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Prägnant: Der moderne Anbau an die Röntgen-Mittelschule in Weilheim zieht die Blicke auf sich. 

Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule

Alle haben ihre Hausaufgaben gemacht

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Weilheim - Die neue Außenansicht ist eine Seite der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule. Die andere ist die Innensicht, von der Schulleiter Bernhard Bürger in der Schulverbandsversammlung berichtete. 

 Bernhard Bürger, Leiter der Weilheimer Mittelschule, war voll des Lobes für die Bürgermeister der Schulverbandsgemeinden und die Architekten, als er vom Leben in der für 6.1 Millionen Euro sanierten Schule berichtete. Kurz nach Fertigstellung seien „Leute von der Straße gekommen“, um sich das Gebäude auch von innen anzusehen, sagte er. Die Schüler fühlten sich wohl, was auf ihr Benehmen durchschlage, bei Lehrern sei die Schule sehr beliebt für Fortbildungen. „Wir sind für die Zukunft bestens gerüstet“, so Bürger.

In die Mittelschule gehen Burschen und Mädchen aus neun Orten. Unter ihnen sind rund 40 Migrantenkinder. Die Integration der Jugendlichen laufe über „eine Handvoll externer Ehrenamtlicher“, so Bürger. Ein früherer Lehrer habe zudem seine Pensionierung unterbrochen, um die jungen Leute zu unterstützen. Sie erhalten zwei bis fünf Stunden Deutschunterricht in der Woche. Da die Schule nur eine Übergangsklasse mit 20 Plätzen habe, werden die anderen Kinder auf die Klassen verteilt.

Wie Bürger sagte, sind die sozialen Verhältnisse vieler Familien der insgesamt rund 550 Schülerinnen und Schüler nicht einfach. Sowohl die Jugendsozialarbeit als auch die Begleitungen beim Einstieg in den Beruf „sind voll ausgelastet“. Etwa bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche oder auch beim Schlichten von Streitereien und bei Mobbing. Auch darüber, dass einige Schüler Drogen nehmen und zu viel Alkohol trinken, müsse man sich im Klaren sein. Aktuell gebe es keine derartigen Vorfälle, vor drei, vier Monaten habe die Schule aber einen Hinweis der Polizei erhalten, dass sie besonders aufpassen solle.

Architekt Fritz Weinberger vom Büro „plan3architekten“ in Schongau, ging auf die gut dreijährigen Bauarbeiten ein, die ursprünglich nur eine energetische Sanierung sein sollten. Er bedankte sich bei den Lehrern, da die Arbeiten bei laufendem Betrieb erfolgt seien. Die Entscheidung, die Schule mit der Abwärme des Krankenhauses zu heizen, sei ein „Quantensprung“ zum Energieeinsparen gewesen, sagte er. Es bestehe noch Kapazität, auch die „Schule am Gögerl“ anzuschließen.

Weinberger war aber auch stolz darauf, dass die Kosten im Rahmen geblieben sind, sie lägen weit unter den offiziellen Baupreisindizes. So gilt laut Weinberger für Neubauten ein Richtwert von 365 Euro pro Kubikmeter umbautem Raum, bei der Mittelschule sei ein Wert von 325 Euro ereicht worden, für den Quadratmeter Nutzfläche liegt der Richtwert demnach bei 500 Euro (erreicht: 205 Euro). Bei der Sanierung von Altbauten lägen die Richtwerte bei 236 Euro pro Kubikmeter (erreicht; 167 Euro) und bei 1220 Euro für die Nutzfläche (erreicht: 652 Euro). Und so meinte Weilheims Bürgermeister Markus Loth: „Es funktionierte alles sehr gut, weil jeder seine Hausaufgaben gemacht hat“.

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