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Dürre Äste weisen darauf hin, dass mit einem Baum an der Stadtmauer etwas nicht stimmt.

Baustellen Am Riss

Der Kampf der Bäume

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Weilheim - Schwere Maschinen, Betonreste im Boden und direkte Beschädigungen: Die Bäume in der Grünanlage Am Riss leiden seit Jahren unter Baustellen. 

Die Grünfläche Am Riss in Weilheim ist ein kleiner Park mitten in der Stadt: An der Stadtmauer stehen Bänke und auf der Wiese stehen mächtige Bäume. Oder muss es bald heißen: Dort standen Bäume? Die Baumsachverständigen der Stadtwerke jedenfalls sehen schwarz. In einer Antwort auf eine Anfrage von Grünen-Stadtrat Eckart Stüber heißt es: „Definitiv hat die Baustelle, deren Einrichtung sowie die Nutzung als Lagerplatz Anteil an den Vitalitätsproblemen der Bäume. Es werden auch die anderen Bäume auf dieser Fläche in den nächsten Jahren mit den Folgen zu kämpfen haben“, heißt es in der Stellungnahme der Fachleute.

Mit den „anderen Bäumen“ sind diejenigen gemeint, die dort nach dem Absterben der Trauerweide und der Hängebuche noch stehen. Das viel diskutierte – und betrauerte – Ende der beiden Bäume waren der Auslöser für Stübers Anfrage an Bürgermeister Markus Loth. Auf die erhielt er nach mehreren Wochen persönlich eine Antwort und nicht wie üblich in solchen Fällen im Rahmen einer öffentlichen Stadtratssitzung.

Laut Stadtwerke war die Standfestigkeit der Weide durch den Befall mit einem Pilz gefährdet, weswegen sie gefällt wurde. Stüber hätte es lieber gesehen, wenn der Baum weit zurückgeschnitten worden wäre, um neu austreiben zu können. Die Hängebuche ist laut Stadwerke nicht mehr zu erhalten. Grund dafür: „Ihr wurde vermutlich im Verlauf der Bauarbeiten am Stammfuß auf mehr als der Hälfe ihres Stammes die Rinde abgeschlagen“, deswegen habe sich der Baum nicht mehr mit Nährstoffen und Wasser versorgen können und sei abgestorben. Zudem sei während der Bauarbeiten stetig Wasser, „das mit Betonresten verunreinigt war, im Boden versickert“. Im Übrigen, so heißt es in der Stellungnahme der Stadtwerke weiter, wurden nahezu alle Bäume auf der Fläche „trotz Stammschutz abgegraben“. Bis zum Stamm der Bäume sei zudem Material wie Paletten mit Steinen gelagert worden. Ganz zu schweigen von den dort abgestellten Maschinen.

Laut Stüber wird die Fläche am Oberen Graben seit Beginn der Altstadtsanierung 2009 als Abstellplatz und für Baustelleneinrichtung genutzt. Dadurch, so sein Verdacht, habe sich der Boden so verdichtet, dass die Bäume, „die über 50 Jahre andere Bedingungen gewohnt waren“, nun mit einem Vitalitätsverlust darauf reagieren.

Nach Ansicht der Stadtwerke wäre zu überlegen, ob nicht die gesamte Fläche neu gestaltet werden muss und der verdichtete und mit Betonresten verunreinigte Boden ausgetauscht wird. „Um die entfernten Bäume annähernd wieder ersetzen zu können“, sollten neue große Bäume gepflanzt werden.

Wie könnte die Fläche gestaltet werden?

Ob diese Idee zum Tragen kommt, wird sich am kommenden Dienstag, 8. November, in der Sitzung des Bauausschusses (9.30 Uhr/Großer Sitzungssaal im Rathaus) zeigen. Dann soll beraten werden, wie die Grünfläche Am Riss gestaltet werden könnte.

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