Zunehmend ein Problem

Eltern schicken die Kleinen krank in den Kindergarten

Weilheim - Das wird zunehmend zum Problem: Buben und Mädchen mit Infekten können oft nicht zu Hause bleiben, weil Mama und Papa arbeiten müssen.

Berufstätige Eltern kennen diesen Schreck am Morgen: Das Kind glüht, hat glänzende Augen und hustet bellend. Ganz klar, es ist krank und kann nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen. Diese Krankheitstage haben früher, als es üblich war, dass ein Elternteil nicht berufstätig ist, kein großes Problem dargestellt. In der Regel war die Mutter ohnehin zu Hause, und das kranke Kind konnte dort in Ruhe genesen.

Das hat sich inzwischen geändert. In vielen Familien arbeiten Vater und Mutter außer Haus, und ein krankes Kind wirft das mühsam augeklügelte Betreuungssystem über den Haufen. Auch, wenn jedem Elternteil zehn Krankheitstage pro Kind zustehen, wissen sich viele Vätter und Mütter wohl nicht anders zu helfen, als den kranken Nachwuchs trotz Fiebers, Übelkeit, trotz heftiger Erkältung in die Schule oder den Kindergarten zu schicken.

Diese Entwicklung hat auch der Medizinaldirektor des Gesundheitsamtes, Dr. Stefan Günther, bereits beobachtet, wie er beim Pressetermin zum Thema „Infektionskrankheiten im Landkreis Weilheim-Schongau“ am Donnerstag ausführte: „Das ist inzwischen ein Problem.“

Eltern geben Kindern fiebersenkende Medizin und schicken sie dann in den Kindergarten

Viele Eltern würden ihren kranken Kindern fiebersenkende Medizin verabreichen und sie dann in den Kindergarten oder die Schule schicken. Diese Praxis hat mehrere Nebenwirkungen: Die Buben und Mädchen können sich nicht auskurieren, was ihren Zustand verschlechtern und zu ernsthaften Krankheitsfolgen führen kann, und sie stecken Klassen- und Kindergartenkameraden an.

Weil sich die Fälle häufen, in denen kranke Kinder im Kindergarten abgestellt werden, arbeitet die Leiterin des „AWO-Kinderhauses“, der größten Weilheimer Kinderbetreuungseinrichtung, Constanze Poguntke, derzeit an einem Info-Brief für Eltern, in dem sie darum bittet, erkrankte Kinder nicht in die Krippe, den Kindergarten und den Hort zu schicken. Jedes Kind, das mit einer ansteckenden Krankheit ihre Einrichtung besuche, „bedeutet eine Ansteckungsfahr für meine Leute und die anderen Kinder“. So sehr sie den Druck nachvollziehen könne, unter dem berufstätige Väter und Mütter stünden, sollten diese auch immer im Auge haben, dass der Kindergartenalltag für kranke Buben und Mädchen nur schwierig zu bewältigen sei.

Erkältung: Welche Mittel helfen, welche nicht

Rubriklistenbild: © Schlaf/A

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