Ohne Arzt geht nichts.

Weilheim – Vor eineinhalb Jahren hat die Krankenhaus GmbH des Landkreises schon Maßstäbe gesetzt: Damals schaffte sie den ersten Chirurgie-Roboter in Südbayern an, mit dessen Hilfe Knie- und Hüftgelenke ersetzt werden können. Und dieser eingeschlagene Weg wird fortgesetzt. Am Montag wurde der nächste Roboter der GmbH im Weilheimer Krankenhaus vorgestellt: „da Vinci Xi“ heißt der Neuzugang. Und der ist wie sein Namensgeber ein Universaltalent.

Der Roboter kann in verschiedenen Bereichen der minimalinvasiven Chirurgie – der sogenannten Schlüssellochtechnik – eingesetzt werden. Professor Reinhold Lang, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, hat Schulungen, Trainings und Probeläufe für den Umgang mit dem Roboter absolviert. Dann durfte er auch Patienten mit Hilfe der Technik versorgen – Eingriffe an der Leiste und am Darm klappten bereits reibungslos. Operationen sind unter anderem auch an der Schilddrüse, der Speiseröhre und dem Magen möglich. Aber auch in den Bereichen Gynäkologie und Urologie will das Krankenhaus künftig auf den „da Vinci Xi“ setzen.

Patienten müssen keine Zuzahlung leisten

Den haben sich der Landkreis und die GmbH einiges kosten lassen: „Der Listenpreis beträgt mehr als zwei Millionen Euro“, sagte GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Die Krankenkassen honorieren den Einsatz der Technik finanziell nicht – sie bezahlen für die OPs stets den gleichen Betrag, egal ob mit oder ohne Roboter-Einsatz. Trotzdem muss kein Patient eine Zuzahlung leisten, egal, wie er versichert ist. Die Technik sei „für alle Bürger des Landkreises und darüber hinaus“, sagte Lippmann. „Jeder Steuer-Euro, den wir hier investieren, kommt beim Bürger an.“

Weilheim sei das erste kommunale Krankenhaus im südlichen Oberbayern, das auf die weltweit neueste Generation der Chirurgie-Robotik setze – und zwar in Kooperation mit dem Klinikum Rechts der Isar in München, das mit dem „da Vinci Xi“ bereits gute Erfahrungen gemacht habe. Insgesamt gibt es rund 170 solcher Roboter in ganz Deutschland.

Der Arzt gibt vor, der Roboter macht es nach

Der „da Vinci Xi“ besteht aus drei Teilen. Zum einen gibt es den Patienten-Wagen mit den Operationsarmen, an denen die Instrumente und eine Kamera befestigt werden. Zudem gibt es die Chirurgen-Konsole, an der der Operateur sitzt und die Arme steuert. Der Arzt gibt genau vor, was der Roboter machen soll – seine Bewegungen werden über das dritte Element, den Rechnerturm, in Echtzeit an die Arme weitergegeben. Dank der Kamera sieht der Arzt den zu operierenden Bereich dreidimensional und zehnfach vergrößert. So kann er genauer arbeiten. Er verletzt weniger Gefäße und Nerven. Für den Patienten bedeutet das weniger Schmerzen, einen geringeren Blutverlust, kleinere Narben und eine schnellere Heilungszeit.

Lippmann ist überzeugt, dass die Patienten dem neuen Roboter vertrauen. Schon beim ersten „fragten sie aktiv danach“, sagte er. Fast 300 Operationen hat der bereits unterstützt - bei einer war die Heimatzeitung live dabei. „Die Erfahrungen sind durchweg positiv.“

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