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Zieht stets den Kopf aus der Schlinge: „Schwejk“ Frantisek Havel (2.v.l.) mit Michael Golf (l.), Heinz Fink und Heiko Dietz (r.). 

weilheimer festspiele  

Die Bühne ist der Star

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Weilheim - Bei den Weilheimer Festspielen ist die Bühne der Star. Die karussell-artigen Kulissen bringen Schwung in den „Schwejk“

Er hat Charme, dieser „Schwejk“ – auch wenn er nicht das stärkste Festspiel ist, das Weilheim in den letzten 16 Jahren erlebt hat. Er ist nicht so herzerwärmend wie 2004 „Die Feuerzangenbowle“, nicht so spannend wie 2014 „Die 12 Geschworenen“, nichts, was so tief beeindrucken könnte wie einst „Mutter Courage“. Doch gewiss zählt „Die Geschichte vom braven Soldaten Schwejk“, mit der Regisseurin Yvonne Brosch am Samstag Premiere im leider nicht vollbesetzten Stadttheater feierte, zu den besonders charmanten Produktionen.  Charme hat, dass drei tschechische Laienschauspieler auch Originalton sprechen im heiteren Spiel um jenen Schelm, der ja als „typischer Prager Charakter“ gilt. Und mehr als charmant ist die Drehbühne, die Ausstatter Andreas Arneth dafür ins Theater gezaubert hat: Sie ist ein Hit. Aus der Not, die vielen Schauplätze der vor allem als Fernsehfilm bekannten Komödie zeigen zu müssen, macht der Karussell-ähnliche Aufbau eine Tugend: Geradezu zelebriert wird alle paar Minuten der Szenenwechsel, bei dem Arneth selbst mit Musikbegleitung und komödiantischen Bewegungen die Bühne aufs nächste Bild dreht. Wahrlich eine runde Sache – und belebendes Element in einem Spiel, das diesen Schwung nicht immer aufzunehmen vermag.  Während die Kulisse auf Anhieb wirkt, macht die Sprache Mühe: Es sind doch überraschend viele Sätze tschechisch (wenngleich sich deren Sinn stets erschließt), und mancher deutsche Satz wird – jedenfalls bei der Premiere – zu sehr vernuschelt. Auch glücken den elf weiteren Darstellern die böhmischen und österreichischen Dialekte nicht immer.

Und doch macht dieser „Schwejk“ Spaß: Das Ensemble aus Profis und leidenschaftlichen Hobbyschauspielern, darunter viele Festspiel-Lieblinge, ist durchweg so sympathisch wie das Stück selbst. Die Musik macht Laune, auch wenn sie großteils vom Band kommt und der mit zwei Bläserinnen und einem raumgreifend fuchtelnden Dirigentendarsteller besetzte Orchestergraben mehr zur Show geöffnet ist. Brosch und Arneth bieten schöne Bilder – und vertrauen dem Witz des Stücks um den aufrechten Soldaten, der sich im Ersten Weltkrieg mit List und Mut vor der Front zu drücken versucht.

Dafür bei der Premiere einige Lacher – und am Ende warmer Applaus fürs Ensemble um „Schwejk“ Frantisek Havel.

Weitere Aufführungen

der „Geschichte vom braven Soldaten Schwejk“ im Stadttheater: Freitag, 18. Dezember, 20 Uhr; Sonntag, 20. Dezember, 18 Uhr; Samstag, 26. Dezember, 20 Uhr; Sonntag, 27. Dezember, 18 Uhr; Mittwoch, 30. Dezember, 20 Uhr; die Vorstellung am 31. Dezember ist bereits ausverkauft. Karten:Sparkasse Marienplatz (0881/686-11) und Veranstaltungsbüro/Rathaus.

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