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Immer noch ein Schreckensbild für viele Weilheimer: Beim Pfingsthochwasser 1999 führte der „Trifthofanbinder“ direkt ins Wasser. foto: 

hochwasserschutz südlich von weilheim  

Hauptproblem ist der Tiefenbach

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Weilheim - Es tut sich was beim Hochwasserschutz „Ammer-Süd“.  Allerdings rückt jetzt der Tiefenbach in den Focus.

 Den Stadträten geht es viel zu langsam mit dem Hochwasserschutz an der Ammer im Süden der Kreisstadt – hängen doch zahlreiche Bauprojekte davon ab: vom Gewerbegebiet „Achalaich“ bis zu weiteren Wohnhäusern, die zwischen Pöltner Kirche und Au angedacht sind. Dass das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) gestern gleich mit drei Mann inclusive Behördenchef Roland Kriegsch in den Bauausschuss des Stadtrates gekommen war, nutzte Bürgermeister Markus Loth (BfW), um Dampf zu machen: „Wir können nicht weitere Jahre verstreichen lassen, Sie müssen wirklich mit Nachdruck an diese Sache herangehen“, mahnte er die WWA-Vertreter und erinnerte ans Pfingsthochwasser 1999, als Teile des Gewerbegebietes Trifthof unter Wasser standen. Von weiteren möglichen Ammerhochwassern seien in Weilheim „zu viele Leute, zu viele Firmen betroffen“, so Loth: „Da steht zu viel für den Wirtschaftsstandort Weilheim auf dem Spiel.“

WWA-Mitarbeiter David Vogl hatte zuvor erklärt, es sei „noch nicht näher zu beziffern“, wann Baubeginn für den Schutz an der Ammer im Süden von Weilheim sein könne. Doch solle Ende 2016 die Entwurfsplanung samt exakter Kostenberechnung stehen und das Wasserrechtsverfahren beginnen.

Heuer habe das WWA „sehr umfangreiche Untersuchungen“ durchgeführt, sagte Vogl – und die hätten „eine ganz neue Ausgangssituation“ ergeben: Während man für die Ammer selbst jetzt von weniger dramatischen Zahlen ausgehe, bringe der Tiefenbach (der beim Naturfreundehaus in die Ammer fließt) „wesentlich mehr Wasser als bisher angenommen“. Die Hochwassergefahr im Trifthof und im Weilheimer Süden rühre vor allem daher. Genaueres sollen bis April 2016 weitere hydrologische und hydraulische Untersuchungen des Tiefenbachs ergeben. Die Aufträge dafür hat das WWA laut Vogl schon erteilt.

Die aktuelle „Vorzugsvariante“ der Fachbehörde für den Hochwasserschutz wären neue Dämme nördlich des Tiefenbachs und entlang der Bahnlinie. Als „Retentionsflächen“ (Überflutungsflächen im Falle eines Hochwassers) bräuchte man einige Grundstücke westlich der Ammer – zwischen Oderding und Weilheim –, die derzeit Privatbesitz sind. Die grobe Kostenschätzung für die Schutzmaßnahmen beläuft sich nach wie vor auf 1,3 Millionen Euro.

Voraussetzung für weitere Schritte sei, dass die Stadt die Hälfte der insgesamt rund 100 000 Euro Planungskosten übernehme. Die andere Hälfte trage der Freistaat – während die Bahn jede Beteiligung ablehne. An diesen 50 000 Euro solle es nicht scheitern, war sich der Bauausschuss gestern einig. Laut CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl soll die Stadt 2016 notfalls entsprechend mehr Kredit aufnehmen – wenn das die Sache beschleunigt: „Denn wenn dieses Verfahren dazu führt, dass wir die Gewerbegrundstücke Achalaich nicht 2017 oder 2018 verwerten können, dann haben wir ein echtes Problem.“

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