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Zwei Personen, ein Sketch: Martin Rassau (rechts) und Volker Heissmann liefen mit ihren sprachlichen Missverständnissen zur Höchstform auf. 

Heissmann und Martin Rassau in der Stadthalle

Bewährter Humor, lebendig und zündend

Weilheim - Volker Heissmann und Martin Rassau sind vor allem als „Waltraud und Mariechen“ bekannt. In der Stadthalle zeigten sie aber mehr als die beiden Figuren.

Seit gut 25 Jahren treten die beiden fränkischen Komödianten Volker Heissmann und Martin Rassau gemeinsam auf. Die von ihnen verkörperten Damen „Waltraud und Mariechen“ sind aus der Fastnacht in Franken kaum wegzudenken. Am Montagabend waren sie mit ihrem aktuellen Programm, „Unterhaltungsabend“ in der Weilheimer Stadthalle.

Dabei bot das Duo bewährten Humor und echte Entertainerqualitäten. Während die bunte und oft sinnfreie Abendgala aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen immer mehr verschwindet, feierte sie hier fröhliche Urstände. Klar, dass der Beginn des Programms mit der Eurovisionshymne eingeleitet wurde. Zu Höchstform liefen Rassau und Heissmann immer dann auf, wenn es derb und zweideutig wurde. Mit sprachlichen Missverständnissen konnten sie das Publikum zu wahren Lachanfällen hinreißen. Wenn es beispielsweise in einer Agentur für Weihnachtmänner heißt, „links die Rute und rechts den Sack“, dann konnte und sollte man das an diesem Abend unterschiedlich auslegen. Das Duo aus Fürth trieb den Spaß allerdings genüsslich weiter und erklärte auch noch, wo die Nüsse zu tragen sind.

Das ist vielleicht nicht besonders hintergründig – aber es machte Laune, und bei einem Programm, das zu großen Teilen daraus besteht, dass Witze erzählt werden und Zweipersonensketche à la „Palim-Palim“ gespielt werden, ist es schon eine echte Leistung, dass so gut wie keine Pointe dabei war, die nicht zündete. Natürlich kamen die beiden auch in ihrer Paraderolle als „Waltraud und Mariechen“ auf der Bühne, um sich über ihre Hotels und das richtige Verhalten zu Halloween auszutauschen. „Ich geb‘ den Kindern immer meinen Hausmüll mit“, erklärte „Mariechen“. Dafür hätten ihr die Sternsinger dann allerdings zwei Monate später „LMAA“ an die Tür geschrieben.

Was diesen Abend so lebendig machte, war nicht nur ihr Spiel mit Sprache und dem fränkischen Dialekt, sondern vor allen Dingen auch die Spontaneität der beiden Künstler. „Erst wenn die scharfen Weiber da sind, sitzt der Pfarrer in der ersten Reihe“, witzelten sie, als sie nach der Pause einen Herrn im schwarzen Hemd und mit weißen Kragen im Publikum erblickten. Neben einem Witz für die nächste Sonntagspredigt boten sie ihm gleich an, ein gemeinsames Selfie zu machen. Auch Weilheim selbst wurde immer wieder thematisiert. Wie schön doch die „Zirbenholzstadthalle“ sei, sagte sie, und dass die beiden fränkischen Künstler bereits vor 14 Jahren zum ersten Mal hier waren – und folglich mit ihrem nächsten Auftritt 2030 zu rechnen sei.

Musikalisch rundete Volker Heissmann den Abend ab. Stilecht, als Halbplayback, sang er ein Potpourri aus Liedern von Peter Alexander und zum Abschluss eine deutsche Version des Klassikers „My way“. Das Publikum wusste es zu schätzen.

Heribert Riesenhuber

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