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Am Schnittpunkt der Römerstraße mit dem Feldweg im Moos trafen sich zum Ortstermin: (von links) Markus Loth, Gerhard Weber, der Raistinger Bürgermeister Martin Höck, der Historiker Dr. Joachim Heberlein, der Steinmetz Philipp Mössmer, Ulrike Seeling und der Wielenbacher Bürgermeister Korbinian Steigenberger. 

Im Weilheimer Moos soll ein Meilenstein an die Römerstraße erinnern

Geschichte sichtbar machen

Weilheim/Wielenbach – Der „Verein zum Erhalt des Oberlandes“ will mit einem „Meilenstein“ auf eines der ältesten geschichtlichen Relikte in der Region aufmerksam machen. Es ist ein Abschnitt der Römerstraße „Via Raetia“, die vor fast zwei Jahrtausenden gebaut wurde, um Augsburg besser an die Hauptstadt des Römischen Reichs anzubinden.

Um das Projekt vorzustellen, hatten die Vorsitzenden Gerhard Weber und Ulrike Seeling die Bürgermeister der umliegenden Kommunen zu einem Ortstermin an der Stelle eingeladen, wo die ehemalige Straße noch als leichte Erhöhung in ansonsten flachen Gelände erkennbar ist. Weber hält diese Stelle für besonders geeignet, weil die Straße hier einen Knick hatte. Nach Osten geht der Blick längs der von einer ehemaligen Furt bei Wielenbach kommenden Straße, nach Nordwesten sieht man schräg auf den weiteren Verlauf in Richtung Raisting. Besonders gut zu erkennen ist die Straße unter anderem bei längerer Trockenheit, weil sich dann die Vegetation auf dem Straßendamm von der Vegetation in der Umgebung abhebt. Wo der Meilenstein stehen soll – östlich oder westlich des Wegs – und wie er aussehen soll, ist noch offen, ebenso seine Inschrift.

Einige der Gesprächsteilnehmer lehnen einen Text in Latein, der Sprache der Römer, mit der Begründung ab, dies würden zu wenige Besucher verstehen. Der Weilheimer Bürgermeister Markus Loth regte an, nördlich dieser Stelle an der geteerten Straße, die Wielenbach mit der Lichtenau verbindet, eine Informationstafel aufzustellen. Diese Straße würde von vielen Radfahren benutzt, anders als der von ihr nach Süden verlaufende Schotterweg, an dem der Stein stehen soll. Wer die Römerstraße sehen wolle, könne dann den Abstecher zum Meilenstein machen, der rund 400 Meter südlich der Abzweigung steht. Damit die Sache nicht im Sand verläuft, schlug Loth vor, alle Beteiligten sollten sich im März wieder treffen, um die Umsetzung des Vorhabens anzugehen.

Der „Verein zum Erhalt des Oberlandes“, der aus der geothermiekritischen „Bürgerinitiative für das Oberland“ (BifO) hervorgegangen ist, hat unter anderem das Ziel, Kulturdenkmäler zu erhalten und sichtbar zu machen. In diesem Sinne will er laut Weber den Meilenstein aufstellen. Die bekannteste Römerstraße nördlich der Alpen ist die „Via Claudia Augusta“, die über den 1507 Meter hohen Reschenpass und den Fernpass entlang des Lechs nach Augusta Vindelicorum (Augsburg), damals Hauptstadt der Provinz Raetia, führte. Die „Via Raetia“ über den nur 1370 Meter hohen Brennerpass und den Seefelder Sattel wurde später gebaut. Sie führte über Partenkirchen und Weilheim nach Augsburg. Mit ihr wurde der Brenner zum wichtigen Übergang in den Ostalpen.

Alfred Schubert

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