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Theater zum Anfassen: Nach der Vorstellung am Samstagnachmittag konnten die kleinen und großen Zuschauer im Stadttheater den „Bühnenflöhen“ Fragen stellen. 

kindertheater in weilheim  

Vielleicht ist Gott ja ganz anders?

Weilheim - Die Münchener „Bühnenflöhe“ brachten ihr Publikum im Stadttheater zum Lachen und Nachdenken. Gespielt wurde „An der Arche um Acht“.

Ein großer Streit um einen Fisch und dann gleich eine „Leiche“ (die eines Schmetterlings): So begann im Weilheimer Stadttheater am Samstagnachmittag das Theaterstück „An der Arche um Acht“ nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Ulrich Hub. Die „Bühnenflöhe“ des Münchener „Theaters in der Au“ ließen ihre fast 200 kleinen und großen Zuschauer damit zunächst in Zwist und Weltuntergangsstimmung eintauchen: Da bedrücken die Schuldgefühle eines Pinguins („Ich bin ein schlechter Pinguin“), machen sich Pinguin-Freunde gegenseitig Vorwürfe („Gott sieht alles, und er wird dich bestrafen“), kündigt Katastrophenstimmung mit Blitzen und Sirenengeheul das drohende Weltenende an. Und über allem stehen große Fragen: Wer ist Gott? Kommen alle, die gestorben sind, in den Himmel? Warum lässt Gott zu, dass alle Tiere ertrinken?

Der Inszenierung gelingt es, Zweifel, Angst und Unsicherheit auf die Bühne zu holen und doch den Funken Hoffnung und Humor nicht zu verlieren – dafür sorgt das harmonische Spiel der Pinguine, denn „kein Pinguin lässt einen anderen Pinguin im Regen stehen“. Und so landen drei statt der eigentlich vorgesehenen zwei Pinguine auf der Arche, dem rettenden Schiff (leider „ohne Pool und Liegestühle“). Ein Versteckspiel beginnt, denn die Taube – sozusagen die rechte Hand von Noah – darf ja nichts merken. Bald hat keiner mehr einen Plan, alle warten auf Rettung und fragen sich: Vielleicht ist Gott ja ganz anders, als wir ihn uns vorstellen?

Und tatsächlich: Die Sintflut endet, die Taube sieht Land, und Gott schickt einen Regenbogen als Zeichen der Liebe zu den Menschen. „Sehr anständig von Gott“, bemerkt ein Pinguin. Und mit echter Liebe endet auch das Stück: Ein Pinguin und die Taube verlassen als Paar die Arche und schenken sich unter dem strahlenden Regenbogen einen ersten Kuss. Eine junge Zuschauerin brachte im Pausengespräch mit ihrem Bruder all das vorausschauend auf den Punkt: „Ach geh, Gott bestraft die alle doch nicht, weil die Pinguine wollten bloß Schmarrn machen. Und ohne Schmarrn wäre es in der Welt langweilig und gar nicht mehr lustig! Schmarrn mag der liebe Gott!“ 

Andrea Günther

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