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Führten „Vaganti“ seit der Gründung an: die Schwestern Heidi (l.) und Sylvia Kluthe aus Weilheim. 

Showgruppe

Führungswechsel bei „Vaganti“

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Weilheim - Führungswechsel bei „Vaganti“. Heidi und Sylvia Kluthe, die das Ensemble von 1994 an aufgebaut haben, scheiden aus dem Leitungsteam aus.

Es ist für die Showgruppe „Vaganti“ eine Zäsur: Sylvia (36) und Heidi Kluthe (34) gehören nicht mehr dem Leitungsteam an. Die Schwestern haben sich auf eigenen Wunsch von ihrem Ehrenamt zurückgezogen. Vor wenigen Tagen gaben sie ihre Entscheidung offiziell den „Vaganti“-Mitgliedern bekannt. Die Nachfolge ist geregelt: Benjamin Stahl (31), der schon als Trainer fungierte, wird zusammen mit Mariele Vollmann, Enzo Mandara und Marian Beck des Ensemble führen.

„Es gab absolut keinen Streit“, betont Heidi Kluthe. Für die Schwestern war es „eine sehr schwere Entscheidung“, sagt Sylvia Kluthe. Denn die Gruppe, die 1994 mit Einrädern ihre ersten Auftritte hinlegte, „ist für uns eine Herzensangelegenheit“. Allerdings war es auch so, dass über die Jahre der Aufwand immer gewaltiger wurde. „Es wurde immer schwieriger, Beruf, Privatleben und ,Vaganti‘ in Einklang zu bringen“, sagt Heidi Kluthe. Die Freizeit ging zumeist komplett für das Ensemble drauf. In den vergangenen Jahren standen die Schwestern so gut wie jedes Wochenende für mehrere Stunden in der Turnhalle, um mit den Mitgliedern neue Programme einzustudieren. Zeit für sich selbst blieb da kaum.

Sylvia Kluthe, die als selbständige Grafikdesignerin arbeitet, war im Leitungsteam für den kreativen Part zuständig. Heidi Kluthe – sie arbeitet als Lehrerin an der Montessorischule in Inning – übernahm die organisatorischen Aufgaben. Benjamin Stahl war für den sportlichen Teil zuständig. Auch wenn „Vaganti“ über die Jahre zu einem Showensemble mit Jonglage, Live-Musik und Tanz wuchsen, so bildete doch die Akrobatik samt spektakulärer turnerischer Einlagen immer den Mittelpunkt bei den Auftritten. Zuletzt begeisterten „Vaganti“ mit dem Programm „Hinterhofhelden“ im November im Stadttheater.

Das Projekt war ein voller Erfolg – und damit auch ein guter Zeitpunkt für die Kluthes, sich zurückzuziehen. „Das ist schöner, als wenn es einfach so ausläuft“, sagt Heidi Kluthe. Mit „Vaganti“ hätten sie alle Ziele erreicht. Auftritte absolvierte die Gruppe unter anderem in Österreich, Belgien, Berlin und beim „Tollwood“ in München. Bei zahlreichen Show-Wettbewerben belegten die Weilheimer vordere Plätze. Ein besonderes Highlight war 2013 eine Reise nach Südafrika, bei der sich „Vaganti“ auch sozial engagierte. Von der Stadt Weilheim wurde das Ensemble 2007 mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Mittlerweile besteht „Vaganti“ aus vier Gruppen mit insgesamt 130 Kinder und Jugendlichen. Der ganze Einsatz über die Jahre „hat sich ausgezahlt“, sagt Sylvia Kluthe.

Die Schwestern wollen zunächst einmal etwas Abstand von „Vaganti“ gewinnen. „Das müssen wir auch erst schaffen“, sagt Sylvia Kluthe. So sei es eine neue Erfahrung, an den Trainingstagen – Dienstag und Freitag – den Abend für sich allein zu haben. Und auch für „Vaganti“ ist es eine neue Situation, wenn die bisherigen führenden Köpfe nicht mehr da sind. „Dann stehen die einzelnen Mitglieder mehr in der Verantwortung“, sagt Heidi Kluthe. Mit dem Ensemble werden die beiden weiter in Kontakt bleiben, es seien ja auch diverse Freundschaften entstanden.

Nach einer Pause wollen die Schwestern wieder künstlerisch tätig werden. Die „Lust an Bühne und Kunst ist weiter da“, sagt Sylvia Kluthe. Ideen seien schon vorhanden. Das Ganze soll dann aber in einem Rahmen stattfinden, „den man noch managen kann“, sagt Heidi Kluthe mit einem Lachen.

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