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Bauland wird die derzeit für Maisanbau genutzte Fläche zwischen Pöltner Kirche, Geistbühelstraße und Bahnlinie in der Au.
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Das Plankonzept zeigt, wie das Areal mittelfristig bebaut werden könnte – wobei die eingezeichneten Baukörper hier nur „Platzhalter“ sind, die konkrete Gestaltung steht noch aus. Rechts unten in der Skizze sind die bereits bestehenden Neubauten südlich der Kirche zu sehen, daneben könnten insgesamt neun weitere Wohnblöcke, je drei um einen Hof gruppiert, entstehen. Direkt an der Bahnlinie (li.) ist eine Kita geplant – die wohl als erstes realisiert wird.

Zwischen Pöltner Kirche, Au und Geistbühelstraße

„Das kann eine Modellsiedlung werden“

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Für die geplante Bebauung des großen Angers zwischen Pöltner Kirche, Au und Geistbühelstraße gibt es ein erstes Konzept: In neun vierstöckigen Gebäuden, je drei um einen Hof gruppiert, könnten insgesamt 270 Wohnungen entstehen. Auch ein Stadtpark und eine Kita sind vorgesehen. Im Rathaus spricht man von einer „großen Chance für Weilheim“.

Weilheim – „Das ist eine Fläche, mit der man sehr viel anfangen kann“, sagte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt,als sie vergangene Woche im Bauausschuss des Stadtrates das Plankonzept für einen Bebauungsplan „Nördlich der Geistbühelstraße“ vorstellte –für jenen großen Anger, auf dem zurzeit noch Mais angebaut wird. Auf dieser Fläche könne – und müsse – eine andere Bebauung realisiert werden „als bisher gewohnt“. Man habe die Chance, dort umzusetzen, was bundesweit gefordert werde: mehr und dichteren Geschosswohnungsbau, begrünte Dächer, innenstadtnahes, „eventuell autoreduziertes“ Wohnen samt ökologischer Mobilitätskonzepte. Verwirklicht werden soll das Ganze über einen Investor, dem entsprechende Vorgaben zu machen seien.

Zudem will die Stadt an der Bahnlinie eine neue Kindertagesstätte (Kita) errichten. „Das muss kein konventioneller Bau werden“, erklärte Roppelt, beispielsweise könnte man die Kita in einen Grünwall einbetten. Und ein rund 60 Meter breiter Teil des Angers, direkt unterhalb der Kirche St. Pölten, soll – von der Regierung üppig bezuschusst – ein öffentlicher Stadtpark werden. Die Stadtbaumeisterin sprach von „hochwertigen Grünflächen, für alle nutzbar“.

Während eine frühere Studie eine Mischung aus Reihenhäusern und Wohnblöcken vorschlug, plant man jetzt reinen Geschosswohnungsbau, um möglichst viele Wohnungen zu schaffen. „Das entspricht den heutigen Bedürfnissen“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW). „Wir können es uns nicht mehr leisten, weiter in der bisherigen Menge Einfamilienhäuser auszuweisen“, konstatierte BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek.

Möglich wären auf dem Areal insgesamt neun viergeschossige Wohnblöcke, je drei davon um einen autofreien Hof gruppiert, darunter jeweils Tiefgaragen. Alles in allem würden so rund 270 Wohnungen entstehen; 30 Prozent davon müssen für Personen und Familien mit Förder-Anspruch vergünstigt zur Verfügung gestellt werden. Einen gesamten Wohnblock würde laut Roppelt die Herzogsägmühle gern für Wohngemeinschaften belegen.

Betont wurde im Rathaus, dass die Bebauung des Angers „nicht auf einmal“ realisiert werde: „Das zieht sich über Jahre.“ Im ersten Abschnitt werden wohl auf der Ostseite die voraussichtlich viergruppige Kita und im westlichen Teil eines der Wohnblock-Ensembles gebaut. Dort müsse der Investor auch die sozialvergünstigten Wohnungen schaffen, die im Zuge der benachbarten, bereits fertiggestellten Bebauung des „Dietmayr-Angers“ gefordert, aber noch nicht realisiert wurden.

Bei der Vorberatung im Bauausschuss kam das Gesamtkonzept gut an. Höheres Bauen sei „das Gebot der Stunde“, und da das Areal bisher intensiv landwirtschaftlich genutzt werde, könne die Stadt durch die vorgestellte Gestaltung und einen Park „nur gewinnen“, sagte Claus Reindl (BfW): „Das kann eine Modellsiedlung werden.“ „Weiter so mit der Planung!“, befand FW-Vertreterin Romana Asam kurz und knapp. Auch Michael Lorbacher (SPD) gefällt das Konzept „grundsätzlich gut“; er wünscht sich allerdings, dass die Gebäude zum geplanten Park hin nicht in so strenger Linie stehen.

Stefan Zirngibl (CSU) sieht in diesem Baugebiet „eine sehr große Chance für Weilheim“ – vor der Bebauung müsse jedoch die Verkehrssituation geklärt werden: „Es darf nicht passieren, dass wir dort in Verkehr absaufen.“ Ob an der Kreuzung Geistbühelstraße/Pollinger Straße beispielsweise eine Ampel helfe, sei fraglich. Grünen-Sprecher Alfred Honisch fragte an, ob am Bahnübergang bei der Au eine Unterführung denkbar sei. „Das liegt an der Bahn“, antwortete Bürgermeister Loth, doch die Chance sei wohl gering. Eine gestalterische Bitte äußerte Uta Orawetz (CSU): Die geplanten Tiefgaragen sollten „wirklich in der Erde verschwinden“ – es dürfe „nicht so gruselig ausschauen“ wie bei den bereits stehenden Neubauten am „Dietmayr-Anger“.

Der Bauausschuss stimmte dem Plankonzept einhellig zu, zur Beschlussfassung kommt es am morgigen Donnerstag im Stadtrat. Bei einem „Ja“ wäre der nächste Schritt dann die Aufstellung eines konkreten Bebauungsplans – in dem die Stadt, wie Honisch sagte, „mutig vorandenken“ müsse.

Die Stadtratssitzung

beginnt morgen, Donnerstag, 26. September, um 19 Uhr im Rathaus. Neben dem Konzept für das Gebiet „Nördlich der Geistbühelstraße“ geht es u.a. um die Entwicklung des städtischen Haushalts 2019.

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