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Freut sich über den Besuch aus Albanien: Evelyn Sommer (vorne in der Mitte) mit Schwester Maria (links) und Schwester Suzana (rechts). Hinten von links. Sidorella mit Arjan und Bajram in Weilheim. 

Praktikanten und Schwestern bei "Albanienhilfe" zu Gast 

Als nächstes wollen sie Deutsch lernen und Berufspraxis sammeln

Weilheim - Bei der „Albanienhilfe“ sind drei Praktikanten und zwei Schwestern aus Einrichtungen in Elbasan zu Gast. Wie sie hier zurechtkommen: 

Ihre Heimat liegt rund 1500 Kilometer Richtung Südosten – in Albanien. Dennoch fühlen sich die Gäste aus Elbasan in Weilheim fast wie zu Hause. Das liegt daran, dass zwei der fünf Besucher, die nach Oberbayern gekommen sind, die Region schon ganz gut von ihren Praktika aus dem vergangenen Jahr kennen. Vor allem aber liegt es daran, dass sie in Weilheim mit offenen Armen aufgenommen werden.

„Sie werden hier so freundlich aufgenommen, dass sie sich herzlich willkommen fühlen“, sagt Evelyn Sommer, die Vorsitzende der „Albanienhilfe Weilheim“ bei einem Treffen in ihrem Sonnenstudio. Die jungen Leute sind aus verschiedenen Gründen hier: Arjan Cani und Bajram Lico machen wieder Praktikum in den beiden Betrieben, in denen sie im vergangenen Jahr schon gearbeitet haben, als sie in Weilheim waren. Bajran, der noch im Betreuten Wohnen in der Einrichtung in Elbasan lebt und eine Ausbildung zum Koch macht, unterstützt die Köche im „Allgäuer Hof“, Arjan arbeitet bei „Entenmann Haustechnik“.

Zwölf-Stunden-Schichten in Gaststätte

„Hier ist es besser“, sagt Bajram über die Arbeitsbedingungen in Deutschland, die er mit denen in Albanien vergleicht. In der Gaststätte, in der er in Elbasan kocht, hat er Zwölf-Stunden-Schichten. Pausen gibt es dort nicht. Er ist wie Arjan im Kinderheim der „Albanienhilfe“ groß geworden. Arjan hat inzwischen eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker abgeschlossen und arbeitet in Elbasan.

Die beiden Ordensschwestern Suzana und Maria haben im vergangenen Jahr im September Kinderheim, Kindergarten und Mädchenwohnheim mit Ausbildungszentrum übernommen, die die „Albanienhilfe Weilheim“ in Elbasan unterhält. Der Anfang sei nicht einfach gewesen, sagt Schwester Suzana, weil es viele neue Dinge und Abläufe zu lernen galt, doch inzwischen hätten sie und ihre Mitschwester sich gut in ihre neue Aufgabe eingefunden. „Es gibt viel Arbeit, aber diese Arbeit gibt Freude“, ergänzt Schwester Maria. „Wir mögen es, mit den Kindern zu arbeiten. Es gibt viel zu tun, aber es ist schön.“

Noch gibt es Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache

Die beiden Schwestern sind Albanerinnen und sprechen nur sehr wenig Deutsch. Sie sind darauf angewiesen, dass ihre jungen Landsleute, die die Sprache besser können, für sie übersetzen. Doch das wird sich wohl bald ändern, denn Schwester Suzana und Schwester Maria absolvieren derzeit einen Monat lang einen Sprachkurs in Weilheim. Sie haben sich dazu entschlossen, damit die Verständigung mit den deutschen Trägern der Einrichtung künftig einfacher ist. Im August können sie auch aus Albanien weg, denn dann ist das Kinderheim in Albanien traditionell geschlossen und die Kinder machen Ferien bei ihren Familien oder Verwandten.

Damit, wie der Übergang von den früheren Leiterinnen zu den neuen gelaufen ist, ist Evelyn Sommer von der „Albanienhilfe Weilheim“ sehr zufrieden. „Wir hätten es uns nicht besser vorstellen können“, sagt sie. Die neuen Schwestern hätten eine perfekt geführte Einrichtung übernommen und diese mit Einsatz, Engagement und Elan weitergeführt. „Es funktioniert alles supergut.“

Ein Praktikum im Sonnenstudio von Evelyn Sommer und einen Deutschkurs macht Sidorella, die ebenfalls ein Kind der „Albanienhilfe Weilheim“ ist. Sie studiert in Albanien an der Universität Englisch. Während die anderen vier Elbasaner schon früher wieder Richtung Heimat fliegen, bleibt Sidorella noch bis Mitte Oktober. Dann fliegt sie mit einer etwa 20-köpfigen Gruppe aus Weilheim und Umgebung nach Tirana, weil die „Albanienhilfe Weilheim“ ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Dort, wo sie dann seit einem halben Jahrhundert wichtige Hilfe leistet: in Elbasan, in Albanien.

Spenden:

Die „Albanienhilfe“ hat ein Spendenkonto bei den „Vereinigte Sparkassen Weilheim“, KN: 25361, BLZ: 703 510 30,

IBAN: DE38 7035 1030 0000 0253 61,

SWIFT-BIC: BYLADEM1WHM

von Kathrin Hauser

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